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Potsdam Mit Taschenlampen für bessere Beleuchtung
Lokales Potsdam Mit Taschenlampen für bessere Beleuchtung
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21:17 31.01.2018
Mit Taschenlampen machten die meist jungen Spieler des SV Concordia Nowawes vor dem Rathaus auf ihr Problem aufmerksam. Quelle: Foto: Bernd Gartenschläger
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Innenstadt

Die kleinen Rasenflächen links und rechts des Rathaus-Eingangs wurden am späten Mittwochnachmittag kurzzeitig zu Fußballplätzen umgewidmet. Im schwindenden Tageslicht erleuchteten zahlreiche Taschenlampen das spontane Spielfeld. Die erste Potsdamer „Taschenlampendemo“ mit gut einhundert Teilnehmern war im Gange.

Die Mitglieder und Unterstützer des SV Concordia Nowawes zeigten mit den Taschenlampen, worum es ihnen geht: Sie fordern eine bessere Beleuchtung für den eigens für sie errichteten Sportplatz „Nowawiese“. Mit Trillerpfeifen machten sie die Stadtverordneten auf sich aufmerksam, die zeitgleich im Rathaus tagten.

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Eine Wiese mit Toren und Zaun für eine halbe Million Euro

„Den Kindern kann man die Sache nicht erklären. Sie fragen und verstehen es nicht. Nicht einmal wir Erwachsenen verstehen es. Die Stadt hat in den letzten acht Jahren einen Platz gebaut, der einfach nicht funktioniert“, sagte Alexander Kallenbach, Vorsitzender des Vereins. „So wie er jetzt ist, ist der Sportplatz eine bessere Wiese mit Toren und einem Zaun drum herum“, sagt Kallenbach über den Platz, der die Stadt fast eine halbe Million Euro gekostet hat.

Neben dem Problem der fehlenden Drainage leiden die Mitglieder des Kinder- und Jugendvereins den größten Teil des Jahres unter fehlendem Tageslicht. „Von Oktober bis März fehlen uns die Trainingszeiten“, so der Vereinschef.

Über Aufrüstung mit Strahlern sollte Mittwoch entschieden werden

Nur sechs von 16 geplanten und genehmigten Leuchten waren installiert, als der Platz im Herbst 2016 nach jahrelangen Auseinandersetzungen endlich spielbereit schien. Ein Antrag der Fraktion Die Andere zur Komplettierung der sechzehn Strahler lief gerade eine erste Runde durch die Fachausschüsse und sollte an diesem Mittwoch entschieden werden.

Taschenlampen-Demo am Rathaus Potsdam. Der Verein besteht nur aus Kinder- und Jugendmannschaften. Quelle: Bernd Gartenschläger

Doch der Kommunalen Immobilienservice (Kis) ist gegen diese Aufrüstung mit weiteren Strahlern. Eine eigens beauftragte Analyse der zu erwartenden Lichtstärken auf dem Rasen habe ergeben, dass der Platz nicht Din-gerecht beleuchtet werden könnte.

Hohe Masten sind wegen des Park Babelsberg nicht möglich

Dafür würden die üblichen zwölf Meter hohen Masten benötigt. Weil die Nowawiese direkt an den Park Babelsberg grenzt, lehnt die Stiftung Preußische Schlösser & Gärten aber Masten dieser Höhe ab.

Der Antrag auf teilweise Verbesserung der Beleuchtung durch zusätzliche Lichtpoller rund um das Spielfeld, wie die Fraktion Die Andere es fordert, dürfe laut Kis aber auch nicht umgesetzt werden. Es gelte: Ganz oder gar nicht, weil sonst haftungsrechtliche Probleme bestehen würden.

Fachleute sagen, dass korrekte Beleuchtung trotzdem möglich ist

Unterdessen haben sich nach der MAZ-Berichterstattung unabhängig voneinander zwei Fachfirmen beim Verein gemeldet, die der Analyse des Kis widersprechen. „Die Lichtplaner haben uns gesagt, dass man sehr wohl unter den gegebenen Bedingungen eine Din-gerechte Beleuchtung installieren kann“, sagt Lutz Boede, Geschäftsführer der Fraktion und Concordia-Mitgründer.

Es müssten keine zwölf Meter hohen Masten sein. Die sechs Meter hohen Ballfangnetze seien ausreichend, wurde dem Verein von den Fachleuten versichert.

Problem soll noch einmal in Ausschüssen debattiert werden

Während vor dem Rathaus im Schein der Taschenlampen gekickt und getrillert wurde, beantragte die Beigeordnete Noosha Aubel (parteilos) in der Stadtverordnetenversammlung, den Beleuchtungs-Antrag der Fraktion Die Andere noch einmal zurück in den Sportausschuss und den Werksausschuss des Kis zu überweisen. „Sie hat uns gesagt, dass sie das Problem dort lösen will und das wollen wir auch“, kommentierte Boede die weitere Runde des Antrags seiner Fraktion.

Wenn der Platz dauerhaft durch die fehlende Drainage und Beleuchtung nur eingeschränkt nutzbar sei, müsse man darüber nachdenken, ein oder zwei Mannschaften abzumelden.

Von Annika Jensen und Peter Degener

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