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Potsdam Leben in Potsdam: Nördlich der Havel ist es am schönsten
Lokales Potsdam Leben in Potsdam: Nördlich der Havel ist es am schönsten
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18:42 02.08.2019
Museen und Ausstellungen sind in den letzten drei Jahren wesentlich beliebter geworden. Mit dem Barberini ist das Angebot gewachsen. Quelle: Jan Russezki
Potsdam

Potsdamer wissen, was sie an der Havelstadt schätzen: Die Erholung im Grünen, das Kulturangebot, die Gastronomie. Das gibt die am Freitag im Rathaus veröffentlichte Bürgerumfrage „Leben in Potsdam“ an. Lebensqualität spricht sich rum, sagt Dieter Jetschmegg, Dezernent der Zentralen Verwaltung: „Das Wachstum der Stadt ist ein Zeichen, dass sich die Menschen hier wohlfühlen.“ Es ist aber auch eine Herausforderung, wie sich zeigt. Denn darin tauchen auch ungelöste Probleme auf.

83 Prozent der 2200 befragten Potsdamer bewerten in der 5. Bürgerumfrage seit 2013 die Lebensqualität mindestens als gut. Für die Erkenntnis, dass das Zentrum großartig ist, braucht es eigentlich keine Umfrage. Dennoch hat es die Stadt jetzt Schwarz auf Weiß: In der Brandenburger Vorstadt, der Innenstadt und in Potsdam West sind die Bewohner am zufriedensten – allesamt Stadtteile nördlich der Havel. Das liegt vor allem am Grün, den Spielplätzen und der Verkehrsanbindung in der Innenstadt.

Südlich der Havel sieht es anders aus

Potsdam ist aber mehr als seine Museen, Einkaufsmeilen, Schlösser und Gärten, die besonders geschätzt werden. Auf der anderen Seite des Rankings stehen die Templiner und Teltower Vorstadt, der Schlaatz und auf dem letzten Platz Sacrow. Verkehrsanbindung, Grünflächen, die ärztliche Versorgung und Einkaufsmöglichkeiten – das, was in der Rankingspitze am besten bewertet wird – wird am unteren Ende immerhin noch als befriedigend bis ausreichend wahrgenommen.

ONL Leben in Potsdam Umfrage Quelle: Maz

Statistik-Bereichsleiterin Heike Gumz sieht in der Umfrage die Chance, Wissenslücken über Potsdamer Bürger zu schließen. „Wir können in der 5. Umfragerunde feststellen, ob die Probleme in der Stadt nur Stimmung oder tatsächlich ein Trend sind“, sagt sie. Sie sieht in der Erhebung auch die Möglichkeit für Potsdamer, sich an der Stadtentwicklung zu beteiligen.

Die drei größten Probleme der Stadt

Drei größten Probleme, scheinen die Potsdamer ziemlich eindeutig benennen zu können: Fast 40 Prozent der Befragten sehen die Verkehrslage als das größte Problem. Der Verkehr ganz allgemein (26,3 Prozent) wird am meisten genannt, gefolgt von zu wenigen Parkplätzen (7,5). Auch der öffentliche Personennahverkehr (6,6) wird im Bereich Verkehr immer wieder thematisiert. Zwei Drittel der Potsdamer sind auf Arbeits- und Schulwegen mit dem Auto oder den Öffentlichen unterwegs. Davon pendelt rund ein Drittel nach Berlin.

Besonders die Humboldtbrücke und die Lange Brücke sind Staufallen. Das weiß die Verkehrsplanung der Stadt und wünschte sich in der Umfrage auch Fragen zum Verkehr. Die Antworten fließen nun in die Überlegungen des neuen Verkehrskonzepts ein. Im Vergleich zu 2017 hat sich die Verkehrslage für Potsdamer aber schon um rund vier Prozentpunkte entspannt.

Mietpreise und Wohnungsnot

Das zweitgrößte Problem ist dafür im Aufwärtstrend. Mit rund fünf Prozent mehr, sehen nun fast ein Viertel der Potsdamer zu hohe Mietkosten (64,1 Prozent) und zu wenig Wohnraum (13,6 Prozent) auf Problem-Platz zwei. Nach Angaben der Mieter zahlen sie monatlich im Durchschnitt 594 Euro für 75 Quadratmeter. Der Preis sei seit fünf Jahren gestiegen.

Steigende Mieten führen im Hinblick auf das angegebene Nettoeinkommen zu Schwierigkeiten. Die Stadt gibt an, dass wer mehr als 33 Prozent seines Nettoeinkommens für die Miete ausgibt, über der „Gefährdungsgrenze“ liegt. Das ist in Potsdam ein Drittel der Bevölkerung. Die Gefährdung ist im Schlaatz (40,4 Prozent) und Babelsberg Nord/Klein Glienicke (41,7) am größten. Das trifft besonders Menschen mit einem Nettoeinkommen unter 1000 Euro.

Zu wenig Kitaplätze

Das drittgrößte Problem in Potsdam ist die Kinderbetreuung in Kitas und Schulen. Mit 8,9 Prozent wirkt das Thema im Vergleich zu den ersten beiden kleiner. Es ist aber seit der ersten Umfrage 2013 auf einem Spitzenwert geklettert. Rund 40 Prozent stören sich hierbei an zu wenigen Kitaplätzen.

Mehr zum Thema:

Die Daten des etwa 200-seitigen Berichts fließen nun in die Arbeit der Fachbereiche ein. Wie sich die vergangenen Umfragen auf die Stadtpolitik ausgewirkt haben, weiß die Stadt nicht. Sie will das in Zukunft ermitteln.

Von Jan Russezki

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