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Potsdam Knochenmarkspender für Carlos gesucht
Lokales Potsdam Knochenmarkspender für Carlos gesucht
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14:08 28.10.2014
Carlos ist zwei und schwer krank. Gerade kämpft er im Krankenhaus gegen die Leukämie. Quelle: Tina Müller
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Potsdam

Carlos hat noch viel vor: Er muss schwimmen lernen, eine viel zu große Zuckertüte tragen, vom Fahrrad fallen, heimlich hinter der Turnhalle knutschen, zu spät nach Hause kommen und seine Eltern auf die Palme bringen. Eigentlich hat Carlos noch genug Zeit dafür, denn er ist erst zwei Jahre alt. Aber Carlos hat Leukämie und sucht dringend einen Knochenmarkspender.

Soap-Stars helfen dem krebskranken Zweijährigen

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Carlos Eltern arbeiten in Potsdam bei der TV-Produktionsfirma Ufa-Serial-Drama, die unter anderem "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" herausbringt. Um möglichst viele potentielle Spender für den süßen Knirps zu gewinnen und auch anderen Leukämiepatienten zu helfen, veranstaltet die Ufa mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) und dem Filmpark Babelsberg am Sonntag, 9. November, eine Registrierungsaktion in der Metropolishalle. Von 11 bis 16 Uhr wird dann Carlos’ genetischer Zwilling gesucht. Die Familie hofft auf ein kleines Wunder – so wie es bereits der kleinen Ella aus Barsdorf (Oberhavel) gelungen ist. Auch für die Einjährige wurde ein Stammzellenspender gesucht. Bei einer Typisierungsaktion in Fürstenberg hatten sich Mitte Oktober mehr als 1000 Menschen registrieren lassen. Am Montagabend dann die gute Nachricht: Ella hat einen Spender gefunden.

Carlos mit seinem Vater Jay. Quelle: Privat

So können Sie Carlos helfen

  • Dringend gesucht sind für die Typisierungsaktion am 9. November helfende Hände. Ärzte und anderes zur Blutabnahme befähigtes Personal sowie Freiwillige, die den Papierkram erledigen wollen, melden sich per E-Mail an: carlos@ufa.de
  • Geldspenden sind nötig, um die Laborkosten bezahlen zu können. Die DKMS hat folgendes Spendenkonto eingerichtet: Berliner Bank, IBAN DE28100708480151231817, BIC DEUTDEDB110, Verwendungszweck: VIL 030.
  • Bei einer SMS-Aktion besteht die Möglichkeit, bis 15. November einen Betrag von 5 Euro zu spenden. Dafür genügt eine SMS mit DKMS AKTION1 an die 81190. Von den abgebuchten 5 Euro gehen 4,83 Euro an die DKMS.
  • Registrieren lassen kann sich jeder auch ganz einfach auf der Webseite der DKMS: www.dkms.de

Wer helfen möchte, muss nur einen kleinen Pikser über sich ergehen lassen. Fünf Milliliter Blut – etwa ein Teelöffelchen – genügen, um herauszufinden, wer zu Carlos oder einem anderen Patienten passt. Helfen kann man aber auch anders, so werden für die Blutabnahme Ärzte und Plfege- und Rettungsdienstmitarbeiter gesucht; außerdem Freiwillige für die Datenerfassung. Neben helfenden Händen ist die DKMS auch auf Geldspenden angewiesen, denn für jede einzelne Registrierung fallen Laborkosten von 50 Euro an, die von den Krankenkassen nicht übernommen werden.

Von Nadine Fabian

Carlos kämpft wie ein großer Löwe

Carlos’ Mutter Susanne N. über einen Tag im August, an dem eine Welt zerbrach, und den Mut, von der Zukunft zu träumen.

MAZ: Wie würdet Ihr Euren kleinen Sohn beschreiben?
Susanne: Carlos ist unser Sonnenschein. Er ist ein unglaublich freundliches, aufgeschlossenes und glückliches Kind. Er bringt unsere Welt zum Strahlen.

Wie und wann habt Ihr von der Krankheit eures Sohnes erfahren?
Susanne: Carlos hatte kurz vor unserem geplanten Urlaub drei Tage lang hohes Fieber und unsere Kinderärztin hat – Gott sei Dank – sehr schnell ein Blutbild angefordert. Am nächsten Tag hat sie uns sofort in die Charité geschickt, da das Blutbild auffällig war. Dort haben wir dann am 7. August die Diagnose bekommen.

Wie seid Ihr mit der Diagnose umgegangen?
Susanne: Für uns ist eine Welt zusammengebrochen. Auf einmal war nichts mehr, wie es mal war. Die ersten Tage nach der Diagnose haben wir nur funktioniert, aber nur schwer realisieren können. Wir haben uns relativ schnell auf unseren kleinen Carlos besonnen und gemerkt, dass wir alle zusammen gegen die Leukämie kämpfen müssen. Mittlerweile sind wir in das Thema "reingewachsen" und wollen uns von der Diagnose nicht unterkriegen lassen. Es gibt für uns keine Alternative als den Weg nach vorn!

Wie geht Carlos mit der Situation um?
Susanne: Im Großen und Ganzen gut. Er kämpft wie ein großer Löwe! Er genießt das große schöne Spielzimmer auf der Station und flirtet an guten Tagen mit den Krankenschwestern.

Seinen zweiten Geburtstag feierte Carlos auf der Kinderkrebs-Station. Quelle: Privat

Wie hat sich die Krankheit bemerkbar gemacht?
Susanne: Carlos war zirka eine Woche geschaffter als sonst. Er hat plötzlich hohes Fieber und Bläschen im Mund bekommen. Auch fanden wir ihn teilweise "wesensverändert". Unsere Kinderärztin hat zum Glück sehr schnell ein Blutbild veranlasst. Im Blut war die Leukämie eindeutig zu erkennen.

Welche Stationen musste der Kleine bereits durchleben?
Susanne: Nach unserem Empfinden – viel zu viel! Ab dem Tag der Diagnose waren wir für 47 Tage im Krankenhaus. In dieser Zeit hat Carlos die ersten Operationen – Zentralkatheder – und diverse Knochenmarkspunktionen bekommen. Der erste Chemotherapie-Block lief über neun Tage, der zweite über fünf Tage. Zwischen den Blöcken kämpfte er mit den Nebenwirkungen und den nur langsam besser werdenden Blutwerten. Nach dieser Zeit konnten wir für etwa drei Wochen teilstationär behandelt werden. Das heißt, tagsüber Behandlungen im Krankenhaus, nachmittags und abends zu Hause sein. Seit Mitte Oktober sind wir wieder für den dritten Chemotherapie-Block im Krankenhaus. Dieser lief über sechs Tage. Carlos hat ihn leider nicht so vertragen. Wir kämpfen derzeit wieder mit den Nebenwirkungen sowie mit seinem Blutbild und können vorerst nicht entlassen werden.

Wie wichtig ist es, einen geeigneten Stammzellenspender für Carlos zu finden?
Susanne: Sehr wichtig. Carlos wurde aufgrund seines Krankheitsbildes zu einer Knochenmarktransplantation eingestuft. Ohne die Transplantation stehen seine Chancen für eine dauerhafte Heilung schlecht.

Was gibt euch Halt in diesen schweren Zeiten?
Susanne: Der Glaube daran, dass wir es schaffen werden! Unser familiärer Zusammenhalt und unsere Träume für unsere Zukunft. Nicht zu vergessen die geilsten Freunde und Arbeitskollegen der Welt. Ganz begeistert sind wir von der riesigen Anteilnahme, die uns entgegenkommt. Wir sind überwältigt von all der Liebe und dem Engagement, mit dem uns die Menschen überraschen.

Warum ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen an der Aktion am 9. November teilnehmen?
Susanne: Die Transplantation ist lebenswichtig für Carlos, aber auch für viele andere kleine und große Patienten. Wir haben hier auf der Station so viele schreckliche Geschichten kennengelernt von denen sehr viele, ähnlich wie wir, eine Knochenmarkstransplantation benötigen. Die Suche nach dem "genetischen Zwilling" ist mit der Suche nach der berühmten „Nadel im Heuhaufen“ zu vergleichen! Aus diesem Grund ist es einfach unglaublich wichtig, dass sich so viele Menschen wie nur möglich registrieren lassen, denn nur gemeinsam können wir den Blutkrebs besiegen!

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