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Potsdam Karstadt in Potsdam muss schließen – eine Ära geht zu Ende
Lokales Potsdam

Karstadt in Potsdam schließt – wie geht es jetzt weiter?

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19:09 20.06.2020
Der Karstadt in der Brandenburger Straße steht vor dem Aus. Quelle: Friedrich Bungert
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Potsdam

Es ist tatsächlich das Ende einer Ära: Mit der Schließung von Karstadt verliert Potsdam das älteste Warenhaus der Stadt. Doch die goldenen Zeiten waren schon vorbei, als Karstadt Gebäude 2005 kaufte. Damals glaubten die Händler in der Straße, jetzt gehe der Aufschwung wieder los. Doch stattdessen ging es weiter bergab. Am Freitagmittag war klar, dass die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof die Filiale in Potsdam aufgeben würde, etwa 100 Mitarbeiter verlieren voraussichtlich ihre Jobs. Und Kunden Politiker befürchten, dass die Innenstadt nun noch unattraktiver wird.

Die Stadtpolitik zeigt sich betroffen. Oberbürgermeister Mike Schubert fordert von dem Konzern, „alles zu tun, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Beschäftigungsperspektive zu bieten.“ Er wolle in der kommenden Woche Gespräche zur Zukunft der Potsdamer Innenstadt als Einzelhandelsstandort aufnehmen, der Warenhaus-Standort müsse erhalten bleiben.

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Kunden sind traurig, Mitarbeiter schockiert

Auch die Kunden sind bestürzt. „Ich würde sogar sagen, das ist katastrophal. Karstadt war ein Warenhaus mit sehr ausgewogenem Sortiment“, sagt ein 43 Jahre alter Potsdamer. Die meisten Potsdamer, die die MAZ nach ihrer Meinung zur Schließung gefragt hat, werden das Kaufhaus vermissen. Am Tag danach sitzt der Schock bei den Mitarbeitern noch tief. Auch wenn sie sich nichts anmerken lassen wollen, sind sie doch schweigsam und es gibt besorgte Stimmen.

Die Warenhauskette ist wirtschaftlich schwer angeschlagen, unter anderem wegen Fehlentscheidungen des Managements. Dazu kam die Coronakrise, die den Finanzen durch die wochenlange Schließung des Einzelhandels zusätzlich massiv geschadet hat. Mitte Mai war schließlich bekannt geworden, dass der Essener Konzern Galeria Karstadt Kaufhof deshalb rund die Hälfte seiner rund 170 Filialen in Deutschland aufgeben will.

Von RND/MAZ/isc