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Potsdam Mehr Fahrten auf den Tram-Linien 92 und 96
Lokales Potsdam Mehr Fahrten auf den Tram-Linien 92 und 96
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11:01 15.03.2018
Mit der Straßenbahn im Zehn-Minuten-Takt zum Hbf.. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Ab dem 10. Dezember sollen Pendler aus dem Potsdamer Norden alle fünf Minuten in eine Tram in Richtung Hauptbahnhof steigen können. Die Taktverdichtungen auf den Linien 92 und 96 stellten der Geschäftsführer des Verkehrsbetriebs Potsdam (ViP) Oliver Glaser und der Bereichsleiter für Verkehrsentwicklung der Stadt, Norman Niehoff, am Montag vor.

Während der Hauptverkehrszeiten, also im Berufs- und Schülerverkehr, werden beide Linien künftig alle zehn Minuten bedient. So ergibt sich für die Strecke ab der neuen Endhaltestelle Campus Jungfernsee ein Fünf-Minuten-Takt. Auf diese Weise möchten der ViP und die Landeshauptstadt dem Bevölkerungswachstum gerecht werden. „Denn wir wissen, dass die Linien 92 und 96 bereits heute vor allem ab sieben Uhr voll sind“, sagte Glaser.

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Was ist neu auf den Linien 92 und 96?

Zu den Stoßzeiten werden alle zehn Minuten Straßenbahnen ab der neuen Haltestelle Campus Jungfernsee eingesetzt. Dorthin wird auch die jetzige Wendeschleife am nördlichen Rand des Volksparks versetzt. Die betroffenen Hauptverkehrszeiten sind vor allem morgens ab sieben Uhr, wenn Berufspendler und Schüler aus dem Norden in die Stadt hinein und ab dem späten Mittag, wenn sie wieder hinaus fahren. Im normalen Tagesverkehr, bei dem der Bedarf geringer ist, bleibt der 20-Minuten-Takt bestehen.

Wie fährt die Tram an den Wochenenden und nachts?

Der Spätverkehr der Linie 96 wird bis ein Uhr nachts erweitert. An den Wochenenden bleibt der aktuelle 20-Minuten-Takt auf beiden Linien bestehen, wohl aber mit neuen Abfahrtszeiten. Der Verkehrsbetrieb Potsdam arbeitet derzeit letzte Details in die neuen Fahrpläne ein.

Muss ich umsteigen, wenn ich aus einem der Ortsteile komme?

Ja, die Buslinien 609 (ab Kartzow, Satzkorn und Am Upstall), 638 (ab Spandau und Groß Glienicke) und 697 (über Alt-Kladow und Sacrow) werden an die verlängerte Tram­strecke angepasst und fahren nur noch vereinzelt für die Schüler bis zum Hauptbahnhof. Glaser betonte am Montag, dass das Umsteigen eine Umstellung für alle Beteiligten sei. „Unser Anspruch ist ein Tür-zu-Tür-Umstieg“, erklärte er. In der neuen Schleife am Campus Jungfernsee sollen die Busse künftig ankommen. Die Straßenbahn soll dann schon auf der anderen Seite des Gleises bereit stehen, so dass kurze Übergangswege und -zeiten gewährleistet werden.

Wirkt sich die neue Tramführung auf die Autofahrer aus?

Ja, Glaser betonte allerdings, dass der Effekt dann positiv sein werde. Die Nedlitzer Straße soll insgesamt entlastet werden. Sie wird so verbreitert, dass jeweils eine Spur für den Autoverkehr erhalten bleibt, während der Busverkehr aus den nördlichen Ortsteilen entfällt. Die Straßenbahnen fahren auf einem eigenen Gleis unabhängig vom Autoverkehr.

Sind auch andere Tram-Linien von der Umstellung betroffen?

Ja, den neuen Fahrplänen im Norden ab 10. Dezember werden auch Fahrten der Tram-Linien 94, 98 und 99 im Berufsverkehr von Montag bis Freitag angepasst. Die Tram 94 fährt anstatt von und bis Schloss Charlottenhof bis zum Bahnhof Pirschheide. Die Tram 98 fährt nicht mehr zwischen Bisamkiez und dem Bahnhof Pirschheide sondern zwischen Schloss Charlottenhof und Bahnhof Rehbrücke. Die Tram 99 fährt nicht von und bis Bisamkiez sondern zwischen Platz der Einheit und Babelsberg.

Wachstum im Norden der Landeshauptstadt

Der Hauptgrund für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs im Norden der Landeshauptstadt ist das bereits heute nachweisbare Bevölkerungswachstum im Bornstedter Feld, aber auch in den kleineren Ortsteilen, die zu Potsdam gehören, allen voran Groß Glienicke.

Die Bevölkerungsprognose für den Ballungsraum Bornim, Bornstedt, Nedlitz, Am Ruinenberg und Rote Kaserne sagt bis 2035 ein Bevölkerungswachstum von 31 Prozent im Vergleich zu 2014 voraus. In der gesamten Landeshauptstadt soll die Bevölkerung im gleichen Zeitraum um 21 Prozent wachsen und an der 200 000-Einwohner-Marke kratzen. Der Verkehrsbetrieb Potsdam schätzt, dass dann täglich mehr als 120 000 Fahrgäste seinen öffentlichen Nahverkehr nutzen.

Im Entwicklungsgebiet Bornstedter Feld sollen nach Abschluss aller städtebaulichen Maßnahmen 13 400 Einwohner leben, 5000 Menschen arbeiten, mindestens 600 Schüler mehr lernen als heute und an der Fachhochschule insgesamt 2000 Studenten und Mitarbeiter beschäftigt sein.

Von Victoria Barnack

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