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Potsdam Michael Jackson lebt in Potsdam
Lokales Potsdam Michael Jackson lebt in Potsdam
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19:01 09.04.2017
Mit Hut und Glitzerhandschuh gingen Michael Jacksons Mitbrüder aufs Ganze. Quelle: Bernd Gartenschläger
Luftschiffhafen

Bekanntlich gibt es ja immer wieder Leute, die behaupten, dass Elvis gar nicht tot ist, sondern als Tankwart in einem Kaff bei Helsinki lebt. Oder dass Marilyn Monroe in Wahrheit Missionsschwester geworden ist und in einem Kloster auf Sri Lanka lebt. Natürlich stimmt das alles nicht. Eines wissen wir aber ganz genau und haben es sogar live gesehen: Michael Jackson hat in den Osten rübergemacht und tanzt jetzt in Potsdam. Und das Beste: Es gibt ihn nicht nur in einfacher Ausführung, sondern mehrfach geklont!

Schick mit Schwung! Quelle: Bernd Gartenschläger

Der Beweis für diese Wahnsinnsnachricht wurde am Sonnabend im Kongresshotel Potsdam am Templiner See geliefert. Die 500 Gäste beim Frühlingsball des Tanzsportclubs (TSC) „Rot-Gold“ erlebten, wie Michael und seine zahlreichen Mitbrüder selige „Thriller“-Zeiten wiederauferstehen ließen. Wer die tief ins Gesicht gezogenen schwarzen Hüte, die Glitzerhandschuhe und die einschlägigen Schritte sah, wusste: Der Pop-Titan lebt! Weshalb die Tanzformation, die übers Parkett fegte, auch den Namen „King of Pop“ trägt. König der Zuschauerherzen war ein Michael Jackson im Westentaschenformat. Leon (11) zeigte den perfekten Moonwalk, mit dem er schon im letzten Jahr Furore gemacht hatte.

Blick auf die Tanzfläche. Quelle: Bernd Gartenschläger

Wobei man sagen muss, dass Leon das Tanzen quasi in seiner DNA hat. Seine Großeltern sind Dieter und Astrid Wilhelm, die seit den „Lipsi“-Zeiten der 1960er Jahre zu den prägenden Persönlichkeiten im rhythmischen Potsdam gehören. Dieter Wilhelm war einer der Gründer von Rot-Gold. Seine Frau hat er – wo sonst? – auf dem Parkett kennengelernt. Seinerzeit war das Paar sogar Teil der Ballszene in dem Defa-Klassiker „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Das doppelte Tanz-Gen der Eltern setzte sich auch bei ihren Kindern Winnie und Alexander durch. Und jetzt ist Winnies Sohn Leon dran. Ob der Mini-Jackson später in Omas und Opas große Walzer-Fußstapfen treten möchte? „Nee“, antwortete der jüngste Wilhelm-Spross freimütig. Hip-Hop ist mehr sein Ding.

Astrid und Dieter Wilhelm. Quelle: Bernd Gartenschläger

Auf alle Fälle ist „Tanzen träumen mit den Füßen“ – so das Ballmotto nach einem Zitat von Fred Astaire. Auch schön: „Tanzen ist der vertikale Ausdruck eines horizontalen Verlangens“. Oder: „Ich tanze gern – vor allem aus der Reihe“. Solche und noch viel mehr Sprüche prangten als Deko an den Wänden.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Dass Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) seine angekündigte Teilnahme aus Termingründen abgesagt hatte, wäre fast zum Wermutstropfen für Dieter Wilhelm geworden. „Schade, denn so bleibt man auf den schönsten Plätzen sitzen“, so sein erster Gedanke. Doch dann sprangen glücklicherweise andere Abnehmer für die Tickets ein. Der Rechtsanwalt und CDU-Stadtverordnete Götz Th. Friederich und seine Frau Ilona sind begeisterte Tänzer: „Es ist ja immer schwierig, hier Karten zu kriegen“, freuten sie sich über die Gelegenheit. Für Kongresshotel-Geschäftsführerin Jutta Braun ist der Abend ein willkommener Ideenspender. Das Ballmotto inspiriert sie immer für die Silvesterfeier im Hotel.

Kongresshotel-Geschäftsführerin Jutta Braun. Quelle: Privat

Apropos Neues Jahr: 2018 soll in der Sporthalle ein Schwimmbad gebaut werden. Der Frühlingsball von Rot-Gold wird aber keinesfalls „baden gehen“. Sogar der nächste Termin steht schon fest: der 7. April 2018. Dann wird sich alles um das Thema Bella Italia drehen.

TSC Potsdam beim Breitensportformationsturnier auf Platz eins

Die Ballchronik des Tanzsportclubs „Rot-Gold“ hat viele Höhepunkte zu verzeichnen. 2009 lautete das Motto „Eine Nacht in Venedig“. 2011 stand das Fest im Zeichen von „Stars und Sternchen“. 2013 tanzte man unter dem Titel „Rock’n’Roll und Petticoat“. Im vergangenen Jahr lockte „Paris, mon amour“ die Gäste zum Romantik-Abend.

Geradezu legendär ist immer die Dekoration des Balls. Mit scharfer Messerklinge hat Vereinschef Dieter Wilhelm schon zahllose Balldekorationen in ein künstlerisches Highlight verwandelt. 2016 schuf er die unteren Etagen des Eiffelturms. 2014 durfte man eine Miniaturversion der Rialto-Brücke bestaunen, immerhin noch mehrere Meter lang aus einem Material namens „Polystyrolschaum” handgefertigt. Der ehemalige Elektrotechnik-Ingenieur Wilhelm ist ein begnadeter Schaumstoff-Architekt.

Beim Breitensportformationsturnier in Eberswalde im vergangenen Januar errangen die TSC-Potsdam-Tänzer mit ihrer Latein-Formation „King of Pop“ – einer Hommage an Michael Jackson – den ersten Platz.

Von Ildiko Röd

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