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Potsdam Mehr Geld fürs Planetarium
Lokales Potsdam Mehr Geld fürs Planetarium
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15:26 09.09.2019
Seit 2007 sitzt das Planetarium in der Gutenbergstraße. Die Kuppel für den Sternenhimmel wurde mit einem Kran auf das Holländerhaus im Innenhof gehoben. Quelle: Urania / Bernd Schulze
Innenstadt

Die Stadt prüft eine deutliche Erhöhung der jährlichen Zuschüsse für das Urania-Planetarium in der Gutenbergstraße.

Das Planetarium plane „nicht nur die Sicherung des bisherigen Angebots“, sondern gehe „von einer deutlichen Ausweitung des Angebots aus“, heißt es in einer Mitteilung der Verwaltung für die Stadtverordneten: „Diese Überlegungen wären mit einer Verdopplung der jährlichen Förderung von Sach- und Personalkosten durch die Stadt verbunden“ – von bisher 107.600 auf rund 230.000 Euro. Zudem werde ein „investives Volumen von bis zu 900.000 Euro prognostiziert“.

Die Urania hatte zu Jahresbeginn wegen Unterfinanzierung, veralteter Technik und diverser Mängel am Bau Alarm geschlagen. Der für die Planetariumsshow unerlässliche Sternenprojektor ZKP-2 müsse nach 40 Jahren dringend durch ein moderneres Gerät ersetzt werden.

Planetariumsleiter Simon Plate zu Beginn einer Planetariumsshow. Quelle: Martin Müller

Der Fulldome-Projektor, mit dem unter der gewölbten Kuppel die optische Illusion von Flügen durch den Kosmos erzeugt wird, sei mit neun Jahren nur noch bedingt mit dem Computerverbund kompatibel, der die Bilddaten dafür generiert.

Ein grundlegendes Problem sei die fehlende Klimaanlage: An manchen Sommertagen erhitzten sich die Räume unterm Dach auf weit über 30 Grad Celsius, was nicht nur das Publikum, sondern auch die Technik an den „Rand ihrer Hitzetoleranz“ bringe.

Ende Juni kam wie zur Bestätigung das zeitweilige Aus. Wegen eines „schweren hitztechnischen Defekts“ wurden von der Urania „auf unbestimmte Zeit“ fast alle Termine abgesagt. Obwohl erst im April repariert, hatten zwei der fünf Beamer des veralteten digitalen Systems erneut versagt.

Damit waren 360-Grad-Projektionen und das Navigieren durch das Sonnensystem nicht mehr möglich. Einzig der analoge Sternenprojektor funktionierte noch. Erst vier Wochen später konnte das Planetarium wieder hochfahren. Die 5500 Euro für die Reparatur der Beamer waren als Soforthilfe aus der Stadtkasse gekommen.

Blick auf die Erde im Urania-Planetarium. Quelle: Yvonne Dickopf

Auf Antrag der Grünen hatten die Stadtverordneten den Oberbürgermeister im Mai beauftragt, „wie und gegebenenfalls mit welchen Fördermitteln das Planetarium der Urania erhalten werden kann“. Neben der deutlichen Erhöhung des jährlichen Zuschusses war im Antrag der Grünen basierend auf Kalkulationen der Urania zunächst von einem Investitionsbedarf in Höhe von 750.000 Euro die Rede.

Die aktuelle Mitteilung der Verwaltung ist ein erstes Zwischenergebnis der Prüfungen „zur Fortschreibung und eventuellen Ausweitung der Förderung des Planetariums durch die Stadt“, wie es einleitend heißt.

Das Planetarium habe sich „zu einer festen Größe innerhalb der außerschulischen Bildungslandschaft in Potsdam entwickelt. Seit Jahren sind die Besucherzahlen ansteigend. Im Jahr 2018 konnten ca. 16.000 Besucher registriert werden“. Von 2010 bis 2018 habe die Stadt das Planetarium mit insgesamt 869.358 Euro gefördert.

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Der Betrieb eines Planetariums ergänze das außerschulische naturwissenschaftliche Bildungsangebot „auch im Kontext der Potsdamer Forschungsinstitute“. Die Stadt habe ein „Interesse an der Vermittlung astronomischer Inhalte mit dem Ziel, Menschen jeden Alters, jedoch vor allem junge Menschen, zu erreichen“.

Ergänzt wird die Mitteilung allerdings um den Hinweis, dass eine erhöhte Förderung des Planetariums zu Lasten anderer Projekte gehen könnte: „Sollten in der Mitteilungsvorlage aufgeführte Ansatzpunkte aufgegriffen und die Entscheidung für eine Umsetzung gefällt werden, müssten die erfor­derlichen Mittel zu Lasten anderer Vorhaben bereitgestellt werden, die dann gegebenenfalls nicht (wie geplant) umgesetzt werden könnten.“

Kurze Geschichte des Potsdamer Planetariums

Das Potsdamer Planetarium wurde 1968 im Neuen Garten eröffnet. 1970 zog auch die Babelsberger Bruno-H.-Bürgel-Gedenkstätte in einen Raum.

Im Jahr 2001 drohte der bis dahin städtischen Einrichtung erstmals das Aus. Dann übernahm der Urania-Verein „Wilhelm Foerster“ den Betrieb.

Die nächste Alarmmeldung: Die Einrichtung war dringend sanierungsbedürftig, Förderung aber unmöglich, weil die Schlösserstiftung das Haus mittelfristig für eigene Zwecke benötigte.

Als Alternative wurde ein Neubau neben dem Treffpunkt Freizeit diskutiert. Schließlich fand sich eine Lösung auf dem Betriebsgelände des Schuke-Orgelbaus, der nach Werder umgezogen war.

Von Volker Oelschläger

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