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Potsdam „Ich will vor allem eine stabile Situation“
Lokales Potsdam „Ich will vor allem eine stabile Situation“
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07:26 15.10.2018
In der Genusswerkstadt feierte die SPD den Wahlsieg von Mike Schubert. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

SPD-Kandidat Mike Schubert hat die Stichwahl gewonnen. Welche Gedanken ihm bei der Auszählung durch den Kopf geschossen sind und was er als erstes anpacken möchte, sagt er im MAZ-Interview.

Herr Schubert, gleich geht’s zur Wahlparty der SPD in die Genusswerkstatt am Filmmuseum. Werden Sie dort eine Riesenflasche Champagner köpfen?

Schubert: Nein, das werde ich nicht. Ich werde mit den Anwesenden einfach ein Bier trinken und mich freuen – und auch etwas essen, es war doch in den letzten zwei, drei Stunden ziemlich aufregend.

Haben Sie bei der Auszählung im Plenarsaal des Rathauses gebangt, dass es nicht klappen könnte?

Ich habe mir ein paar Sorgen gemacht, was das Quorum betrifft. Die Wahlbeteiligung kann uns nicht zufrieden machen. Wir müssen daran arbeiten.

Im Bund liegt die SPD mittlerweile bei nur noch 17 Prozent. Was macht Potsdam so anders, dass dieser Trend nicht durchschlägt?

Wir haben zum einen in den letzten 28 Jahren eine Politik gemacht, die die Bürgerinnen und Bürger im Querschnitt für sehr gut gehalten haben. Und wir haben nicht vergessen innezuhalten und an der einen oder anderen Stelle nachzujustieren. Ich habe im Wahlkampf gesagt, dass bei den Themen Wachstumstempo und Verkehr nicht alles so gelaufen ist wie wir uns das wünschen. Das anzusprechen, Fehler einzugestehen und damit offen umzugehen haben die Wählerinnen und Wähler am Ende auch honoriert.

Ihre Vereidigung erfolgt am 28. November. Davor gibt es eine Einspruchsfrist, sollte es Unregelmäßigkeiten bei der Wahl gegeben haben. Juckt es Sie nicht doch schon in den Fingern, gleich loszulegen?

Nein. Ich habe Einspruchsfristen schon erlebt – da muss man jetzt ruhig bleiben. Ich bin immer noch Sozialbeigeordneter – da sind Themen weiter zu bearbeiten, das werde ich in den nächsten Wochen machen. Und dann will ich auch schlicht und ergreifend ’ne Runde Urlaub machen mit meiner Familie und ein paar Tage Freizeit genießen.

Sie haben bereits angekündigt, dass Sie als erstes Wolfgang Blasig (SPD), den Landrat von Potsdam-Mittelmark, anrufen wollen, um mit ihm über die Verkehrssituation zu sprechen. Welche Projekte werden Sie danach umgehend angehen?

Wir werden uns zusammen an den Tisch setzen müssen und das Thema Wachstum konsequent angehen. Und dann will ich als Oberbürgermeister das weitermachen, was ich als Sozialbeigeordneter gemacht habe: quartalsweise in wechselnden Stadtteilen eine Sprechstunde anbieten.

Der erste Lackmus-Test Ihrer Amtszeit wird die Kommunalwahl im Mai nächsten Jahres. Werden Sie in der Folge anstreben, dass eine neue Rathauskooperation geschmiedet wird oder wollen Sie sich nicht festlegen und lieber mit wechselnden Mehrheiten regieren?

Ich will vor allem eine stabile Situation für die Stadt haben, wo wir gemeinsam etwas schaffen und da warte ich das Wahlergebnis im Mai ab. Wir sind immer ganz gut damit gefahren, gewissen Rahmen miteinander zu besprechen. Das habe ich als Fraktionsvorsitzender sowohl mit der Linken als auch mit der CDU und den Grünen gemacht. Sich auf eine gemeinsame Linie zu verständigen – egal, ob man das dann aufschreibt oder nicht – das strebe ich auch nach der Kommunalwahl an. Aber Ende ist das aber die Stunde der Parteien – nicht die des Oberbürgermeisters allein.

Gibt es dann wieder eine Rathauskooperation?

Das wird man sehen, mit welchem Möglichkeiten man nach der Wahl arbeitet. Ich habe keinen Favoriten. Ich habe mit drei Modellen gearbeitet: mit der Rathauskooperation, aber auch mit wechselnden Mehrheiten und mit einer Minderheitssituation. Man sollte politische Mehrheiten immer erst nach Wahlen gestalten und nicht schon vorher Würfelspiele machen.

Von Ildiko Röd und Nadine Fabian

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