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Potsdam Kein neuer Schießplatz im Potsdamer Norden
Lokales Potsdam Kein neuer Schießplatz im Potsdamer Norden
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00:31 09.03.2015
Der ehemalige Kontrollturm der „Roten Armee“ in der Döberitzer Heide. Quelle: Nestor Bachmann
Krampnitz

In der Döberitzer Heide wird keine Sammelstandortschießanlage entstehen. Das teilte am Freitag überraschend die Bundeswehr mit. Es werde nur der normale Übungsbetrieb auf dem Standortübungsplatz fortgesetzt. Hintergrund dieser Entscheidung ist nach Angaben des Kommandos Territoriale Aufgaben der Bundeswehr, dass das das Verteidigungsministerium „bei einer erneuten Gesamtbetrachtung aller Umstände in diesem besonderen Einzelfall zum Schluss gekommen ist, dass ein Festhalten an den Planungen von März 2013 nicht angemessen wäre“. Der Bedarf der Bundeswehr an einer zeitgemäßen und den Anforderungen genügenden Schießausbildung in der Region bleibe jedoch bestehen. Die Bundeswehr will jetzt prüfen, inwieweit die bereits vorhandenen Schießanlagen im Großraum Berlin „optimiert“ werden können. Die Bundeswehr versicherte, bei diesen Planungen werden „die Länder und Kommunen selbstverständlich frühzeitig eingebunden“.

Bürgerproteste zeigen Wirkung

Die neue Schießanlage war in der Nähe des ehemaligen Kasernengeländes von Krampnitz geplant, wo ein neues Wohngebiet für rund 4000 Menschen entsteht. Deshalb gab es kurz nach Bekanntwerden der Pläne Anfang dieses Jahres Proteste. Am 14. Februar fand auf dem Parkplatz am Eingang der Heinz-Sielmann-Stiftung, die in der Döberitzer Heide eine Naturlandschaft, unter anderem mit Wisenten und Przewalski-Pferden, betreibt, eine Demonstration statt.

Das Engagement der Bürger habe sich gelohnt, sagte der Linken-Bundestagsabgeordnete Norbert Müller. Er verwies darauf, dass seine Partei das „intransparente Agieren der Bundeswehr“ aufgedeckt habe. Der unnötige Schießplatz sei gemeinsam verhindert worden. Andreas Menzel von der Bürgerinitiative Freie Groß Glienicker Heide erklärte denn auch: „Den Linken aus Potsdam sei Dank.“ Erleichterung auch bei den anderen Parteien: Katherina Reiche, Bundestagsabgeordnete der CDU, sagte: „Ich bin sehr froh, dass die Pläne der Schießanlage vom Tisch sind.“ Reiches SPD-Kollegin Andrea Wicklein erklärte: „Die Menschen können jetzt aufatmen.“ Sehr zufrieden zeigte sich auch Michael Beier, Geschäftsführender Vorstand der Sielmann-Stiftung: „Ich freue mich, dass damit die Bundeswehr unser Engagement für den Arten- und Naturschutz anerkennt. Und es zeigt, dass es sich in Brandenburg noch lohnt, für eine Sache zu kämpfen.“

Truppen in der Döberitzer Heide

Die erste militärische Nutzung des Geländes um das Dorf Döberitz wurde 1713 unter Friedrich Wilhelm I. aufgezeichnet. Im September 1753 folgte unter Friedrich II. dort ein erstes Großmanöver mit 44.000 Soldaten.

Das Areal war bis 1896 bewaldet und wurde bis 1992 als Manöverareal genutzt. Truppenübungsplatz wurde es erst 1895 unter Kaiser Wilhelm II. Es war das Übungsgelände für die Garderegimenter des Kaisers.

In der Nacht zum 13. März 1920 marschierte die Freikorps-Brigade Ehrhardt von hier nach Berlin und besetzte im Kapp-Putsch die Stadt.

Auch während des Zweiten Weltkrieges wurde der Truppenübungsplatz weiter ausgebaut.

1947 übernahm die Rote Armee das Areal. Bis zu 20.000 Soldaten waren dort untergebracht.

1992 endete die militärische Nutzung mit dem Abzug der Truppen. Seit 1996 nutzt die Bundeswehr (Garnisonen Berlin-Spandau und Potsdam) im Süden einen etwa 600 Hektar großen Teil des Geländes als Standortübungsplatz für Kraftfahrzeuge.

Die Bundeswehr hatte geplant, auf dem Standortübungsplatz in der Döberitzer Heide eine Sammelstandortschießanlage mit fünf Lang- (250 Meter) und sechs Kurzschießständen (25 Meter) zu errichten.

Soldaten aus Berlin und Brandenburg sollten auf dem Gelände mit Pistolen, Maschinenpistolen und Gewehren üben. Als geplanter Baubeginn für den Schießplatz war Ende 2017, die Fertigstellung im Jahr 2021 vorgesehen.

Von Stephan Laude

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