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Potsdam Kein Stadtwerkefest, erste Hotelpleite – das war der Coronatag in Potsdam
Lokales Potsdam Kein Stadtwerkefest, erste Hotelpleite – das war der Coronatag in Potsdam
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22:09 29.05.2020
Saison-Auftak im Waldbad Templin: Carla (33) aus Brasilien genoss in ihrem Corona-Semester das Wasser im Strandbad. Sie studiert Literaturwissenschaften.
Saison-Auftak im Waldbad Templin: Carla (33) aus Brasilien genoss in ihrem Corona-Semester das Wasser im Strandbad. Sie studiert Literaturwissenschaften. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Auch am Freitag hat die Landeshauptstadt Potsdam keine neuen Corona-Fälle zu verzeichnen. Damit ist die Zahl der mit Covid-19 Infizierten seit einer Woche nicht gestiegen. Nach Angaben der Stadt sind derzeit 632 Menschen mit dem Virus infiziert. 484 Potsdamer gelten als genesen.Gerade werden demnach sieben mit dem Coronavirus Infizierte im Krankenhaus behandelt, alle davon im Klinikum „Ernst von Bergmann“. Zwei davon befinden sich auf der Intensivstation, ein Corona-Patient muss beatmet werden.

Tarifliche Bezahlung am Klinikum kommt möglicherweise erst rückwirkend

Die Geschäftsführung des Klinikums Ernst von Bergmann ist offenkundig nicht bereit, die Mitarbeiter des Hauses ab Juni nach Tarif zu bezahlen. Die Stadtverordneten hatten Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) Anfang Mai mit großer Mehrheit beauftragt, die Zahlung nach Tarif zunächst für die Unternehmen der Klinikumsgruppe anzuweisen, in denen die Stadt alleinige Gesellschafterin ist.Über das Intranet des Unternehmens informierten die Interims-Geschäftsführer Tim Steckel und Hans-Ulrich Schmidt die Mitarbeiter am Donnerstag allerdings darüber, dass im Juni noch nicht nach Tarif gezahlt wird. In der Mitteilung heißt es zwar: „Wir garantieren Ihnen den 1. Juni 2020 als Tag einer Anpassung – notfalls rückwirkend!“ Doch dann folgt zur Erläuterung: „Sobald die Umsetzung klar definiert ist – und sich sofern für Sie aufgrund der Anpassung ein höheres Entgelt ergibt, werden wir ihre Vergütung rückwirkend zum 1. Juni anpassen.“

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Auch das Stadtwerkefest 2020 fällt aus

Die gestrige Entscheidung des Landes Brandenburg zur Absage des Bürgerfestes im Rahmen der Feiern zum Tag der deutschen Einheit in Potsdam hat jetzt auch Konsequenzen für das geplante Stadtwerkefest. „Wir bedauern sehr, gerade das Jubiläumsstadtwerkefest zum 20. Geburtstag absagen zu müssen, das zu einem Bürgerfest zu 30 Jahren Wiedervereinigung gut gepasst hätte “, sagt Sophia Eltrop, Geschäftsführerin der Stadtwerke Potsdam.

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Spende für St.-Josefs-Mitarbeiter

Mit einer Spende in der Höhe von 21.000 Euro will eine Privatinitiative die Mitarbeiter des Alexianer St. Josefs-Krankenhauses in Potsdam unterstützen. Zu der Initiative gehören die Immobilienfirmen Asenticon, Reggeborgh und KW-Development, der Energienetzbetreiber E.Dis sowie der Verein Pro Brandenburg. Die Spende soll in den kommenden Wochen in eine kostenlose und hochwertige Mittagsverpflegung der Krankenhausmitarbeiter fließen, wie aus einer Pressemitteilung der Initiative von Freitag hervorgeht.

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In Coronazeiten im Hospiz

Am Ende seiner Tage lag der Verstorbene auf seinem Bett und er sah aus, als würde er jeden Moment zu einer Wanderung aufbrechen – zu schattigen Waldwegen oder zu einer Bank an einem schönen Aussichtsplatz. Der Mann trug seine Wanderhosen; in der Hand hielt er seine geliebte Tabakspfeife, die ihm das Rasten zusätzlich versüßt hatte. Bereit zum Gehen.„Das Letzte, was wir unseren Gästen Gutes tun können, ist, dass wir ihnen ihre Lieblingssachen anziehen“, sagt Christiane Fittkau, die schon seit Jahren als Krankenschwester im Evangelischen Hospiz Potsdam arbeitet. Gäste – so werden im 2012 eröffneten Hospiz die Bewohner genannt. Nicht „Patienten“ und noch weniger „Patienten im Endstadium“. Acht Betten sind im Hospiz; jedes in einem Einzelzimmer. Sieben der Betten sind momentan belegt. Im Flur ist eine „Sternenwand“. Für jeden Gast, der innerhalb eines Jahres verstorben ist, klebt dort ein gebastelter Stern.

Den Rest der schön geschriebenen Reportage lesen Sie hier

Erstes Coronaopfer unter Potsdamer Hotels

Das erste Hotel in Potsdam muss wegen der Corona-Krise aufgeben. Das Hotel am Großen Waisenhaus in der Potsdamer Lindenstraße wird Ende Mai seinen Betrieb schließen. In Folge der Corona-Pandemie und der damit verbundenen dramatischen Einnahmeausfälle öffne man das Haus nach dem 1. Juni nicht mehr, teilt der Betreiber am Freitagvormittag mit, die Dienstleistungs- und Beherbergungsbetrieb der Stiftung Großes Waisenhaus zu Potsdam GmbH. Das Hotel am Großen Waisenhaus eröffnete im April 2011 und erzielte mit einer Kapazität von 34 Zimmern nach eigenen Angaben stets eine gute Auslastung und positive Jahresergebnisse.

Wie es in anderen Häusern aussieht, steht hier

Festgesetzt in der Pandemie

Pia Fernahl ist wieder in Potsdam. Die 27-jährige Mitarbeiterin der MAZ gehörte zu den Deutschen, die wegen des weltweiten Corona-Shutdowns im Ausland bleiben mussten, weil sie zunächst keine Chance zur Heimreise hatten.Fernahl hatte ihre Mutter in Panama besucht, als sich Mitte März die Grenzen schlossen. Mehrere Versuche eines Heimflugs schlugen fehl. Am 11. Mai war sie schon auf dem Flugplatz, musste dann aber am Boden bleiben, weil nur jeder zweite Sitzplatz genutzt werden durfte. Die Heimkehr über Paris und gelang ihr schließlich Mitte Mai.

Nicht jeder Potsdamer ist schon wieder zuhause – siehe hier

Schule nach der Heimbeschulung

Seit Montag ist Schule wieder möglich, und nötig ist sie auch, denn Home-Schooling allein macht den Unterricht nicht wett. Das Bildungsministerium hat für die verschiedenen Schultypen verschiedene Modelle vorgegeben, doch die Schulen selbst gehen eigene Wege. Die MAZ hörte sich an einigen Einrichtungen in Potsdam um. Die katholische Marienschule in Babelsberg war am 11. März die erste, die den Betrieb einstellen musste; es hatte in der Elternschaft einen Corona-Fall gegeben. Einige Eltern und Lehrer mussten in Quarantäne. Am 15. März hob man die Schließung auf und stellte für den 16. und 17. auf einen freiwilligen Schulbesuch um. Es kam kaum jemand, und am 18. März schloss das Land dann alle Schulen.

Wie es an anderen Schulen aussieht, steht hier

Von MAZonline/bos