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Potsdam Luftschiffhafen: Land dreht Geldhahn auf
Lokales Potsdam Luftschiffhafen: Land dreht Geldhahn auf
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09:17 31.01.2014
Gegenwärtig gesperrt: Die Leichtathletikhalle im Luftschiffhafen. Quelle: dpa
Potsdam

Der Sportpark Luftschiffhafen bekommt trotz der Misere rund um die gesperrten Hallen vorerst wieder Fördermittel: In einem Gespräch mit den Verantwortlichen des Bundesinnenministeriums und des Landessportministeriums wurde gestern eine Einigung über die Zahlung von Fördergeldern erreicht: Bund und Land werden ihre Zahlungen in Höhe von insgesamt 390 000 Euro jährlich ohne Abzüge fortsetzen.

Die Vereinbarung, die am Donnerstag geschlossen wurde, gilt zunächst bis zum Juni. „Damit ist die erfolgreiche Arbeit der Luftschiffhafen GmbH auch für die Zukunft gesichert“, sagte Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD).  Wie berichtet, hatte das Land die Zahlungen an die Bereitsstellung von adäquaten Ersatztrainingsstätten für die Athleten und Schwimmer geknüpft.

„Für uns ist das die Anerkennung unserer Bemühungen, in der Zwischenzeit möglichst viele Ausweichmöglichkeiten zu schaffen und die beiden Hallen so schnell wie möglich wieder zu öffnen“, sagte der Geschäftsführer der Luftschiffhafen GmbH, Andreas Klemund, in einer ersten Reaktion.

Bereits letzte Woche hatten die Spitzenverbände der betroffenen Sportarten Leichtathletik, Triathlon, Moderner Fünfkampf und des paralympischen Schwimmens die geschaffenen Trainingsalternativen anerkannt. Offen war damals noch das Okay des Deutschen Schwimmverbandes.
Nun gibt es verbesserte Trainingsbedingungen für die Schwimmer im Bad am Brauhausberg. „Dadurch können Vereinen und der Sportschule, die von der Schließung der Schimmhalle im Luftschiffhafen betroffen sind, weitere Nutzungszeiten angeboten werden“, sagte Stadtsprecher Stefan Schulz. Dank der neuen Vereinbarung wird dem Leistungssport an den Wochentagen vormittags jeweils drei Stunden lang eine zusätzliche Bahn zur Verfügung gestellt. An Dienstagen und Donnerstagen können die Leistungssportler außerdem von 15 bis 22 Uhr auf zwei zusätzlichen Kurzbahnen traineren. Der Olympische Sportclub (OSC) und der SC Potsdam bekommen zusätzliche Zeiten im Lehrbecken außerhalb der öffentlichen Öffnungszeiten.

Während sich in Sachen Trainingsstätten die Wogen glätten, gibt es Zoff am Luftschiffhafen: In einem der MAZ vorliegenden Schreiben beklagt der Olympische Sportclub   (OSC) rund um seinen Präsidenten, Ex-SPD-Innenminister Rainer Speer,  mangelnde Information durch die Luftschiffhafen GmbH rund um die Hallensperrungen: „Warum wurde der OSC als ein maßgeblicher, den Leistungsstandard des Stützpunkts tragender Verein nicht im Vorfeld informiert? Warum wurde der OSC nicht in die Beratungen über Gutachten und Informationen des Leiters des Hochbauamts einbezogen?“ Außerdem stellt der Verein Fragen nach der Wartung: „Wurden nach 2009 turnusmäßig die Abdichtungen zwischen Dachaufhängung und Dachhaut auf Funktionsfähigkeit untersucht, der Korrosionsschutz erneuert?“, heißt es in dem offenen Brief, der in der Frage gipfelt: „Sind möglicherweise noch viel gravierendere als die öffentlich gemachten Mängel bekannt? (...) Waren Nutzer der Schwimmhalle im Herbst 2013 einem Lebensrisiko ausgesetzt?“

Wie berichtet, hat OSC-Präsident Speer bereits vor zwei Wochen wegen der Hallen-Misere die Ablösung von Klemund gefordert, worauf sich Oberbürgermeister  Jakobs  schützend vor den Luftschiffhafen-Chef stellte.

„Ich bin weiter gesprächsbereit – vor allem mit den Mitgliedern des OSC“, sagte Klemund am Donnerstag zur MAZ.

Von Ildiko Röd

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