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Potsdam Mehr als 2000 Teilnehmer fordern sofortigen Kohleausstieg
Lokales Potsdam Mehr als 2000 Teilnehmer fordern sofortigen Kohleausstieg
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00:21 03.04.2019
Auf dem Weg durch die Innenstadt schlossen sich etliche Potsdamer dem Demonstrationszug an. Quelle: Foto: Varvara Smirnova
Potsdam

Mehr als 2000 Demonstranten zogen am Sonntagnachmittag durch Potsdams Innenstadt und forderten auf Transparenten und Plakaten die Landesregierung auf, den Braunkohleabbau sofort zu stoppen und sich für die Klimaziele bis 2030 einzusetzen. Eines der wichtigsten Ziele ist beispielsweise, die Erderwärmung bis zum genannten Jahr auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Mit Sprechchören wie „Hopp, hopp, hopp – Kohlestopp“ oder „Wir sind hier, wir sind laut, weil Ihr uns die Zukunft klaut“ warfen die Teilnehmer der Politik vor, nicht nur verantwortungslos zu handeln, sondern auch beispiellos zu versagen.

Erste Großdemo von „Potsdam for Future“

Zu dieser Großdemonstration hatte das KlimabündnisPotsdam for Future“ eingeladen, das mehrere Umweltinitiativen und -verbände sowie Nachwuchsorganisationen der Linken und der SPD vereint, die die Landesregierung stellen. Auf dem Weg vom Schillerplatz zum Landtag auf dem Alten Markt und zur Staatskanzlei in der Heinrich-Mann-Allee reihten sich etliche Potsdamer in den Demonstrationszug ein.

Jährlich 23 Millionen Tonnen Kohlendioxid

Ein Ausstieg aus der Braunkohleverstromung im Jahr 2038, wie ihn die Kohlekommission festlegt, ist für das Klima längst zu spät, stellten die Vertreter der jeweiligen Initiativen und Verbände fest, die in kurzen Meetings zu Beginn der Demonstration, auf dem Alten Markt und vor der Staatskanzlei das Wort ergriffen. Franziska Sperfeld vom BUND Brandenburg forderte die Landesregierung auf, die Pläne für den neuen Tagebau Welzow-Süd II, der erst im Jahr 2033 erschlossen werden soll, aufzugeben, ein brandenburgisches Klimaschutzgesetz zu erarbeiten und das Kraftwerk Jänschwalde spätestens 2025 vom Netz zu nehmen. Das Werk stoße jährlich etwa 23 Millionen Tonnen Kohlendioxid aus, sagte Sperfeld.

Auf einer Großdemonstration in Potsdam haben am Sonntag mehr als 2000 Teilnehmer den sofortigen Stopp des Kohleabbaus und wirksame Maßnahmen für den Klimaschutz gefordert.

Hanna Steiner von der Linksjugend solid zeigte mit den Beispielen der Waldbrände in Fichtenwalde und Treuenbrietzen im vergangenen Jahr sowie der umgekippten Seen die ersten Auswirkungen der drohenden Klimakatastrophe auch im Land Brandenburg auf. Viele Politiker gehen mit den Energiekonzernen und der Automobilindustrie Hand in Hand, warf sie ersteren vor.

Klimawandel von Menschen gemacht

„Der Klimawandel ist von Menschen gemacht. Wir müssen ihm eine positive Sozialdynamik entgegensetzen. Dazu brauchen wir einen fundamentalen Wertewandel und einen Wandel in der Bildung“, sagte Jonathan Donges vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Der Klimaphysiker, der sich bei „Scientist for Future“ für den Klimaschutz einsetzt, forscht zu genau jenen Schwellenwerten, bei denen die Erderwärmung einsetzt.

Auch der achtjährige Mika aus Potsdam demonstrierte mit. „Ich will, dass sie auf die Kohle verzichten. Lieber sollen sie Windräder aufstellen. Ich denke, dass ich das Richtige tue, weil hier so viele Menschen dafür sind.“

Von Heinz Helwig

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