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Potsdam 58 Jahre Mauerbau: Mit dem Schiff über die Grenze in Potsdam
Lokales Potsdam 58 Jahre Mauerbau: Mit dem Schiff über die Grenze in Potsdam
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21:04 13.08.2019
Die MS Wappen von Spandau kurz vor dem Passieren der Glienicker Brücke. Quelle: Varvara Smirnova
Potsdam

Mehr als 300 Passagiere gedachten gestern auf der MS Wappen von Spandau der Mauertoten. Auf Einladung der Fördergemeinschaft Lindenstraße legte das Fahrgastschiff bei schönstem Sonnenschein an der Glienicker Brücke ab und fuhr über den Griebnitzsee und den Teltowkanal bis zur Schleuse Kleinmachnow und zurück. Die Grenze verlief hier bis 1989 in der Fahrrinne, der genaue Verlauf war aber unübersichtlich. Auch Wassersportler aus Westberlin liefen Gefahr, von DDR-Grenzern erschossen zu werden.

Nur noch sechs Mauerelemente

In Höhe Stubenrauchstraße erinnerte Manfred Kruczek, dass es erst 2008 möglich wurde, die Denkmalwürdigkeit der letzten sechs originalen Mauerelemente festzustellen. Durch die Sperrung des Uferweges durch Villenbesitzer am Griebnitzsee ist der Ort heute aber nur noch aus Richtung Berlin zu erreichen.

In der Hegelallee stationiert

Der Teltowkanal wurde erst 1981 von der DDR als Wasserstraße zwischen Havel und Spree für den Transitverkehr ausgebaut und freigegeben, erklärten die Veranstalter. Für die Sicherung der vorgesehenen Grenzübergangsstellen wurden 1000 Mitarbeiter eingesetzt, die in der Bezirksverwaltung der Staatssicherheit in der Hegelallee stationiert waren. Jeder siebte Angehörige des zuständigen Grenzregiments 44, das für den Grenzabschnitt zuständig war, arbeitete auch als Zuträger für die Stasi.

Nur wenige schafften es bis zur Grenze

Jochen Mauer, ein Historiker der Bundeswehr, betonte, dass 85 Prozent der Fluchtversuche bereits durch „Voraufklärung“ verhindert wurden. Die restlichen 15 Prozent mussten damit rechnen, beim Durchschwimmen des Grenzgewässers erschossen zu werden.

Geglückte Flucht

Von einer geglückten Flucht in der Nacht vom 26. auf den 27. August 1966 berichtete Hartmut Richter, nachdem er vier Stunden durch den verschilften Kanal getaucht war. Ein Hund hatte zwar angeschlagen, doch es gelang ihm, das rettende Ufer zu erreichen. Ab 1972 konnte er als Transitreisender wieder mit dem Auto durch seine alte Heimat fahren. Am 3. März 1975 wurde er von den Grenztruppen gefasst, als er seine Schwester und ihren Verlobten aus der DDR schmuggeln wollte. Insgesamt habe er auf diese Weise 33 Leuten geholfen, doch nicht alle Fälle konnte man ihm nachweisen. Er wurde zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt und kam am 2. Oktober 1980 wieder frei.

25 Kugeln in der Brust

Allein 1965 bezahlten hier fünf Menschen die Flucht mit dem Leben. Am 4. März durchlöchterten 25 Schüsse die Brust von Christian Buttkus. Sein Tod hatte in den 1990er Jahren ein juristisches Nachspiel. Im Gedenken an die Opfer wurden langstielige Rosen verteilt und vom Oberdeck ins Wasser geworfen.

Von Karim Saab

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