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Potsdam Kein Bedarf für drittes Stadion in Potsdam
Lokales Potsdam Kein Bedarf für drittes Stadion in Potsdam
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20:54 13.11.2019
Zwei Stadien gibt es in Potsdam – eines davon am Luftschiffhafen Quelle: Peter Degener
Potsdam

In Potsdam gibt es aus Sicht der Stadt keinen Bedarf für ein drittes Stadion neben den Arena im Luftschiffhafen und dem Babelsberger Karl-Liebknecht-Stadion.

Stadt: Kein Bedarf für eine dritte Arena

„Unter Berücksichtigung des Auslastungsgrades der vorhandenen Sportveranstaltungsstätten, wird der Bedarf eines Stadions für Sportgroßveranstaltungen derzeit nicht gesehen“, teilt die Stadtverwaltung nach mit. Sie hatte nach einer Anfrage des Stadtverordneten Clemens Viehrig (CDU) Bedarf und Auslastung geprüft.

Die Idee des dritten Stadions hatte im September Stephan Goericke, Präsident des Football-Erstligisten Potsdam Royals, ins Spiel gebracht. „Über kurz oder lang braucht es eine dritte wettkampffähige Spielstätte in Stadionform in Potsdam. Luftschiffhafen und Karli werden auf Dauer nicht ausreichen“, hatte Goericke im MAZ-Interview gesagt.

Das Karl-Liebknecht-Stadion in Babelsberg ist das zweite Stadion neben dem Stadion Luftschiffhafen. Quelle: MAZonline

Karl-Liebknecht-Stadion nur zu 59 Prozent ausgelastet

Das Stadion am Luftschiffhafen ist unter der Woche beim Trainingsbetrieb zu 86 Prozent ausgelastet. Bei Veranstaltungen am Wochenende geht die Verwaltung sogar von einer Auslastung von nur 20 Prozent im Mittel der letzten drei Jahre aus.

Im Karl-Liebknecht-Stadion findet kein Trainingsbetrieb unter der Woche statt, um den Rasen zu schonen. Auch im Sommer gibt es Regenerationspausen für den Rasen. Die Spiele von SV Babelsberg 03 und Turbine Potsdam ergäben bei Berücksichtigung von Sommer- und Winterpause eine Stadion-Auslastung von 59 Prozent.

Viehrig will Großfelder statt eines Stadions

„Bei den Auslastungszahlen verwundert es mich schon, dass wir uns am Standort im Luftschiffhafen um Rasenzeiten streiten müssen. Den Zahlen entnehme ich, dass sich weitere Vereine – insbesondere am Wochenende – um Spielzeiten vor Ort bemühen können“, erklärte Clemens Viehrig in Reaktion auf die Antworten auf seine Anfrage. Anstelle eines Stadions fordert er Sportcampusse wettkampffähiger Großfelder in Kombination mit Schulen.

Kein Standort in sicht, selbst wenn es Bedarf gäbe

Daneben stellt sich vor allem die Standortfrage. Wo könnte ein neues Stadion errichtet werden? „Eine Fläche, die den erheblichen räumlichen Anforderungen eines Stadionneubaus einschließlich der notwendigen Nebenanlagen und infrastrukturellen Erfordernisse genügen würde, ist nicht verfügbar“, so die „erste überschlägige Einschätzung“ der Verwaltung.

Zudem komme mit Blick auf die verkehrlichen Auswirkungen einer großen Wettkampfstätte nur ein Standort entlang „leistungsfähiger ÖPNV-Achsen in Betracht“.

Der Stadtsportbund wollte man sich am Mittwoch nicht äußern, sondern die Stellungnahme er Stadt erst intern auswerten. Beim SC Potsdam teilt man die Einschätzung der Verwaltung. „Wir brauchen kein weiteres Stadion, sondern Sportplätze mit einer Rundbahn, ein paar Zuschauerplätzen und einem Funktionsgebäude, ähnlich wie unsere Anlage im Kirchsteigfeld. Gerade im Norden fehlt so etwas“, sagte Peter Rieger, Vorstandschef des SC Potsdam, am Mittwoch der MAZ.

Selbst wettkampffähige Großfelder sind schwer zu realisieren

Doch selbst das ist in Potsdam kaum zu realisieren. Die Verwaltung schreibt selbst, dass sie bereits bei der Planung eines einzigen wettkampftauglichen Großspielfeldes „vor dem Hintergrund der baulich zunehmend verdichteten Sozialräume Potsdams und dem Mangel an geeigneten Flächen vor eine große Herausforderung“ gestellt sei.

So ist etwa völlig offen, ob die von der Stadtpolitik gewünschten Großfelder am geplanten Schulcampus Waldstadt Süd überhaupt gebaut werden können, da sie in einem Landschaftsschutzgebiet errichtet werden sollen.

Früher hatte Potsdam sogar drei Stadien

Das Ernst-Thälmann-Stadion im Lustgarten im Jahr 1994. Es wurde 1999 abgerissen. Quelle: MAZ-Archiv/Peter Sengpiehl

Bis zum Jahr 1999 hatte Potsdam sogar drei Stadien. Das Ernst-Thälmann-Stadion im Lustgarten war zu DDR-Zeiten errichtet, aber zugunsten der Neugestaltung des Lustgartens für die Bundesgartenschau abgerissen worden.

>>>Royals-Präsident Goericke: „Football im Karli fände ich spannend“

Von Peter Degener

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