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Potsdam So sicher ist der Potsdamer Hauptbahnhof
Lokales Potsdam So sicher ist der Potsdamer Hauptbahnhof
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18:22 30.04.2019
Polizei und Ordnungsamt gehen gemeinsam und verstärkt Streife auf der Freundschaftsinsel. Quelle: Rainer Schüler
Innenstadt

Ab 14 Uhr ist niemand auf der Freundschaftsinsel mehr unbeobachtet: Polizei und Ordnungsamt verstärken in den Nachmittags- und Abendstunden die offene und verdeckte Präsenz auf der Insel und im Umfeld des Hauptbahnhofes. Polizeipräsident Hans-Jürgen Möhrke schickt „mindestens eine Doppelstreife“ mit vier Beamten in Uniform oder Zivil zu Kontrollen, schließt aber auch den Einsatz einer Hundertschaft nicht aus, sollte mal eine Razzia gegen den Drogenhandel nötig werden; dann würde die Insel abgeriegelt und durchkämmt. Immerhin 15 Rauschgiftdelikte wurden 2017 und 2018 angezeigt; Mörke glaubt aber, dass die tatsächlichen Tatzahl um ein Vielfaches höher liegt.

Wie Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) am Dienstag bei einer Pressekonferenz mit der Polizei im Rathaus sagte, hat das Ordnungsamt die Dienstzeiten seiner Mitarbeiter flexibler gemacht für verstärkte Einsätze in der zweiten Tageshälfte; die meisten Taten passieren zwischen Dienstag und Samstag. Auch die Bereitschaftspolizei wird künftig in die Kontrollen einbezogen, uniformiert und zivil. Die Streifen von Polizei und Ordnungsamt werden gemischt.

Aufklärung der Bürger wird besser

Am Bahnhof soll die Aufklärung der Passanten verstärkt und regelmäßig eine kostenlose Fahrradcodierung angeboten werden. Zusammen mit dem Center-Management der Bahnhofspassagen werden die Abstell- und Anschließmöglichkeiten für Fahrräder im Außenbereich baulich verbessert werden. Für teure Räder empfiehlt Schubert aber eher das Fahrrad-Parkhaus.

Der Polizei spielt das neue Polizeigesetz in die Hände, das Videoaufnahmen aus Überwachungskameras statt 48 Stunden zwei Wochen verfügbar hält. Eine Videoüberwachung der Insel ist Schubert zufolge nicht vorgesehen.

Maßnahmen dauern mindestens ein Jahr

Die Verstärkung der Kontrollen soll laut Mörke mindestens ein Jahr dauern, „auf jeden Fall so lange, bis das Problem entschärft ist“, sagte er: „Wir werden die Kriminalität am Bahnhof und auf der vorgelagerten Insel zurückdrängen, aber nicht beseitigen können.“

Für Aufsehen hatten jüngst Kriminalitätszahlen gesorgt, die aus dem Polizeiauskunftssystem (POLAS) gezogen werden, in dem alle aktuellen Anzeigen aufgelistet sind. Mörke zufolge zeigen sie in vielen Deliktbereichen eine Verschlimmerung der Lage, stellen aber nicht die reale Fallzahl dar, weil viele Taten von mehreren Zeugen aus unterschiedlichen Beobachtungspunkten zugleich angezeigt werden; es gibt also mehrere Anzeigen zu einem Vorkommnis.

Sicherheitsgefühl hat sich verschlechtert

Trotzdem halten Polizei und Stadt an ihrer Einschätzung fest, dass Bahnhof und Insel Kriminalitätsschwerpunkte geworden sind und sich das Sicherheitsgefühl der Bürger dort verschlechtert hat. Die Zahl der Taten stieg im videoüberwachten Teil des Bahnhofes von 127 im Jahr 2014 auf 367 im vergangenen Jahr. Körperverletzungen nahmen von 4 auf 56 zu, Diebstähle von 101 auf 241, Droenmissbrauch von einem auf 15 Fälle.

Im angrenzenden, nicht kamerakontrollierten Gebiet registrierte man im Jahr 2014 noch 1146 Delikte, vergangenes Jahr 1417. 39 Körperverletzungen wurden 2014 angezeigt, letztes Jahr schon 104. Die Zahl der Diebstähle sank um einen auf 737. Drogendelikte aber nahmen von 15 auf 69 deutlich zu.

Mehr zum Thema lesen Sie hier: Wie sicher ist man am Potsdamer Hauptbahnhof?
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Von Rainer Schüler

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