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Potsdam Kati Witt unterstützt Garnisonkirche
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19:00 30.01.2018
Katarina Witt unterstützt die Garnisonkirche.
Katarina Witt unterstützt die Garnisonkirche. Quelle: Archiv
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Innenstadt

Promi-Power für die Garnisonkirche: Ex-Eiskunstlaufstar und Olympiasiegerin Katarina Witt unterstützt die Fördergesellschaft für den Wiederaufbau der Garnisonkirche (FWG). Das wurde beim Neujahrsempfang von FWG und Garnisonkirchenstiftung am Dienstag in der Nagelkreuzkapelle bekannt.

In der Mitgliederzeitung „Potsdamer Spitze“ nimmt die Neu-Potsdamerin ausführlich Stellung zu ihrer Mitgliedschaft, die sie auch mit Erfahrungen aus ihrer eigenen DDR-Vita begründet. „Mir ist die Aufarbeitung der Geschichte einfach wichtig“, begründet sie ihre Entscheidung. „Als Eiskunstläuferin war ich Repräsentantin eines Landes, von dem ich damals überzeugt war. Je mehr man über die eigene Geschichte weiß, auch um die Fehler, die im eigenen Land passierten, desto besser kann man in die Zukunft gehen.“

Die ehemalige Star-Eiskunstläuferin Katarina Witt findet den Wiederaufbau wichtig. Quelle: MAZonline

Verantwortung für die Zukunft übernehmen

Aus ihrer eigenen Biografie habe sie gelernt, „Geschichte jeweils auch aus der Situation heraus zu reflektieren, in der sie geschieht“. Dabei gehe es nicht darum, zu verurteilen, sondern die notwendigen Schlüsse zu ziehen, um für die Zukunft Verantwortung zu übernehmen: „Damit Fehler sich nicht wiederholen, muss man sich an sie erinnern können – möglichst weithin sichtbar“, sagt Witt im Interview mit der „Potsdamer Spitze“.

Auch persönlich ist die Olympiasiegerin der Mark verbunden. Die Kindheitswurzeln der Neu-Potsdamerin liegen in Brandenburg – 1965 wurde sie in West-Staaken im Kreis Nauen geboren.

Beim Neujahrsempfang war die einstige Spitzensportlerin allerdings nicht dabei. Witt wird als Kommentatorin bei den Olympischen Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang dabei sein. Die ARD setzt als Experten unter anderem auf die Olympiasiegerin.

Freude auf die Aussichtsplattform

Ihr Engagement für den Wiederaufbau des Garnisonkirchturms, der seit Anfang November läuft, resultiert nicht aus tiefer Religiosität, wie sie in dem Interview erläutert: Persönlich halte sie es eher mit dem Motto Friedrichs des Großen „Jeder soll nach seiner Fasson selig werden“. Aber es sei ihr bewusst, dass ohne das Engagement der christlichen Gemeinden die Wende in der DDR nicht möglich gewesen wäre.

Auf die Frage, was sie besonders am Plan des Wiederaufbaus reize, antwortet Witt: „Ehrlich gesagt, freue ich mich am meisten auf die Aussichtsplattform. Von diesem ehemaligen Turm aus hoch oben auf die schöne Stadt Potsdam zu schauen wird wunderbar sein.“ Dieser Blickwinkel sei auch noch aus einem anderen Grund hilfreich, so die Ex-Eisprinzessin nachdenklich: „Sich bewusst zu machen, wie klein wir Menschen sind und wie kurz unsere Lebenszeitspanne ist im Vergleich zur Weltgeschichte – egal, wie erfolgreich wir sind oder welche Fehler wir machen.“

VITA

Katarina Witt gewann die olympischen Goldmedaillen von Sarajewo (1984) und Calgary (1988), vier Weltmeister- und sechs Europameistertitel für die DDR.

1984 war sie Sportlerin des Jahres der DDR. 1984 bekam sie den Vaterländischen Verdienstorden der DDR in Gold.

1988 wurde Witt mit dem ersten Ost-West-Bambi der Zeitschrift Bunte ausgezeichnet. Sie gehörte der Sozialistischen Einheitspartei SED an und traf sich mit den Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker und Egon Krenz.

Erst nach dem Fall der Mauer erfuhr Witt, dass sie schon als Siebenjährige vom Ministerium für Staatssicherheit beschattet wurde. Ihre Stasi-Akte umfasste am Ende 3500 Seiten. Unter anderen wurde sie von ihrem Kollegen Ingo Steuer bespitzelt, wie dieser im Film bekennt. Doch niemand, der Informationen über sie weitergab, habe ihr persönlich geschadet, sagt Witt. „Man muss vergessen und Kapitel schließen.“

Von Ildiko Röd

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