Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Kindesentführer aus Potsdam ist wegen Sexualdelikten vorbestraft
Lokales Potsdam Kindesentführer aus Potsdam ist wegen Sexualdelikten vorbestraft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:21 01.06.2019
Kripobeamte im Einatz bei einer Wohnungsdurchsuchung eines Tatverdächtigen Bewohners im Hertha-Thiele-Weg in Drewitz. Gegen den Verdächtigen wird wegen Freiheitsberaubung eines sechs Jahre alten Mädchens ermittelt Foto:Bernd Gartenschläger Quelle: Bernd Gartenschläger
Anzeige
Drewitz

 Der Mann, der am Samstag vor dem Porta-Möbelhaus in Drewitz ein sechsjähriges Mädchen entführt und dann in seiner Wohnung missbraucht haben soll, ist einschlägig vorbestraft. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Potsdam am Mittwoch der Märkischen Allgemeinen Zeitung.

Ob er sich bislang an Erwachsenen oder Kindern vergangen hat, konnte Dobrina Dubrau als stellvertretende Sprecherin der Staatsanwaltschaft Potsdam aber nicht sagen.

Anzeige

Entführung nur wenige hundert Meter vom Wohnort

Die bisherigen Taten des Mannes liegen laut Dubrau „sehr sehr lange zurück“. Das könnte den Umstand erklären, dass die Polizei den Mann bei der Rasterfahndung nicht auf dem Schirm hatte. Auch ist die Entführung einige hundert Meter vom Wohnort des Täters und des Opfers passiert. Bis zur Entdeckung des Mädchens hatte man keinen konkreten Hinweis auf eine Entführung und den mutmaßlichen Missbrauch.

Dubrau dementierte Medienberichte, wonach Täter und Opfer sich gekannt haben. „Dafür gibt es keinerlei Anhaltspunkte“, sagte sie. Von irgendeiner Art Beziehung könne derzeit keine Rede sein. „Es ist aber natürlich möglich, dass sie sich schon mal gesehen haben.“ Immerhin lebt der Mann nur zwei Hausaufgänge entfernt von dem Mädchen, das er am Samstag vor dem Möbelhaus angesprochen und bewogen haben muss, mit ihm zu kommen.

Täterbeschreibung führte zur Wohnung des Beschuldigten

Sie hatte einen Fahrstuhl früher nach unten genommen als ihr Vater und ihre Geschwister und war plötzlich verschwunden. 22 Stunden später fand man sie weinend auf einem Gehweg; sie hatte offenbar den Alkoholrausch des Mannes ausgenutzt, die Wohnung zu verlassen.

Ihre Täterbeschreibung führte die Ermittler zur Wohnung, wo der Mann seinen Rausch ausschlief. Dem Verteidiger des Mannes zufolge schweigt der Beschuldigte noch immer zu den Vorwürfen. Das Mädchen soll gesagt haben, sie sei geklaut worden, doch konnte Dubrau das nicht bestätigen.

Ob die in der Wohnung gefundenen Blutspuren mit dem vermuteten Missbrauch zu tun haben oder älteren Ursprings sind, wird noch untersucht. Der Mann lebte als Alkoholiker in einer verwahrlosten Wohnung. Gegen den 58-jährigen Potsdamer wird wegen des Verdachts des schweren sexuellen Missbrauchs und der Freiheitsberaubung der Sechsjährigen ermittelt. Er sitzt in Untersuchungshaft.

Von Rainer Schüler