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Potsdam Kupferdiebe decken zwei Mausoleen ab
Lokales Potsdam Kupferdiebe decken zwei Mausoleen ab
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18:39 19.03.2019
Bilder sind vom Mausoleum Duisberg. Quelle: Südwestkirchhof
Stahnsdorf

 Erneut Opfer von dreisten Kupferdieben wurde der Stahnsdorfer Südwestkirchhof: Fast auf den Tag genau vier Wochen nach dem letzten Zwischenfall wurden in der Nacht von Sonntag auf Montag erneut zwei wertvolle Mausoleen abgedeckt. „Die wissen schon ganz genau, was sie tun“, ist Friedhofsverwalter Olaf Ihlefeldt frustriert. Noch am Vorabend sei alles an Ort und Stelle gewesen. „Wir kontrollieren derzeit sehr genau und versuchen, mit allen Tricks die Täter zu verschrecken.“ Wie auch im Februar haben die Diebe bei Vollmond zugeschlagen, und um in den Friedhof einzudringen, haben sie den Zaun niedergedrückt. Er könne nur mutmaßen, es sehe aber ganz danach aus, als wären die Täter einfach zurückgekommen. Spuren gibt es keine, das ergebe sich durch das freie Gelände.

Zwei wunderschöne Tempel geschändet

Erneut waren wieder zwei wunderschöne Mausoleen betroffen, die besonders geschmackvoll gestaltet waren, schildert Ihlefeldt. Eines liegt dabei nahe einer Stelle, die voriges Mal Opfer wurde: „Ein traumhaft schöner Diana-Tempel. Etwas, was man sonst eigentlich eher im Schlosspark findet.“ Von dem Dach sind seit Montag nur noch Reste der Verzierungen vorhanden, der Rest wurde von den Dieben entfernt. Das Mausoleum wurde für den schwedischen Botschafter der 1920er Jahre, Hans Henrik Freiherr von Essen, errichtet und befindet sich im sogenannten „Schwedischen Block“. Auch wenn der Leichnam des Botschafters von seiner Familie schon in den 1960er Jahren nach Plünderungen weggebracht wurde, so sind doch drumherum noch betreute Gräber der schwedischen Gemeinde.

Ebenfalls seines Kupferdaches beraubt wurde das auch besonders dekorativ gestaltete Mausoleum Duisberg, das für einen Industriellen in Berlin erbaut wurde, der Bestandteile für Kugellager erzeugt hatte. „Die Bausubstanz ist unbeschädigt, auch die wunderschöne Mosaikkuppel“, sieht Ihlefeldt noch das Positive in deren Ereignissen. Dieses Mausoleum, das nahe des Friedhof-Einganges etwas versteckt liegt, wird seit 2000 durch eine Patenschaft betreut. Daher sei der Raub doppelt so schlimm, sagt er.

Kupfer wird durch Zink ersetzt

Für die Diebstähle aus Februar und März zusammen dürfte sich der Schaden auf mehr als 40 000 Euro belaufen, schätzt Ihlefeldt und ergänzt, dass er sich vor vier Wochen mit seiner ursprünglichen Annahme, die Reparaturen für die ersten beiden Mausoleen würden sich auf rund 10 000 Euro belaufen, deutlich vertan habe. Natürlich würden die Dächer ausschließlich mit Zink neu gedeckt werden, Kupfer sei einfach zu wertvoll und würde nur Diebe anlocken. „Momentan sind überall diese dicken, hässlichen Baufolien drauf, damit keine Bauschäden entstehen.“ Es muss verhindert werden, dass Feuchtigkeit ins Innere der Gebäude eintritt.

Die Entscheidung, zu Zink zu wechseln, war nach der bisher größten Diebstahlswelle auf dem Südwestkirchhof im Jahr 2013 getroffen worden. Damals waren sieben Mausoleen abgedeckt worden, der dabei entstandene Schaden betrug rund 140 000 Euro. Der erste Raub ereignete sich 2011, ein weiteres Mausoleen wurde 2017 geschändet.

Von Konstanze Kobel-Höller

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