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Potsdam Keine Chance für den Mann am Piano
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00:23 31.05.2019
Big Eddy und der Hühnerdieb alias Geili und Dusche. Quelle: Volker Oelschläger
Potsdam

Ein Wigwam ist kein Hotel, ein Streichholz ist kein Herd. Das und anderes singen Big Eddy und der Hühnerdieb auf ihrer ersten Langspielplatte „Kannste Fajessen“, die am 1. Juni über das Label „Hörsturzproduktion“ in den Handel kommt.

Die Vorgeschichte des Potsdamer Outlaw-Country-Duos beginnt 2003 zu den Karl-May-Festtagen in Radebeul: Damals noch Musiker der Punkrockband „Babelsberg Pöbelz“, hat der 2,07 Meter große Geili seinen ersten Komparsen-Auftritt als Halunke namens Big Eddy.

Im Jahr darauf hatte er seinen Bandkollegen Dusche in der Rolle des Hühnerdiebs dabei, der neben dem Revolver Westerngitarre und Banjo mitbrachte. Dusche, der auch für die 2008 aufgelösten Pöbelz textete, schwärmte von einem „völlig neuen Themenspektrum“: „Ich habe noch nie über Cowboys und Indianer geschrieben und gesungen.“

Erste Auftritte hatte das Duo im Kleinmachnower Affenklub und in der Waschbar in Potsdam-West.

Die Arbeit an „Kannste Fajessen“ begann vor sieben Jahren in der Westernstadt Radebeul. Eingespielt wurden die ersten Songs in „Hanks Saloon“ in Anwesenheit von bis zu 70 Gästen, die im Hintergrund mit Whiskygläsern, Schreckschusspistolen und anderem Gerät für die passende Geräuschkulisse sorgten.

Mit dabei war der Potsdamer Soundkünstler ZAP alias Jörg-Peter Salge, der mit den Beiden in einem Robur-Bus mit der Technik seines Tonstudios 13 angereist war.

Zum Langzeitprojekt wurde das aufwendig instrumentierte Album durch die Beteiligung der „Dirty Jailhouseloosers“, eineinhalb Dutzend Potsdamer Musikern, die erst später in ZAPs Studio kamen. Anne „Nica“ Altenburg von Ruben Wittchows Band ist dabei, die den „Folsom Prison Blues“ von Johnny Cash in einer frischen Version zum Bar-Piano einsingt.

Karen „Eddi“ Böttcher von „King, Kong and the White Woman“ singt „Grapes of Wrath“, Norman Flanders, Frontmann der Psychobillyband „Thee Flanders“, warnt: „Lass die Finger von den Frauen lieber Freund“.

Kevin Flanders von „German Ex“ bedient die Percussions, Stroh von den „Rocking Turtles“ singt und spielt Mundharmonika, Volkmar Große („Sweet Confusion“) spielt Kontrabass.

„Kannste Fajessen“ ist ein Konzeptalbum mit Hörspielsequenzen. Es beginnt mit einer Trauergesellschaft, die nach der Bestattung des erschossenen Barpianisten im Saloon zum Whisky übergeht.

Titel wie „Cowboy, schwing dein Lasso“, „Drinks, Girls & More“, „Becky Smith“, „Sünder, Typen & Gesindel“ sind ein Heidenspaß mit einem gelegentlichen leisen Hauch von Melancholie.

Mutig ist die Interpretation von „Hurt“, dem Klassiker der „Nine Inch Nails“, der in der Version von Johnny Cash weltberühmt wurde. Der Gesang des Hühnerdiebs ist verhaltener Irrsinn, die instrumentale Begleitung erdig, und es klingt.

Die Platte endet mit dem Tod des Pianisten - und der Wahnsinn geht von vorne los.

Und so klingt „Kannste Fajessen“

Erhältlich ist das Album unter anderem im Tattoostudio „Body Temple“ in der Lindenstraße 14, dessen Inhaberin Katharina Lehmann die beteiligten Musiker für das Plattencover gezeichnet hat.

Am 3. Juni von 17.30 bis 20 Uhr kommen Big Eddy und der Hühnerdieb mit einem Stapel der handnummerierten Alben zur Autogrammstunde in die Kneipe „Nowawes“, Großbeerenstraße 5.

Die eigentliche Release-Party ist am 22. Juni ab 20.30Uhr im „Koschuweit“, Charlottenstraße 31.

Von Volker Oelschläger

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