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Potsdam Mo Asumang spricht über „Hassverkäufer“
Lokales Potsdam Mo Asumang spricht über „Hassverkäufer“
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02:15 28.01.2018
Mo Asumang an der Heinrich-von-Kleist-Schule in Potsdam am - sie hat dort ihren Film und ihr Buch „Mo und die Arier" vorgestellt. Quelle: Peter Degener
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„Mo und die Arier – Allein unter Rassisten und Neonazis“ heißt das filmische Experiment, das die afrodeutsche Journalistin Mo Asumang gewagt hat. Sie konfrontierte radikale Hassprediger und Rassisten auf der ganzen Welt, sprach etwa mit dem Ku-Klux-Klan über Feindbilder.

Gespräch in der Potsdamer Heinrich-von-Kleist-Schule

Am Donnerstag war Asumang in Potsdam zu Gast. An der Schule des Zweiten Bildungswegs „Heinrich-von-Kleist“ kam sie nach kurzer Lesung und einem Blick in ihren Film vor allem ins Gespräch darüber, wie man mit Alltagsrassismus umgeht. Der Saal war bei der gemeinsamen Veranstaltung der Schule und der Konrad-Adenauer-Stiftung bis auf den letzten Sitzplatz gefüllt.

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„Die Kugel ist für dich, Mo Asumang“ drohte eine rechte Band

Die 54-Jährige hat sich intensiv mit dem Thema Ausgrenzung beschäftigt, seitdem sie die rechtsextreme Band „White Aryan Rebels“ sie mit der Textzeile „Die Kugel ist für dich, Mo Asumang“, direkt bedrohte. Mehrere sehr persönliche Dokumentationen folgten. Darin besucht sie die Menschen, die sie „Hassverkäufer“ nennt, und befragt sie spontan mit der Kamera zu ihrem Weltbild.

Mo Asumang im Gespräch mit Schülern und Lehrern an der Heinrich-von-Kleist-Schule in Potsdam. Sie hat dort ihren Film und ihr Buch "Mo und die Arier" vorgestellt. Quelle: Peter Degener

„Die Schüler reagieren sehr überrascht. Bei meinem Ansatz mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die einen hassen, muss man erstmal schlucken. Sie sind in der Regel mucksmäuschenstill und versuchen mitzubekommen, wie ich das gemacht habe“, sagt Asumang über ihre Erfahrung auf Lesungen und Filmvorführungen in Schulen, wie am Donnerstag in Potsdam.

Statt „Rede nicht mit denen“ stellt Asumang den Rassisten Fragen

Wie reagieren Schüler auf ihren Auftritt? „Motiviert. Die Schüler haben das Gefühl eine neue Einsicht bekommen zu haben. Die Debatte über Rechtsextremismus ist normalerweise ja: Rede nicht mit denen, schieb’ die weg, Nazis raus. Ich gehe aber hin und spreche mit den Leuten, stelle ihnen Fragen“, sagt Asumang.

Ihr Rat an ihre Zuschauer: „Schaut, passt auf, seid wachsam, denn auch in eurer Schule sind Leute, die komische Sätze sagen. Man darf diese Menschen aber nicht ausgrenzen, denn dann macht man dasselbe, was Rassisten mit Flüchtlingen oder mit mir und meiner dunklen Hautfarbe machen. Dann spiegelt man nur, was die einem vorarbeiten und wir wollen es anders machen.

Von Peter Degener

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