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Potsdam Matthias Klipp lädt Mercure zur Werkstatt ein
Lokales Potsdam Matthias Klipp lädt Mercure zur Werkstatt ein
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20:33 31.01.2014
Das Hotel Mercure in Potsdams historischer Mitte - links die Nikolaikirche am Alten Markt.
Das Hotel Mercure in Potsdams historischer Mitte - links die Nikolaikirche am Alten Markt. Quelle: Jacqueline Schulz
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Potsdam

Wie berichtet, hatte die Verwaltung die Geschäftsführung des Mercure um nachträgliche Übermittlung von Unterlagen über Sanierungsmaßnahmen gebeten, nachdem das Haus in einer Pressemitteilung die Investition mehrerer hunderttausend Euro bekannt gegeben hatte. Nach Städtebaurecht hätte dafür eine Genehmigung beantragt werden müssen, begründete Baudezernent Matthias Klipp (Grüne), der mit einem kämpferischen Tonfall ("Ich gebe offen zu, ich liebe weder das Gebäude noch den Eigentümer") in den letzten Tagen allerdings Kritik auf sich gezogen hat.

 

Hauptgeschäftsführer Olaf Lücke sagte, er "erwarte von einer anspruchsvollen Potsdamer Stadtverwaltung, diese Diskussion nicht noch zu befeuern, indem öffentlich angezweifelt wird, dass getätigte Investitionen nicht rechtens gewesen seien". Das bekomme "einen besonders bitteren Beigeschmack, wenn die Stadt das Objekt selbst kaufen möchte".

SPD-Fraktionschef Mike Schubert sagte, man könne "nicht permanent so tun, als sei das Gebäude schon zum Abriss freigegeben".

Linke-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg hatte Klipp zur "Mäßigung" aufgerufen, weil dieser eine Besuchergruppe dafür tadelte, dass sie in dem Hotel übernachtete. Mit der Nachfrage steige der Grundstückspreis. Klipp hatte vor Monaten die Idee vorgestellt, das Hotel zur Rekonstruktion des Lustgartens zu erwerben und dann abzureißen.

Linke-Kreischef Sascha Krämer nannte es "bedenklich, dass er als Repräsentant der Stadt massiv und offensiv gegen ein gut funktionierendes Hotel in der Stadtmitte arbeitet. Woher will er das Geld für den Kauf und den Abriss nehmen?" Scharfenbergs Vorwurf der Schikane wies der Dezernent mit der Feststellung zurück: "Die gleichmäßige Anwendung des Sanierungsrechts für alle Eigentümer im Sanierungsgebiet ist kein Mobbing und schon gar keine Kriegserklärung."

Von Volker Oelschläger

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