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Potsdam Vermisstes Potsdamer Mädchen wurde Opfer eines Verbrechens
Lokales Potsdam Vermisstes Potsdamer Mädchen wurde Opfer eines Verbrechens
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12:58 27.05.2019
Polizisten und Spürhunde suchten in der Nacht zu Sonntag das ganze Wohngebiet ab. Quelle: Julian Stähle
Potsdam

 Ein sechs Jahre altes Mädchen, das am Samstagnachmittag in Drewitz verschwunden war und erst am Sonntagmittag wieder auftauchte, ist nach MAZ-Informationen Opfer eines Verbrechens geworden. Das Kind sei verletzt, hieß es nach einer Untersuchung im Krankenhaus. Einzelheiten zum Gesundheitszustand des vietnamesischstämmigen Mädchens geben die Behörden nicht heraus.

Eine Festnahme wegen Freiheitsberaubung

Im Umfeld des Ortes, an dem Beamte das Mädchen weinend auf einer Bank fanden, hat es eine Festnahme gegeben, wie die MAZ aus sicherer Quelle erfuhr. In einer Mitteilung der Polizeidirektion West hieß es, die Staatsanwaltschaft habe Ermittlungen zum Verdacht der Freiheitsberaubung eingeleitet. Ein Bewohner eines Plattenbaus in der Hertha-Thiele-Straße sei abgeführt worden, bestätigen Nachbarn.

Noch am späten Sonntagabend, ermittelte die Polizei im Hertha-Thiele-Weg in Drewitz. Ein Polizist raucht mit zwei Bewohnern auf dem Treppenabsatz. In das Haus wird nur gelassen, wer sich als Anwohner ausweisen kann. Ein Streifenwagen fährt langsam durch die Straße zwischen den Plattenbauten entlang.

70 Beamte im Einsatz

Nach bisherigem Stand der Ermittlungen war das Mädchen gemeinsam mit ihrem Vater und drei Kindern am Samstag im Porta-Möbelmarkt. Dort nahm die Sechsjährige gegen 15.30 Uhr einen Fahrstuhl ins Erdgeschoss, um das Geschäft zu verlassen. Sie war vorgelaufen, der Vater kam hinterher, sah seine Tochter auch noch in Richtung Ausgang laufen.

Danach konnte er sie nicht mehr finden. Ihr Vater suchte erfolglos mit Bekannten nach ihr –und meldete das Mädchen am Abend als vermisst. Rund 70 Polizeibeamte durchsuchten daraufhin am Sonnabend mehrere Straßenzüge in Drewitz, unterstützt wurden sie von einer Suchdrohne, einem Hubschrauber und Hunden. Am Sonntag gegen 13.45 Uhr stieß ein Suchteam der Bereitschaftspolizei auf das weinende Mädchen auf einer Bank – nur wenige Straßen entfernt von dem Ort, wo das Kind 22 Stunden zuvor verschwand.

Fall erinnert an das Verschwinden von Elias

Der Fall ruft das Verschwinden des ebenfalls sechs Jahre alten Erstklässlers Elias im Jahr 2015 in Erinnerung. Der Junge war beim Spielen vor der Haustür im Stadtteil Schlaatz von dem Wachschützer Silvio S. entführt, missbraucht und ermordet worden. Der Täter sitzt jetzt eine lebenslange Freiheitsstrafe ab. Er hatte später auch noch das Flüchtlingskind Mohamed (4) aus Berlin entführt und ebenfalls getötet. Derzeit verhandelt das Landgericht Potsdam darüber, ob es gegen den 35-Jährige zusätzlich zu seiner Haftstrafe auch noch eine Sicherungsverwahrung verhängt. Damit soll die Allgemeinheit vor dem Mann geschützt werden – er käme unter Umständen nie wieder in Freiheit.

Von Ulrich Wangemann und Ansgar Nehls

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