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Potsdam Gedenkstätte Lindenstraße in der Kritik
Lokales Potsdam Gedenkstätte Lindenstraße in der Kritik
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12:56 21.07.2019
Gedenkveranstaltung für die Opfer des NS-Regimes am 27. Januar im Hof des Gefängnisses Lindenstraße. Quelle: Bernd Gartenschläger
Innenstadt

Kritik an der Arbeit der Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße übt der Fraktionsgeschäftsführer der Anderen, Lutz Boede. Die Stiftungsgründung vor drei Jahren sei „mit immensem Zeitdruck betrieben“ worden, sagte er am Sonnabend. Als Grund dafür seien die bessere Möglichkeit zur Einwerbung von Drittmitteln und höhere Besucherzahlen angeführt worden: „Offenbar ist beides nicht gelungen.“

Nach Mitteilung der Stadt hatte die Gedenkstätte im vergangenen Jahr rund 16.100 Besucher. Das waren mehr als in den Vorjahren (2016 kamen rund 15.430, 2017 exakt 15.380 Besucher), aber deutlich weniger als 2015, also in dem Jahr vor der Stiftungsgründung, als rund 16.500 Besucher in der Gedenkstätte waren. Hinzu kommen die Teilnehmer der hausinternen Projektwerkstatt, 2015 waren es 5000, 2018 gut 1600 Schüler.

Bekannt gegeben wurden die Zahlen vom Rathaus jetzt auf eine Anfrage der Anderen. Die Förderung der von Stadt und Land gemeinsam errichteten und finanzierten Stiftung lag demnach 2018 knapp unter 700.000 Euro, 156.000 Euro davon sind nach früheren Angaben für Miete und Betriebskosten.

Aus Eintrittsgeldern kamen 2017 und 2018 gut 31.000 Euro in die Kasse. Das war deutlich mehr als in den Vorjahren mit Ausnahme von 2015, als die Gedenkstätte mit fast 35.500 Euro einen viel höheren Betrag einspielte.

Ergänzende Förderung kam laut Stadt 2017 mit knapp 4500 Euro für ein Zeitzeugenprojekt von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, sowie 2019 unter anderem mit gut 6000 Euro von derselben Stiftung für ein Projekt „Vom Haus des Terrors zum Haus der Demokratie“ und mit 2240 Euro vom Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur für ein Projekt über den Grenzübergang Chausseestraße.

Die letzte erhebliche Zusatzförderung mit insgesamt fast 330.000 Euro kam laut Stadt 2012 und 2013 vom Bundesverwaltungsamt für das Ausstellungsprojekt über die Lindenstraße in der Zeit des Nationalsozialismus.

Herausragende Projekte der Stiftung in letzter Zeit waren das Gesprächskonzert „Klänge hinter Mauern“ mit der Vertonung von DDR-Hafterfahrungen, Forschungen zum Widerstand von Werderaner Jugendlichen in der frühen DDR und Forschungen zum Potsdamer Polizeigefängnis Bauhofstraße.

Boede, der selbst in der DDR inhaftiert worden war, kritisiert die Fokussierung auf die DDR-Zeit: „Inhaltlich und öffentlich ist der vielschichtige Gedenkort als Stasimuseum platziert.“ Tatsächlich wird in der Gedenkstättenarbeit jedoch auch die NS-Zeit thematisiert. So gab es im März ein dokumentarisches Theaterstück über die NS-Euthanasieverbrechen. Die Lindenstraße war seit 1934 Schauplatz eines sogenannten Erbgesundheitsgerichts.

Nach der 2013 von den Stadtverordneten bestätigten Konzeption galt die Gedenkstätte Lindenstraße als „einziger authentischer Gedenk- und Erinnerungsort in Brandenburg und in der Bundesrepublik“, der „sowohl die Geschichte der beiden aufeinanderfolgenden Diktaturen von 1933 bis 1989 als auch die Überwindung der SED-Diktatur in der friedlichen Revolution“ widerspiegelt.

NS-Verbrechen sollten durch die Aufarbeitung stalinistischer Verbrechen und des Unrechts der DDR nicht relativiert, „letztere jedoch mit Hinweis auf die NS-Verbrechen auch nicht bagatellisiert“ werden.

Internetseite der Gedenkstätte Lindenstraße

Von Volker Oelschläger

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