Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Kopf ab: Abriss der Nutheschlange bekommt keinen Aufschub
Lokales Potsdam Kopf ab: Abriss der Nutheschlange bekommt keinen Aufschub
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:11 30.08.2019
Der Kopf der Nutheschlange in Potsdam bekommt einen Abrissaufschub. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Am Donnerstagabend scheiterte die Wählergruppe DieAndere im Ausschuss für Klima, Umwelt und Mobilität mit einem Antrag für den Aufschub des Abrisses des Kopfes der Nutheschlange. „Es geht um die Prüfung der Gesamtwirtschaftlichkeit und die Klimafolgen des Abrisses“, erklärte Anja Laabs (DieAndere). Schon am Dienstag ist ein ähnlicher Antrag im Bauausschuss abgelehnt worden.

Anja Laabs ging es bei dem Antrag nicht um die Frage, ob der Kopf abgerissen werden soll, sondern um eine unabhängige Prüfung der Mängel und Folgen. „Es gibt unterschiedliche Meinungen über die Baumängel. Wir wollen auch Zeit um die Anwohner in die Überlegungen einzubinden“, sagte sie und verwies auf eine Bürgerinitiative für den Erhalt des Gebäudes mit 700 Unterschriften.

Gravierende Mängel

Petra Runge, Hochbauleiterin der Pro Potsdam, verwies auf die zahlreichen Mängel an dem Gebäude. Es seien Abwasserrohre falsch verlegt, der Brandschutz sei nicht eingehalten, die Statik der Ziegelfassade sei auch nicht gewährleistet und technisch sei das Gebäude schon bei der Errichtung veraltet gewesen. „Man fragt sich, wie das möglich war. Es war ein kollektives Versagen, dessen Erben wir alle nun sind“, sagt sie.

Bei der Begehung der Nutheschlange waren die Baumängel sichtbar. Hier der Blick aus einer Wohnung durch die Hausfassade. Quelle: Friedrich Bungert

Lesen Sie auch den Bericht über den Zustand der Nutheschlange: Pro Potsdam präsentiert bei Ortstermin Baumängel

Die Pro Potsdam hat auch die Schmetterlingshäuser der Nutheschlange aufwendig und erfolgreich saniert. Dieses Konzept sei aber wegen der Schwere der Baumängel nicht auf den Kopf der Schlange übertragbar. Eine Sanierung sei unwirtschaftlich.

Es droht ein Urheberrechtsstreit

Die Sanierung sei allerdings auch nicht möglich ohne das Äußere des Gebäudes zu verändern, was zu einer Urheberrechtsverletzung führen würde. Der Architekt Hinrich Baller kündigte schon vor Monaten an, dass er sein Recht einfordern würde, um das Gebäude vor dem Abriss zu retten. Baller wird vom Architektenbund unterstützt.

„Die Immobilie ist nicht bewohnbar und auch nicht sanierbar“, fasst Baudezernent Bernd Rubelt (parteilos) zusammen. Deswegen stünde man in Kontakt mit dem Architekten und versuche sich zu einigen. Es seien auch Vergleichsrechnungen gemacht worden.

Verhandlungen mit dem Architekten

Alternativ hatte Baller sich auch bereit erklärt, die Sanierung im Auftrag der Stadt selbst zu planen. Ausschussmitglied Fabian Twerdy (Bündnis90/Die Grünen) kommentiert das ablehnend: „Den Architekten weiter einzubringen, ist nicht mein erster Gedanke.“ Auch im Bauausschuss waren einige Mitglieder gegen diese Idee.

Ein für Anfang September geplantes Gespräch zwischen der Stadt Potsdam und dem Architekten soll neue Klarheit in die Verhandlungen bringen. Baller sei bereit zu einem Gespräch, sagte Runge.

Von Jan Russezki

Ein Stadtplan der historischen Potsdamer Innenstadt aus der Vogelperspektive sorgte zur 1000-Jahrfeier 1993 für Aufsehen. Nun hat sich der Schöpfer des Werks beim Verein Kulturstadt Potsdam gemeldet und die Geschichte dazu erzählt.

29.08.2019

Die Kirche von Marquardt scheint dem Betrachter kein Sorgenfall zu sein, doch in ihrem Inneren frisst sich der Holzwurm durch das Gebälk und Gestühl. Deshalb wird das Gebäude jetzt von innen begast.

29.08.2019

Damit die Müllkosten nicht aus dem Ruder laufen, denkt man im Rathaus nicht nur über einen zweiten Standort der Stadtentsorgung im Norden nach. Auch ein Zweckverband mit den Nachbarkommunen für die immer teurer werdende Restmüllverwertung steht im Raum.

29.08.2019