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Potsdam Land soll Mercure-Abriss unterstützen
Lokales Potsdam Land soll Mercure-Abriss unterstützen
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13:43 08.10.2013
Das Mercure steht in einer historischen Sichtachse und soll deswegen weg.
Das Mercure steht in einer historischen Sichtachse und soll deswegen weg. Quelle: Jacqueline Schulz
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Potsdam

Die Potsdamer Stadtverwaltung möchte den Kauf und Abriss des Hotelhochhauses Mercure am Lustgarten nun selbst mit Hilfe ihres Sanierungsträgers und des Landes stemmen. Diesen Plan stellte der Baubeigeordnete Matthias Klipp (Bündnisgrüne) am Dienstag im MAZ-Gespräch vor. Den Kaufpreis des Mercure schätzt er „im einstelligen Millionenbereich“. Eigentümerin des Hochhauses ist eine Besitzgesellschaft des amerikanischen Konzerns Blackstone, die seit Anfang des Jahres insolvent ist. Der Abriss könnte aus Landesfördermitteln – aus dem Topf zur „Beseitigung eines städtebaulichen Missstands“ – finanziert werden, sagten Klipp und der Chef des Sanierungsträgers Potsdam, Bert Nicke.

Für den Kauf des Mercure möchte Klipp das Treuhandvermögen des städtischen Sanierungsträgers anzapfen. Allerdings müssten dann andere städtische Projekte, die aus diesem Topf finanziert werden, auf die lange Bank geschoben werden, räumte er ein. Aus dem Treuhandvermögen werden alle geplanten Vorhaben in der Potsdamer Mitte finanziert, unter anderem der Abriss der Fachhochschule, der Neubau und die Entwicklung des Grundstücks Langer Stall und Alte Feuerwache, sowie der Neubau der Plantage und des Steubenplatzes zwischen Landtag und Filmmuseum. Welche Projekte wegen des Mercure-Abrisses in der Warteschleife landen könnten, wollte Klipp gestern aber nicht sagen.

Außerdem schwebt ihm die Gründung einer Bürgerstiftung vor, mit der sich Potsdamer am Mercure-Projekt beteiligen können, indem sie einen Beitrag zum städtischen Eigenanteil im Treuhandvermögen leisten. Das Vermögen setzt sich aus kommunalen Eigenmitteln und öffentlichen Fördermitteln zusammen.

Voraussetzung für den Abriss des Mercure-Hotels ist allerdings die Änderung der Sanierungsziele im Bereich Lustgarten, wofür die Stadtverordneten erst grünes Licht geben müssten. Ziel sei die Schaffung der alten Nord-Süd-Blickachse zwischen Stadtschloss und Neptunbecken, so Klipp.

Bei den Gesprächen mit dem Mercure-Besitzer musste die Verwaltung einen Dämpfer hinnehmen. Sie hatte auf einen Einzelverkauf des Mercure gehofft. Der Insolvenzverwalter bietet das Hotel aber nur im Paket mit anderen Interhotels an.

Von Ildiko Röd

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Noch kein Jahr ist es her, da galten Verkauf und Abriss des Mercure-Hotels schon als beschlossene Sache. Zunächst schien Ruhe eingekehrt, doch mit der Ankündigung von Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD), die Sanierungsziele für den Lustgarten zu ändern, ist die Diskussion wieder voll entbrannt. Zumal der Eigentümer des Hotels gerade angekündigt hat, den 17-Geschosser in den kommenden Monaten verkaufen zu wollen.

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