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Potsdam Das sagen unsere Leser zu Müll im Grünen, Park-Schließung und Platz für Jugendliche
Lokales Potsdam

Meinungen aus Potsdam: MAZ-Leser zu Müll in Parks, Jugendlichen, Schließungen

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10:21 10.07.2021
Müll, geschlossene Parks, Freizeitmöglichkeiten – Themen, die unsere Leser in Potsdam bewegen.
Müll, geschlossene Parks, Freizeitmöglichkeiten – Themen, die unsere Leser in Potsdam bewegen. Quelle: privat
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Potsdam

Zum Problem mit Feiern und Müll sowie dem Verschließen der Parks:

Babelsberger Park, Neuer Garten, Freundschaftsinsel, auch Sanssouci: Die Parks von Potsdam laden zum Verweilen, Zeitverbringen, Picknicken, Sporttreiben und Feierrunden ein. Doch damit kommen die Konflikte. Wenn sich Hunderte vor allem jugendlicher Besucher im Neuen Garten tummeln und ihren Müll zurücklassen, hört der Spaß auf. Das finden auch viele MAZ-Leser in ihren Briefen an die Redaktion. Andere sehen die Ursachen der Probleme an anderer Stelle.

„Hier laufen Kinder frei und unbeschwert über die Wiesen“

Spaziergänger im Park Babelsberg. Quelle: Varvara Smirnova

Zum konsequenten Verschließen des Babelsberger Parks durch die Schlösserstiftung hat Andrea Neumann aus Babelsberg ihre Bedenken:

„Ich bin dagegen, dass die Babelsberger nicht vor und nach der Arbeit im Park joggen gehen können (Sonnenuntergang ist ja im Winter schon um 16 Uhr) und dass es nicht möglich ist, den Sonnenuntergang an der Havel auf einer Wiese zu genießen. Aber die Schließzeiten sind nur die Spitze vom Eisberg. Der Park wird von den Babelsbergern als Naherholung gebraucht. Hier laufen Kinder frei und unbeschwert über die Wiesen. Erwachsene spielen Wikingerschach oder andere Wurfspiele. Im Winter gab es auf der Wiese beim kleinen Teich mindestens 100 Schneemänner. Wo sonst sollen die Kinder Schneemänner bauen oder Drachen steigen lassen? Und es wird auch gerodelt – das kenne ich schon aus meiner Kindheit. (...)

Sicher ist sind die Müllberge ein Problem. Das muss man angehen. Aber bei einem Fußballspiel von SVB03 liegt am Ende auch ganz viel Müll auf der Karl-Liebknecht-Straße. Trotzdem würde man deswegen nicht den Fußball verbieten.

Dann müssen eben Ummantelungen für Großraummülltonnen am Strand gebaut werden, die sicher gegen Vandalismus sind. Und die Stadt Potsdam sollte die Müllentsorgung bezahlen und nicht die Schlösserstiftung. In anderen Städten geht das doch auch. Im Hydepark stehen Fußballtore für die Kinder! Wenn das Müllproblem gelöst wird, sehe ich kein weiteres.“

„Würde es Eintritt kosten, gäbe es mehr Rücksicht“

Müll im Babelsberger Park. Quelle: Jeanette Gruschke

Sinnvolle Maßnahmen gegen die Müllbergen in den Parks fordert Ada Kübler – und macht eigene Vorschläge:

Lösung a) Wie in den Bergen darf man nur wiederbefüllbare Kunststoff und Metallflaschen benutzen und man nimmt die Reste selbstverständlich wieder mit. Am Bodensee in Konstanz dürfen keine Glasflaschen mitgebracht werden, das wird streng überwacht und die meisten jungen Leute halten sich dran. Lösung b) Pfand-Mülltüten müssen beim Herausgehen gefüllt abgegeben werden – aber das scheitert am personellen Aufwand. Schade,dass die verantwortungsvollen Menschen und die Natur unter den Bequemen leiden. Würde es Eintritt kosten, gäbe es mehr Rücksicht, nehme ich an.

„Mit Verboten lösen wir nichts“

Besucher im Neuen Garten. Quelle: Varvara Smirnova

Auf Unverständnis bei Matthias Gerlach stößt die Haltung, die Jugend-Koordinatorin Stefanie Buhr im Jugendhilfeausschuss geäußert hat:

Wenn es der Konsens der Koordinatorin für Kinder- und Jugendinteressen der Landeshauptstadt und der Schlösserstiftung ist, das „Jugendliche sich andere Orte zum Verweilen und Chillen suchen“ sollten, dann ist hier aber schleunigst ein Wechsel angeraten. Das Problem bleibt einfach. Und das obwohl es zahlreiches Unverständnis zu den Öffnungszeiten gibt – unter anderem auch eine Online Petition mit 1966 Unterstützerinnen und Unterstützern.

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Die Initiativen und Sorgen der Jugendlichen werden ausgesessen. Die Schließungen der Anlagen werden das Problem nicht beheben. Im Gegenteil, die Probleme werden sich verschieben. Was würde eigentlich passieren, würden demnächst zahlreiche Partys vor dem Rathaus stattfinden und der dabei hinterlassene Müll das Ansehen unserer Stadt beeinträchtigen? Werden dann Verbotsschilder oder gar ein Zaun aufgestellt? Mit Verboten lösen wir nichts. Das hat schon mit dem Baden im Neuen Garten nicht funktioniert. (...)

Wo mehr Müll aufkommt muss mehr eingesammelt werden. Das hat sich über die Jahre übrigens in unserem und in vielen anderen Haushalten bewährt. Immer wenn mehr Müll aufkam wurde er häufiger entsorgt, bis wir darauf kamen, dass vielleicht weniger Müll zu produzieren eine Lösung wäre.

„Immer mehr Abfall in unserer Umgebung“

Müllsammelaktion der Klasse 3b in Babelsberg. Quelle: privat

Nicht nur am Welterbetag wird Müll eingesammelt. Die Klasse 3b der Bruno-H.-Bürgel-Schule in Babelsberg hat sich am Müll gestört und eine Umweltaktion gestartet, berichtet Schülerin Ella Wiesner:

Zum Thema Umweltschutz veranstaltete die Klasse 3b der Bürgel-Grundschule am 15. Juni eine Müllsammelaktion in Babelsberg. Die Idee kam von uns Schülern, weil wir immer mehr Abfall in unserer Umgebung fanden. Zum Teil waren wir auch schon selbst in unserer Freizeit im Babelsberger Park oder auf Wanderungen Müll sammeln.

Ausgerüstet mit Bollerwagen, Mülltüten, Handschuhen und Greifzangen ging es über den Weberplatz und einen Teil der Liebknecht-Straße. Besonders oft fanden wir Zigarettenstummel, Glas, Kronkorken und Alufolie. Wir würden uns wünschen, dass die Leute ihren Müll nicht einfach auf den Boden schmeißen, sondern ihn mitnehmen oder sorgfältig entsorgen.

Von MAZonline