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Potsdam Lennéstraße bleibt marode
Lokales Potsdam Lennéstraße bleibt marode
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17:59 19.08.2019
Unsanierte Lennéstraße in Potsdam. Quelle: Bernd Gartenschläger
Brandenburger Vorstadt

Zwischen den Kopfsteinpflastersteinen wachsen Kräuter, immer wieder tun sich tiefe Löcher auf: Die Lennéstraße ist für ihren schlechten Zustand berüchtigt. Der Stadt ist die Situation bekannt, doch auf absehbare Zeit ist keine grundlegende Besserung zu erwarten. Das hat die Verwaltung auf Anfrage von Linken-Fraktionsvize Sascha Krämer bekannt gegeben.

Grund für die Häufung von Schäden sind nach Einschätzung der Stadt unterirdische Leitungssysteme, Bäume und die Verkehrsteilnehmer selbst: „Da die unterirdischen Leitungssysteme seit der Erstherstellung im Wesentlichen noch keine Erneuerung erfahren haben, sind regelmäßig Absackungen zu reparieren, welche oft aus Leitungsdefekten resultieren“, heißt es in der Antwort.

„Durch den bemerkenswerten Baumbestand“ seien „im gesamten Verkehrsraum Verwerfungen aus darunterliegenden Wurzelwerk erkennbar“. Zudem komme es „in speziellen Fällen durch halbseitiges Parken auf dem Gehweg zu Schadstellen durch die Krafteinwirkung der Lenkbewegungen beim Ein- und Ausparken“.

Die Lennéstraße ist für Fußgänger, Radfahrer, Autofahrer und Menschen mit Behinderung gleichermaßen eine spezielle Herausforderung. Hier Impressionen aus dem Krisengebiet.

Krämers Anfrage bezog sich vor allem auf die von Radfahrern und Fußgängern genutzten Gehwege. Doch „nein, die separate Sanierung der Gehwege ist nicht geplant“, so das Rathaus in der Antwort auf die Frage danach.

In den vergangenen Jahren seien „im gesamten Stadtteil an verschiedenen Stellen Gehweginstandsetzungen und Fahrbahnquerungen hergestellt“ worden, „so auch im Verlauf der Lennéstraße“. Für den hinteren Abschnitt, kurz vor dem Park Sanssouci, gebe es zudem „eine Umbauplanung in Verbindung mit dem Radverkehrskonzept“.

Wann mit dem Umbau begonnen wird, lässt das Rathaus jedoch offen: Ein „grundhafter Straßenausbau“ müsse gemeinsam mit einer Erneuerung des Leitungssystems erfolgen, denn: „Ein vorgezogener Ausbau der Nebenanlagen hätte einen wiederholten Aufbruch der Anlagen zur Folge, da nicht gewährleistet werden kann, dass die Leitungssysteme im Untergrund weiteren Bestand haben und wäre somit unwirtschaftlich.“

Bis zur Komplettsanierung des Straße werde bedarfsweise gehandelt: Schäden würden „sofort nach Bekanntwerden so repariert, dass über die Wiederherstellung der allgemeinen Verkehrssicherheit eine reguläre Gefahrenabwehr gewährleistet“ werde, so die Stadt.

Verwiesen wird in der Antwort schließlich auf das Radverkehrskonzept, aus dem sich „Prioritäten zur Wegeverbesserung in der Lennestraße“ ergäben, „da hier teilweise eine Hauptroute des Radverkehrs verläuft“, so die Stadt.

Problemzone Brandenburger Vorstadt

Nicht nur die Lennéstraße ist ein Krisenfall. „In der Regel sind die Gehweganlagen in der Brandenburger Vorstadt mit Bernburger Mosaikpflaster aus der Gründerzeit des Wohngebietes befestigt“, schreibt die Verwaltung. Die „Schadbilder“ seien deshalb oftmals ähnlich der Lennéstraße.

Aus dem vorliegenden Radverkehrskonzept ergäben sich allerdings Prioritäten zur Wegeverbesserung in der Lennestraße, da hier teilweise eine Hauptroute des Radverkehrs verlaufe.

Eine Sanierung sei allgemein schwierig, da neben dem Baumschutz bei jeglichen Reparatur- und Baumaßnahmen „auch Denkmal- und Materialaspekten“ zu berücksichtigen seien.

Im Zuge eines Pilotprojektes „Barrierefreie Brandenburger Vorstadt" hätten sich mehrere Defizite „gerade im Bereich öffentlich zugänglicher Gebäude“ herausgestellt, so die Verwaltung, so bei Ärztehäusern, bei der Erlöserkirche, bei Schulen und dem Pflegeheim sowie bei Zugängen zum Öffentlichen Personennahverkehr.

In dem 2017 von den Stadtverordneten verabschiedeten Radverkehrskonzept wird die Lennéstraße mit höchster Priorität genannt: „Das Pflaster ist in einem sehr schlechtem Zustand, so dass dies für Radfahrer kaum zu befahren ist“, heißt es dort: „Fast alle Radfahrer fahren daher auf den Gehwegen, die aber nur die Mindestbreite haben. Es liegt eine Vorplanung zum Straßenausbau aus dem Jahr 2012 vor.“

Am dringlichsten sei es, die „Befahrbarkeit für Radfahrer (zu) verbessern“. Empfohlen werden im Radverkehrskonzept die „Prüfung, ob am südlichen Fahrbahnrand ein glatter Pflasterbelag hergestellt werden kann“, und ein „grundhafter Ausbau des Straßenabschnitts mit geschnittenem Pflaster“. Einen Termin dafür gibt es nicht.

Von Volker Oelschläger

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