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Potsdam Modellversuch Zeppelinstraße wird nicht verkürzt
Lokales Potsdam Modellversuch Zeppelinstraße wird nicht verkürzt
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08:17 06.07.2017
Der Stau in der Zeppelinstraße sorgt für Stress.
Der Stau in der Zeppelinstraße sorgt für Stress. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Vielen Pendlern stinkt’s schon nach wenigen Tagen gewaltig. Dennoch ist die Linksfraktion am Mittwoch in der Stadtverordnetenversammlung mit ihrem Antrag gescheitert, den Modellversuch in der Zeppelinstraße wenn möglich zu verkürzen und nur drei statt wie geplant sechs Monate die Fahrbahn einzuengen.

Wer den Antrag ablehne, handle gegen die Interessen der Bürger, so Linksfraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg. Konkret forderte die Linke, dass der Versuch, der zu einer Schadstoffreduzierung in der stark belasteten Verkehrsader führen soll, schon nach drei Monaten evaluiert wird. Erst dann solle entschieden werden, ob der Test tatsächlich verlängert werden muss. Am Ende stimmten 32 Stadtverordneten gegen und 16 für den Antrag. Unterstützung bekam die Linke vom Bürgerbündnis/FDP. Die meisten Vertreter der anderen Fraktionen lehnten die kürzere Testlaufzeit ab. „Wir brauchen mehr Zeit, um belastbare Daten zu erheben“, so Saskia Hüneke (Grüne). Das Experiment sei nötig, ergänzte Grünen-Fraktionschef Peter Schüler. Die Linke blende aus, dass es auch Anwohner gebe, die seit Jahren unter dem Lärm und der hohen Schadstoffbelastung leiden.

MAZ-Talk zur Zeppelinstraße am 17. Juli, 18 Uhr, im Atelierhaus Scholle. Anmeldung unter 0331/2840-294 oder unter www.MAZ-online.de/MAZtalk

Umfrage:
www.MAZ-online.de/zeppelinstrasse

„Die Luftreinhaltung ist eine Rechtspflicht“, erklärte auch Baudezernent Bernd Rubelt (parteilos). Die Stadt sei gezwungen, die Situation in der Zeppelinstraße unter die Lupe zu nehmen. „Alternativen zum Modellversuch springen einem nicht sofort ins Gesicht“, so Rubelt. Es gehe nicht darum, Bürger politisch gegeneinander auszuspielen. Nach drei Monaten soll ein Zwischenergebnis vorliegen. Das reiche als Testergebnis aber noch nicht aus, so Rubelt. Nicht nur die Schadstoffbelastung werde dabei erfasst, sondern auch, welche Ausweichstrecken die Autofahrer nehmen, um dem Stau in der Zeppelinstraße zu umgehen. Der Versuch soll bis 31. Dezember laufen, könnte nach Willen der Verwaltung aber bis Ende März verlängert werden, falls die ermittelten Werte noch kein belastbares Ergebnis bringen. Damit liege die Stadt unter der Empfehlung des Umweltministeriums, das laut Rubelt zu einer einjährigen Testphase geraten habe.

Lars Eichert (CDU/ANW) wies darauf hin, dass die Pläne der Stadt ursprünglich andere gewesen seien: Anfangs sei es nicht um einen Modellversuch gegangen, sondern darum, die Zeppelinstraße gleich dauerhaft einzuengen.

Von Marion Kaufmann

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