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Potsdam Messerstecher bleibt in der Psychiatrie
Lokales Potsdam Messerstecher bleibt in der Psychiatrie
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18:48 25.06.2014
Der Angeklagte (r.) und sein Anwalt. Quelle: Nadine Fabian
Potsdam

Laut der vierten großen Strafkammer unter dem vorsitzenden Richter Andreas Steiner stellt Riad A. eine Gefahr für die Allgemeinheit dar: Mit hoher Wahrscheinlichkeit sei zu erwarten, dass sich eine Bluttat wie die Messerattacke wiederholen wird.

Wie berichtet, leidet Riad A. seit mindestens fünf Jahren an einer paranoiden Schizophrenie. Der gebürtige Libanese glaubt, dass die Mafia ihn umbringen will. Er hört Stimmen, hat Wahnvorstellungen und Angstattacken. Insgesamt drei Mal hat er seine Frau misshandelt, sie bedroht und zuletzt so schwer verletzt, dass sie von Narben im Gesicht entstellt ist und den linken Arm und die linke Hand nicht mehr bewegen kann. Jamile E. (37) ist inzwischen zu ihrer älteren Schwester gezogen, denn sie kann alltägliche Dinge nicht mehr allein bewältigen. So ist sie beim Ankleiden und der Körperpflege auf Hilfe angewiesen.

Riad A. glaubt bis zum heutigen Zeitpunkt, dass Jamile E. mit einem jüngeren Mafioso fremdgegangen ist und von ihm beauftragt wurde, ihn zu töten. Er meint, in Notwehr gehandelt zu haben und hat kein Schuldbewusstsein. "Was passiert ist, bedauere ich", sagte Riad A. noch gestern auf der Anklagebank, "aber sie ist auch Schuld daran, denn sie hat mich betrogen." Er hat noch nicht eingesehen, dass er krank ist, sagen die behandelnde Ärztin und der vom Gericht bestellte psychiatrische Gutachter. Dass er in der Tatnacht selbst die Polizei rief, sei ein nur kurzer Wiedereinstieg in die Realität gewesen - aber auch der Polizei erzählte Riad A., dass seine Frau ihn angegriffen und er sich lediglich verteidigt habe.

Staatsanwaltschaft, Gericht, Verteidiger und Experten gehen einhellig davon aus, dass Riad A. in krankheitsbedingter Schuldunfähigkeit gehandelt hat, als er seine schlafende Frau überfiel und wie im Rausch mindestens 50 Mal auf sie einstach - oder "metzelte", wie der Gerichtsmediziner feststellte. In dem so genannten Sicherungsverfahren ging es daher zu keinem Zeitpunkt um Bestrafung und Gefängnis, sondern stets um die Unterbringung des Beschuldigten in einer Fachklinik. Ob und wann Riad A. wieder auf freien Fuß kommt, lässt sich derzeit nicht sagen: Er soll jährlich einem Gutachter vorgeführt werden.

Eine Schizophrenie ist laut Experten zwar behandelbar und die Symptome könnten durch die Einnahme von Psychopharmaka unterdrückt werden, zu heilen sei die Krankheit aber nicht. Eine Prognose sei im Fall des 41-Jährigen derzeit unmöglich: Weil die Psychose jahrelang nicht behandelt wurde, habe sie eine ungünstige, chronifizierte Entwicklung genommen. Der Urteilsverkündung folgte Riad A. wie auch den beiden Verhandlungstagen sichtlich unbeteiligt.

Von Nadine Fabian

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