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Potsdam Kramer: Garnisonkirche „negativ-symbolträchtig“
Lokales Potsdam Kramer: Garnisonkirche „negativ-symbolträchtig“
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21:00 25.03.2013
Potsdam

Damit spielt Kramer auf die Reichstagseröffnung in der Garnisonkirche am 21. März 1933 an, den zeremoniellen Auftakt der Nazi-Herrschaft.

Was das Gedenken an das Schicksal jüdischer Mitbürger betrifft, bekommt die Landeshauptstadt vom einflussreichen Zentralrat der Juden kein gutes Zeugnis ausgestellt. In seiner Stellungnahme redet Kramer Klartext: „Jüdische Aspekte werden zu selten angesprochen. Bürgerschaftliche Gruppen und Institutionen wie der Zentralrat sind zu selten oder auch gar nicht gefragt worden oder hier einbezogen worden.“ Dies passiere vor einem Hintergrund, wo an andere Ereignisse und Persönlichkeiten vielfältig mit Museen und Gedenkstätten erinnert wird.

Kramer attestiert der Stadt „ziemliche Einseitigkeit“: „Die Ursachen und Wirkungen des Nationalsozialismus werden höchstens relativ abgeschwächt im Verhältnis zur preußisch-königlichen Geschichte und der Zeit nach 1945 thematisiert. Allein auf eine solch stark besuchte Einrichtung zu rekurrieren wie das Museum Cecilienhof zum Potsdamer Abkommen, erscheint zu stark auf den Tourismus zugeschnitten.“ Die Erinnerung an die frühere Jüdische Gemeinde würde sich auf den Gedenkort der ehemaligen Synagoge und den jüdischen Friedhof mit der Trauerhalle beschränken sowie auf eine Anzahl von Stolpersteinen für individuelle Opfer. In seiner Analyse benennt Kramer die Schwachstellen: „So bedeutsam das alljährliche ritualisierte Gedenken zur Erinnerung an das reichsweite Pogrom in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 auch ist, es mangelt entschieden an Kenntnissen der historischen Entstehungsbedingungen und den Zusammenhängen mit den folgenden Menschheitsverbrechen. Potsdam war nicht nur am ,Tag von Potsdam’ eine herausragende Stadt der nationalsozialistischen Verhetzung und des Terrors.“ Bei der Gedenkstätte Lindenstraße prangert Kramer „bis dato bewusst verzögerte Schwerpunkte wie zum Beispiel zum Thema Erbgesundheitsgericht oder zur Verfolgung der so genannten ,Rasseschänder’“ an.

Viel Zukunftspotenzial bescheinigt der Generalsekretär des Zentralrats dem Moses-Mendelssohn-Zentrum, dem Einstein Forum und dem Abraham-Geiger-Institut: Diese „verweisen auf die Herausbildung einer weit überregional wirksamen Infrastruktur, die für die jüdische Wissenschafts- und Gemeindeentwicklung in der Bundesrepublik künftig noch deutlich wahrnehmbarer ausstrahlen sollten. Eine diesbezügliche ,Kiezatmosphäre’ in Potsdam wäre dem zuträglich.“

Der Direktor der Abraham-Geiger-Kollegs, Rabbiner Walter Homolka, hatte sich übrigens jüngst auch zum Thema Gedenken und Garnisonkirche geäußert und ganz andere Schlüsse als Kramer gezogen. Das Gotteshaus stehe für weit mehr als den „Tag von Potsdam“, etwa auch für NS-Widerstand innerhalb der Gemeinde, betonte Homolka im MAZ-Gespräch. (Von Ildiko Röd)

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