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Potsdam Warnung von Klimaforscher: „Nicht mehr zu beherrschende Erderwärmung“
Lokales Potsdam

Klimaforscher Ottmar Edenhofer warnt vor einer drastischeren Erderwärmung als bislang befürchtet

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12:59 30.10.2021
Der Klimaforscher Ottmar Edenhofer warnt vor einer drastischeren Erderwärmung als bislang befürchtet.
Der Klimaforscher Ottmar Edenhofer warnt vor einer drastischeren Erderwärmung als bislang befürchtet. Quelle: Oliver Brandt
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Potsdam/Osnabrück

Vor der am Sonntag startenden UN-Klimakonferenz im schottischen Glasgow hat Klimaforscher Ottmar Edenhofer vor einer weit drastischeren Erderwärmung als bislang befürchtet gewarnt. „Die Emissionen steigen weiter jedes Jahr - und zwar dramatisch“, sagte der Direktor des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag). Die aktuelle Gaspreis-Krise beschere der Kohle ein unheilvolles Comeback. „Wir steuern nicht auf 2,7 Grad zu, sondern auf vier Grad, und damit auf eine nicht mehr zu beherrschende Erderwärmung“, sagte Edenhofer.

Der Forscher reagierte auf die 2,7-Grad-Prognose des UN-Klimasekretariats. Diese sei fraglich, denn bei 2,7 Grad bleibe es nur, wenn alle Länder ihre freiwilligen Verpflichtungen einhielten. „Danach sieht es gerade aber überhaupt nicht aus“, unterstrich Edenhofer. Auf dem Pariser Klimagipfel vor sechs Jahren hatte sich die Staatengemeinschaft dem Ziel verpflichtet, die Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen.

„Wir haben schon vor fünf Jahren auf die Renaissance der Kohle hingewiesen, das wollte die Politik nicht hören - jetzt stecken wir mittendrin“, sagte Edenhofer. Trotzdem sei es noch nicht zu spät. Ein umfassender, globaler Kohleausstieg könne es ermöglichen, die 1,5 Grad-Grenze noch einzuhalten: „Ohne baldigen Kohleausstieg wird sich die 1,5-Grad-Tür für immer schließen.“

UN-Klimagipfel im Glasgow beginnt am Sonntag

Trotz der düsteren Analyse stehen Edenhofer zufolge die Chancen für eine Dreier-Initiative von Europäischer Union (EU), USA und China „gar nicht so schlecht“.

Der UN-Klimagipfel im schottischen Glasgow beginnt am Sonntag. Zwei Wochen lang werden Delegierte aus mehr als 190 Ländern über die weitere Umsetzung des Pariser Klimaabkommens beraten, das die Erderwärmung auf möglichst 1,5 Grad begrenzen soll.

Von MAZonline/epd