Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Debatte um Reformbedarf im Rathaus
Lokales Potsdam Debatte um Reformbedarf im Rathaus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:12 23.08.2018
Janny Armbruster (Grüne) findet das Timing von Schuberts Vorschlag „unredlich“. Quelle: Friedrich Bungert
Anzeige
Potsdam

Die von SPD-Oberbürgermeisterkandidat Mike Schubert geplante Zusammenführung der Fachbereiche Jugend und Bildung im Geschäftsbereich von Dezernentin Noosha Aubel (parteilos) stößt bei den Mitbewerbern auf ein kontroverses Echo. „Ich finde es unredlich, vier Wochen vor der Wahl eine Verwaltungsreform in diesem Umfang anzukündigen“, sagte Janny Armbruster (Grüne). Als Beigeordneter für Jugend und Soziales sei der SPD-Kandidat „nicht durch Reformwillen aufgefallen“, so die Kandidatin der Grünen: „Veränderungen auch in der Rathausführung“ stünden allerdings „dringend an“.

Die von Schubert angekündigte Zusammenlegung der Bereiche Jugend, Bildung und Sport sei „in Städten der Größenordnung von Potsdam bereits landauf landab anzutreffen“, sagte Martina Trauth (Linke): „Sie entspricht im Übrigen einer schon lange von der Linken geforderten und bisher vom Oberbürgermeister immer verhinderten Struktur.“ Ein neuer Geschäftsbereichszuschnitt sei zudem „alles andere als ein Allheilmittel für die immer stärker hervortretenden Probleme in diesen Arbeitsfeldern“, so die Linken-Kandidatin.

Anzeige

„Ich bin angenehm überrascht, dass im Rathaus endlich die Idee zu wachsen scheint, die fachbereichsübergreifende Arbeit zu forcieren“, sagte Dennis Hohloch (AfD). Allein die Bündelung in Aubels Geschäftsbereich werde jedoch „nicht zu diesem Ziel führen“, so der AfD-Kandidat: „Weitere Aufblähungen einer Verwaltungseinheit unter der immer noch selben Führungsspitze führen selten zur Steigerung der Effizienz.“

Lutz Boede (Wählergruppe Die Andere) sagte: „Die Zusammenlegung von Jugend und Schule finde ich sinnvoll.“ Er lehne allerdings „eine Auflösung oder Aushöhlung des Kulturamtes ab“. Wie berichtet, hat der SPD-Kandidat in seinem Wahlprogramm eine Vermarktung von Kultureinrichtungen, Veranstaltungen und Zentren wie der Schiffbauergasse durch die Potsdam Marketing und Servicegesellschaft (PMSG) angekündigt, die neben der Biosphäre bereits für die touristische Vermarktung der Stadt zuständig ist.

Eine Umschichtung finanzieller Mittel aus dem Kulturbereich wäre mit dieser Umverteilung von Aufgaben aber nicht verbunden, versicherte der SPD-Kandidat am Donnerstag: „Dafür braucht es zusätzliche finanzielle Mittel, sonst geht es nicht.“ Widerspruch kam von Grünen-Kandidatin Armbruster: „Kultur- in das Stadtmarketing zu verlagern, halte ich für einen Fehler.“

Von Volker Oelschläger