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Potsdam Wieder mehr Kinder bei Fahrradunfällen in Potsdam verletzt
Lokales Potsdam

Mehr verletzte Kinder bei Fahrradunfällen in Potsdam

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17:58 01.06.2021
Rücksichtnahme im Straßenverkehr – gerade bei Kindern.
Rücksichtnahme im Straßenverkehr – gerade bei Kindern. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Potsdam

Die Zahl der Fahrradunfälle in Potsdam ist 2020 im Vergleich zum Vorjahr von 539 auf 513 leicht gesunken. Allerdings stieg die Zahl der dabei verletzten Kinder von 41 auf 47. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Polizeistatistik hervor. Während 2019 in der Landeshauptstadt keine Todesopfer bei Fahrradunfällen zu beklagen waren, haben 2020 zwei Menschen nicht überlebt. Die Zahl der verletzten Radfahrer blieb nahezu konstant (2019: 447, 2020: 442). Alarmierend ist die Entwicklung im Langzeitvergleich: 2015 gab es nur 298 verletzte Radfahrer – 144 weniger als im vergangenen Jahr.

Rote Ampel und Radlerin übersehen

Das aktuelle Unfallgeschehen mit zwei schwer verletzten Radfahrerinnen und einem verletzten Kind verdeutlicht die Gefahrenlage. So übersah am Montagabend gegen 19.30 Uhr in der Großbeerenstraße ein Autofahrer eine Radfahrerin. Nach ersten Erkenntnissen hatte der Pkw-Fahrer wegen der tief stehenden Sonne die rote Ampel übersehen. Er fuhr die Radfahrerin an, als sie gerade den Fußgängerüberweg nutzte. Die 59-Jährige, die keinen Helm trug, wurde mit schweren Kopfverletzungen ins Krankenhaus gebracht.

Autotür auf, Kind verletzt

In der Leipziger Straße übersah ein Autofahrer am Dienstagmorgen ein zehnjähriges Kind auf einem Fahrrad. Er öffnete die Fahrertür seines parkenden Wagens, so dass das Kind dagegen fuhr. Es trug einen Helm und wurde nur leicht verletzt. Nach einer Behandlung an der Unfallstelle konnte es seinen Eltern übergeben werden.

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Gegen 10.30 Uhr stießen in der Menzelstraße/Ecke Berliner Straße ein Auto und eine Radfahrerin zusammen. Die 67-Jährige, die keinen Helm trug, blieb unverletzt. Sie war entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung unterwegs. An der bekannten Gefahrenstelle in der Rudolf-Breitscheid-Straße stürzte am Dienstag eine 56-Jährige und verletzte sich schwer, nachdem sie in die Straßenbahnschienen geraten war. Rettungskräfte brachten sie mit Kopfverletzung ins Krankenhaus.

Verstöße von Radfahrern

Bei Kontrollen am Montag stellte die Polizei in der Heinrich-Mann-Allee/Höhe Friedhofsgasse 18 Verstöße von Radfahrern fest, die den Radweg entgegengesetzt der vorgeschriebenen Fahrtrichtung fuhren. An der Breiten Straße/Ecke Zeppelinstraße ahndete die Polizei innerhalb einer Stunde am Montagnachmittag fünf Fälle, bei denen Radler eine rote Ampel überfuhren, und drei Handyverstöße.

Geisterräder in Potsdam

Mitte April gedachten rund 60 Menschen mit einer Corona-gerechten Mahnwache eines am 31. März in Potsdam ums Leben gekommenen 51-jährigen Radfahrers. Er war bei einem Unfall mit einem Lkw verunglückt. Eingeladen dazu hatte der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC). Er wollte mit dem Gedenken auch auf die Gefahren für Radfahrer in Potsdams Straßenverkehr aufmerksam machen. Dass seine Mitglieder am Unfallort ein sogenanntes Geisterrad aufstellten, geschah auch auf Wunsch der Angehörigen des Getöteten. Weiß lackierte Fahrräder sind Mahnmale für verunglückte Radler – davon gibt es in Potsdam einige.

Von MAZonline