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Potsdam Kunstschule Potsdam erinnert an Monika Olias
Lokales Potsdam Kunstschule Potsdam erinnert an Monika Olias
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07:06 28.11.2019
Der Künstler und Kunstpädagoge Bernd Krenkel beim Hängen der Ausstellung. Quelle: Friedrich Bungert
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Babelsberg

Mit Collagen aus vier Jahrzehnten erinnert die Kunstschule Potsdam im Kulturhaus Babelsberg an ihre Gründerin und langjährige Leiterin. Die Ausstellung „Rückblick“ wird am Donnerstag eröffnet. Monika Olias, die diese Institution im Herbst 1991 gemeinsam mit Wilfried Statt, Christa und Peter Panzner aus der Taufe gehoben hatte, ist im Juni 2018 verstorben.

Die Gründung der Kunstschule im Schwung der Nachwendezeit war für die früheren Mitarbeiter des Bezirkskabinetts für Kulturarbeit ein Akt der Befreiung. „Wir wollten frei arbeiten – ohne ideologische Bevormundung“, so Monika Olias in einem Gespräch.

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Monika Olias 2005 bei einer Feier in der Kunstschule. Quelle: Christel köster

Kuratiert wurde die Ausstellung von Christoph Knäbich, in der Anfangszeit Schüler, seit langem selbst Dozent in Bildhauerkursen an der Kunstschule, und seiner Mutter Sabine Knappe. Sie kannte Monika Olias seit ihrer Ausbildung in „künstlerischer Textilgestaltung“, zu der auch Unterrichtseinheiten am Bezirkskabinett zählten.

Aktuell werden in der Kunstschule in 22 Kursen 190 Schüler zwischen fünf und über 80 Jahren unterrichtet, sagt Geschäftsführerin Nicole Messenlehner. Hinzu kommen am Vormittag die Gruppen aus derzeit zwölf Kindertagesstätten und Partnerschulen.

Zur Eröffnung am 14. September 1991 gab es einen Kurs für Kinder und einen für Erwachsene. In dem war Sabine Knappe am Anfang allein mit Monika Olias. An das Thema der ersten Unterrichtseinheit könne sie sich nicht mehr erinnern, sagt Sabine Knappe: „Aber Monika ging immer sehr strukturiert vor. Heute nur geschnittene Formen oder heute nur zwei Farben.“

Sabine Knappe (l.) und Nicole Messenlehner in der Ausstellung. Quelle: Friedrich Bungert

Für die Ausstellung hätten sie hunderte von Arbeiten durchgesehen, sagt Knappe. „Es gab auch Zeichnungen und Druckgrafik, aber das haben wir herausgenommen, weil es zu viel geworden wäre.“

Gezeigt werden Collagen und Aquarelle. Die Arbeiten der 1980er Jahre, atmosphärisch dichte Landschafts-, Pflanzen und Raumstudien in eher gedeckten Farben, hängen den bunteren Bildern der letzten Jahre gegenüber. Viele Collagen sind ohne Titel und undatiert.

Eine Wand gehört kraftvoll erzählten Reisebildern aus Israel. An einer anderen hängen in märchenhafter Figuration ein winziger Don Quichote in nächtlichem Blau und ein verlorener Wanderer in einer schwarz-rot glühenden Leere nebeneinander. Menschen sind selten.

Reisebilder aus Israel. Quelle: Friedrich Bungert

Wie eine Zäsur steht das Bild „Endstation – Aussteigen“ aus dem Jahr 1989 mit einem gewaltigen Sturz in Rot und Schwarz und Grau. Kurz darauf folgt mit „Verschlammte Schönheit“ aus dem Jahr 1990 ein kleines, hübsches Gesicht in einer großen, trüben Welt.

Sabine Knappe, im Hauptberuf Kunsttherapeutin, ist im Trägerverein der Kunstschule bis heute als Vorstandsmitglied aktiv. Monika Olias war heiter, sagt sie, „leicht, dabei aber tiefgründig und konstruktiv. Monika war nie ’ne Jammertante. Sie war großzügig. Immer gut drauf. Und gleichzeitig ernsthaft“. Ihre letzten Bilder habe sie nicht mehr mit der gewohnten Sorgfalt gearbeitet, sagt die einstige Schülerin, als habe sie langsam losgelassen.

Sabine Knappe und Christoph Knäbich sprechen am Donnerstag zur Vernissage. Karoline Knappe und Günter Olias spielen dazu vierhändig am Klavier. Die Vernissage im Parterre der Kunstschule beginnt um 18 Uhr.

Info:Ausstellung in der Karl-Liebknecht-Straße 135 bis 14. Februar, Mo-Do 10-17 Uhr.

Von Volker Oelschläger