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Potsdam Linke will Holzbauten für Schulcampus Waldstadt Süd
Lokales Potsdam Linke will Holzbauten für Schulcampus Waldstadt Süd
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18:58 25.10.2019
So könnte eine Sporthalle aus Holz aussehen – diese Werkhalle baute Eike Roswag-Klinge in Marzahn für eine Tischlerei. Quelle: ZRS Architekten, Berlin.
Waldstadt

Der Schulcampus Waldstadt Süd soll in innovativer und klimaschonender Holzarchitektur errichtet werden – das hat die Fraktion Die Linke am Freitag vorgeschlagen und zugleich einen konkreten Partner für die Entwicklung eines solchen Konzepts vorgestellt.

Der Ingenieur Eike Roswag-Klinge leitet das „Natural Building Lab“ der Technischen Universität Berlin und hat mit seinem Architektur- und Planungsbüro ZRS nachhaltige Gebäude zum Schwerpunkt gemacht.

Weitgehender Verzicht auf Beton, Zement und Stahl

„Ich arbeite an Gebäuden, die das Bauen mit fossilen Ressourcen überwinden sollen“, erklärt Roswag-Klinge. Seine Projekte würden auf Beton, Zement und Stahl weitgehend verzichten, um Ressourcen zu schonen. In Berlin-Pankow hat er mit ZRS bereits eine Berufsschule und in Marzahn sogar gewerbliche Produktionshallen errichtet, die vor allem aus Holz bestehen.

Eike Roswag-Klinge ist Ingenieur und Professor an der TU Berlin - er schlägt für den Schulcampus Waldstadt Süd Holzbauten vor. Quelle: Peter Degener

Die neue Linken-Stadtverordnete Anja Günther, die in der Projektkoordination der TU Berlin arbeitet, stellte den Kontakt zu Eike Roswag-Klinge her. „Die Gebäude sind zentraler Bestandteil bei der nachhaltigen Entwicklung des Universitätscampus und er ist dafür der Ansprechpartner der Universität“, sagte sie.

„Die Schule als Wald denken“

Beim Schulcampus in Waldstadt Süd, der wegen der geplanten Rodung mehrerer Hektar Wald vor allem in der Nachbarschaft kritisiert wird, schlägt Roswag-Klinge vor, „die Schule als Wald zu denken“. Das Holz solle sichtbar sein, das pädagogische Konzept könnte sich auf den Wald hin ausrichten. Es könnten sogar in Waldstadt gefällte Kiefern in einem Projekt der Schüler vor Ort wiederverwendet werden.

Ein mehrstöckiger Gewerbebau aus Holz, der 2017 in Berlin entstand. Quelle: ZRS Architekten, Berlin.

Auch die Einbindung der Nachbarschaft, wie es etwa bei der Stadtteilschule Drewitz gelungen sei, sei durch eine Begegnungsstätte möglich. Er würde frühzeitig mit den Sportvereinen und den Schülern zusammenarbeiten, um Akzeptanz für das Projekt zu schaffen.

Die Stadt als Bauherr müsste sich für Holzbauten aber etwas umstellen

Auch baulich spreche viel für die Holzarchitektur. Sofern das Fundament mit konventionellen Methoden in Beton errichtet würde und keine Feuchtigkeit aufsteigen könne, seien Holzbauten langlebig, schnell zu errichten und langfristig in der Unterhaltung durch ihre klimaaktive Beschaffenheit sogar kostengünstiger, verspricht der Fachmann.

Diese Simulation zeigt einen Entwurf für ein Gymnasium in Berlin. Quelle: ZRS Architekten, Berlin.

Sollte die Verwaltung den Vorschlag der Linken aufgreifen, muss sich aber insbesondere der Kommunale Immobilienservice (Kis) umstellen. „Die Ausschreibungen müssen für solche Projekte auf Holzbauten angepasst werden“, erklärt Roswag-Klinge.

So sollten dann keine Generalbauunternehmer beauftragt werden, da die Holzbauindustrie sehr klein sei und dann gar nicht zum Zuge käme. Im Gegenzug würde allerdings die regionale Wirtschaft profitieren.

Von Peter Degener

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