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Potsdam Pro Potsdam präsentiert bei Ortstermin Baumängel
Lokales Potsdam Pro Potsdam präsentiert bei Ortstermin Baumängel
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12:56 13.07.2019
Bei einer Begehung der Nutheschlange präsentiert Pro Potsdam Baumängel. Quelle: Friedrich Bungert
Potsdam

Der Streit um den Abriss des Kopfes der Nutheschlange im Zentrum Ost geht in eine neue Runde. Die Pro Potsdam geht nun in die Offensive und präsentierte bei einem Ortstermin am Freitag erstmals konkrete Details des Mängel-Gutachtens zum Terrassenhaus. Architekt Hinrich Baller weist die Schuld von sich, lehnt einen Abriss vehement ab und besteht auf sein Urheberrecht. Damit könnte der Fall vor Gericht landen.

Eine Alternative zum Abriss sieht Bert Nicke, Geschäftsführer der Pro Potsdam, aber nicht. Laut Gutachten seien die Mängel so gravierend, dass ein Abriss wirtschaftlicher wäre, als eine Sanierung. Die Außenwände des fünfgeschossigen Terrassenhaus haben Risse, könnten laut Nicke von Statikern nicht als standsicher bescheinigt werden. Die Außenmauer sei zudem zu hoch und nicht ausreichend befestigt.

Architekt weist Mängel zurück

Baller hingegen begründet die Risse als Folge ehemaliger Bauarbeiten in der Nuthestraße, betont zudem, dass die Statik völlig in Ordnung sei: „Die Mauern liegen auf den Geschossen und sind nur rund 2,5 Meter hoch“, erklärt er.

Die Risse sollen durch Bauarbeiten an der Nuthestraße enstanden sein, meint der Architekt. Quelle: Friedrich Bungert

Laut Gutachten seien auch die Abwasser-, Lüftungs- und Heizungsleitungen unsachgemäß geplant und verlegt worden. Sie hätten das falsche Gefälle, sodass die Rohre von innen angegriffen würden – und störanfälliger seien. Für das Gefälle sieht sich Baller als Architekt aber nicht verantwortlich. Auch alle Kritik am Innenausbau weist er von sich, betont, dafür seien andere verantworlich gewesen.

Rohre, wo laut Pro Potsdam keine sein sollten. Architekt Baller sieht sich nur für den Rohbau verantwortlich. Quelle: Friedrich Bungert

Brandschutz nicht gegeben

Ein besonders heikles Detail des Gutachtens: der Brandschutz. Der Fluchtweg auf dem Dach sei zu schmal, heißt es. Die Trennwände zwischen den Wohnungen seien in der Baugenehmigung zwar als Brandwände aufgeführt, aber im Terrassenhaus nicht entsprechend gebaut worden. „Hier ist der Brandschutz nicht gegeben. Das verbaute Schaumpolystyrol brennt wie Zunder“, sagt Bert Nicke.

Die Sanierung soll laut Pro Potsdam rund zehn Millionen Euro kosten. „Das würde die Kaltmiete aber auf mehr als 1000 Euro treiben, weil eine Sanierung nicht förderfähig sei“, sagt Petra Runge, Hochbauleiterin der Pro Potsdam. Der Neubau sei mit 16 Millionen Euro zwar teurer, würde aber doppelt so viele Wohnungen abwerfen, die dann als sozialer Wohnraum angeboten werden könnten. „Wir wollen keine Gewinne machen, wir müssen wenigstens bei Null herauskommen“, sagt Runge.

Mögliche Einigung vor Gerichtsprozess?

Die Fronten sind verhärtet. Wenn keine Einigung gefunden wird, muss ein Gericht über die weiteren Schritte entscheiden. Pro Potsdam und Baller sind aber beide nach eigenen Angaben zu Kompromissen bereit.

Mehr zur Nutheschlange in Potsdam:

Pro Potsdam bietet dem Architekten an, Jurymitglied eines Architektenwettbewerb für den Neubau zu werden oder selbst daran teilzunehmen. Baller hingegen wäre bereit, die Sanierung zu übernehmen. Denn er ist überzeugt: „Man kann für die Hälfte sanieren und trotzdem mehr Wohnungen schaffen.“

Von Jan Russezki

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