Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Kunsthaus Rechenzentrum fordert Moratorium
Lokales Potsdam Kunsthaus Rechenzentrum fordert Moratorium
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
17:26 07.07.2017
Das alte Rechenzentrum in der Potsdamer Innenstadt. Quelle: Volker Oelschläger
Anzeige
Potsdam

Die Nutzer des Kunst- und Kreativhauses im alten Rechenzentrum fordern von der Stadt und der Stiftung Garnisonkirche ein 20-jähriges Moratorium zum Wiederaufbau des Kirchenschiffs. „Noch sind die Fragen zum eventuell zu errichtenden Schiff der Garnisonkirche inhaltlich, finanziell und auch architektonisch vollständig ungeklärt“, sagte der Sprecher Christian de la Motte. Die 20-Jahresfrist sei nötig, „um einen wirtschaftlich selbsttragenden Betrieb des Kreativhauses zu sichern“.

Er kritisierte zugleich, dass die Stadtverordneten einen Antrag der Linken zum Rechenzentrum am Mittwoch in die Ausschüsse überwiesen habe, statt sofort darüber abzustimmen. Laut Antrag würde der Oberbürgermeister „bestärkt“, in den Verhandlungen mit der Stiftung Garnisonkirche für eine Verlängerung der Nutzung des Rechenzentrums als Kunsthaus um mindestens fünf Jahre bis 2023 einzutreten.

Anzeige

Die Vertagung sei ein „entmutigendes Signal“, so de la Motte: „Die Stadtverordneten hätten Gelegenheit gehabt, ein klares Bekenntnis zu Gunsten der Kunst- und Kreativwirtschaft abzugeben.“ Die Überstellung eines „lediglich symbolischen Beschlusses“ in die Ausschüsse zeige, dass die „Dringlichkeit der Angelegenheit vielen nicht bewusst“ sei. Die Kreativen im Rechenzentrum benötigten „zur Aufrechterhaltung ihrer Arbeitsfähigkeit schnellstmöglich Rechtssicherheit“ weit über den bislang als Frist gesetzten 31. August 2018 hinaus.

Mit einer 20-jährigen Verlängerung lasse sich der seit Jahren wachsende Investitionsstau Rechenzentrum nach Ansicht der Nutzer „solide finanzieren, ohne die Steuerzahler unnötig zu belasten. Der zum Erhalt des Gebäudes gegründete Verein FÜR (Freundliche Übernahme Rechenzentrum) mit seinen mehr als 100 Mitgliedern stünde bereit, „ein langfristiges Nutzungs- und Finanzierungskonzept zu erstellen und umzusetzen“.

Das Rechenzentrum mit seinen mehr als 150 kreativen Nutzern müsste für den Wiederaufbau des Garnisonkirchschiffs abgerissen werden.

Von Volker Oelschläger

Potsdam Ehemaliges Strahleninstitut in Babelsberg - Kampf für den Erhalt des Ärztehauses
07.07.2017
Potsdam Potsdam in der „Zeit“ - „Eine Stadt mit Geld“
06.07.2017
Anzeige