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Potsdam Kopfbau der Nutheschlange: Abriss kommt
Lokales Potsdam Kopfbau der Nutheschlange: Abriss kommt
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23:07 28.08.2019
Die Nutheschlange. Quelle: Friedrich Bungert
Zentrum-Ost

Der geplante Abriss und Neubau des Kopfbaus der Nutheschlange durch die Pro Potsdam hat im Bauausschuss am Dienstag für heiße Diskussionen gesorgt. Abrissgegner und Bewahrer der außergewöhnlichen Architektur contra besorgte Hauseigentümer, die das Gebäude mittelfristig sogar als Gefahr einschätzen. Grund: die Statik der Außenwände sei nicht gewährleistet, sagte Petra Runge, die bei der kommunalen Immobilienholding für Neubauten zuständig ist, vor den Stadtverordneten. Überhaupt: „Es gibt kein Bauteil, das nicht mängelbehaftet ist“, sagte Runge. Sollte man sanieren wollen, müsste das gesamte Gebäude bis auf den Rohbau zurückgebaut werden. Dies wiederum würde bedeuten, dass sowohl die Dicke der Wände als auch die Grundrisse verändert werden müssten – was eine Verletzung des Urheberrechts von Architekt Hinrich Baller darstellen könnte.

Droht Rechtsstreit mit dem Architekten?

Erstmals bezifferte die Pro Potsdam am Dienstag auch die Verluste, die bei einer Sanierung des Hauses entstehen würden: „Rund 1,34 Millionen Euro“, sagte Pro-Potsdam-Chef Bert Nicke. Die Immobilienholding will baldmöglichst abreißen und neubauen – vorausgesetzt, es kommt zu keinem Rechtsstreit mit dem Architekten. Dies könnte die Pläne um zumindest ein weiteres Jahr verzögern, so Nicke. Im Falle eines Neubaus habe man Baller allerdings angeboten, entweder als Jurymitglied oder als Wettbewerbsteilnehmer an den Planungen mitzuwirken.

Ein Plan, der bei einigen Stadtverordneten auf Unverständnis stieß. Aufgrund der Schilderungen der eklatanten Mängel, die Ballers Bau offenbar auszeichnen, sei eine erneute Einbeziehung des Architekten nicht nachvollziehbar, erklärte Ralf Jäkel (Linke): „Von so jemandem würde ich keinen Kugelschreiber mehr annehmen.“

Steffen Pfrogner (Die Andere) teilte hingegen gegen die Pro Potsdam aus: Diese habe mit der Abnahme des Baus auch die Verantwortung übernommen. Pfrogners Fraktion hatte ein Moratorium für den Abriss des Gebäudes gefordert. Eine Forderung, die laut Stadtplanungschef Andreas Goetzmann jedoch ins Leere läuft: Die Stadt habe hier als Ordnungsbehörde keine Zuständigkeit, erklärte er.

Bund Deutscher Architekten kämpft für Erhalt

Auch die anderen Stadtverordneten lehnten den Antrag ab, obwohl Norbert John vom Bund Deutscher Architekten zuvor eindringlich für den Erhalt des Gebäudes geworben hatte: „Wir halten es für ein Gesamtkunstwerk. Und es ist ein ökologisches Projekt, gerade vor dem Hintergrund des ausgerufenen Klimanotstandes. So ein Projekt reißt man nicht ab.“ Er verwies zudem auf die hohe Wohnzufriedenheit der Mieter.

Da in der Nutheschlange derzeit 195 Stellplätze sind, die auch Anwohner aus dem Quartier versorgen, sicherte Nicke zu: „Denjenigen, die dort früher Garagen genutzt haben, werden auch künftig einen Stellplatz anmieten können.“

Von Ildiko Röd

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