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Potsdam Aktivisten besetzen mehrere Gebäude in Potsdam
Lokales Potsdam Aktivisten besetzen mehrere Gebäude in Potsdam
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00:41 18.05.2019
Der Polizeieinsatz in der Charlottenstraße war gegen halb neun beendet. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Linke Aktivisten haben am Freitagnachmittag mehrere Häuser in Potsdam besetzt. Zur Aktion hat sich das Bündnis „Stadt für alle“ bekannt. Im sozialen Netzwerk Facebook kursierte ab etwa 18 Uhr ein Foto, das ein leerstehendes Gebäude in der innerstädtischen Charlottenstraße zeigte. Aus den geöffneten Fenstern hingen Transparente mit Aufschriften wie „Gegen den Ausverkauf der Stadt“ und „Still not loving Gentrification“. Das Bündnis äußert sich auf seinem Blog mit einer Presseerklärung, in der es heißt: „Mit unserer heutigen Besetzungsaktion möchten wir auf einige Häuser aufmerksam machen, die entweder ihrem Verfall preisgegeben werden oder die wieder einmal nicht nach Konzept sondern nach Höchstgebot verkauft werden.“

Ein Haus in der Babelsberger Goethestraße wurde ebenfalls gekennzeichnet. Quelle: Annika Jensen

Auch die Stadtpolitik wird kritisiert: „Unsere Wahl der Objekte zu dieser direkten politischen Aktion soll auch auf die zuletzt gescheiterten Versuche und damit das Scheitern der Stadtpolitik in den Fokus rücken.“

Zudem wurden Gebäude in der Behlertstraße, Goethestraße, Zeppelinstraße und Potsdamer Straße besetzt – oder zumindest mit Graffiti und Transparenten gekennzeichnet. Rund drei Dutzend Menschen standen zwischenzeitlich vor dem Haus in der Charlottenstraße 12. Offen blieb jedoch, wie viele Menschen sich in dem Gebäude aufhielten. In der Goethestraße hatten sich Polizisten postiert, die eine Besetzung verneinten und stattdessen von Sachbeschädigung sprachen. Um 20.37 Uhr beendete die Polizei ihren Einsatz, es wurde Anzeige gegen unbekannt aufgenommen.

Potsdam war Besetzerhochburg

Die Adressen sind keine unbekannten. Die Behlertstraße wurde schon einmal im Herbst 2013 im Rahmen einer bundesweiten Aktionswoche „Studis gegen Wohnungsnot“ von Studenten besetzt, nachdem 214 Studenten bei der Verlosung von Restplätzen für Wohnheime leer ausgegangen waren. Das Grundstück Goethestraße 35/37 ist von der Stadt für eine Konzeptvergabe ausgeschrieben worden. Nachdem schlüssige Bewerbungen vorlagen, wurde diese aber nicht umgesetzt. Die leer stehende Charlottenstraße 12 vis-à-vis zum Café 11-line wurde bereits zum Ort von Happenings wie im Juni 2017, als Jugendliche durch ein Fenster im Erdgeschoss hineinkletterten, um auf dem Dach den Sommerabend zu genießen.

Potsdam galt vor allem in den 1990er-Jahren als Besetzerhochburg. Gesicherte Zahlen gibt es nicht, aber mindestens 20 Gebäude waren vor allem in der Innenstadt zeitgleich besetzt. Zuletzt hatte die linke Szene mit Besetzungen eines leerstehenden kommunalen Gebäudes in der Gutenbergstraße und des Fachhochschulgebäudes am Alten Markt auf den aus ihrer Sicht unerwünschten Wandel der Stadt und die Wohnraumknappheit aufmerksam machen wollen. Auf die FH-Besetzung nehmen die Aktivisten nun auch mittels eines Transparents in der Charlottenstraße Bezug.

Von Saskia Kirf und Volker Oelschläger

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