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Potsdam Motor-Halle ist jetzt durchsaniert
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20:27 18.01.2019
Baukunst über dem Eingangsbereich. Die renovierte Sporthalle beherbergt mehrere Sparten von Motor Babelsberg. Quelle: Detlev Scheerbarth
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Babelsberg

Mit einer Präsentation der künstlerischen Fassadengestaltung ist am Freitagabend die Motor-Sporthalle im Babelsberger Konsumhof offiziell und neu eröffnet worden. Mehr als 6,7 Millionen Euro hat der Kommunale Immobilienservice (Kis) in die Sanierung und Erweiterung dieses traditionsreichen Sportbaus investiert; mehr als 2,1 Millionen Euro kamen vom Bundesinnenministerium. Baulich abgeschlossen hatte man die Sanierung schon im Dezember vergangenen Jahres.

Es sei „großartig, dass der traditionsreiche Sportcampus der Motorsporthalle pünktlich zum Jahreswechsel fertiggestellt werden konnte“, freut sich Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD): Die Halle sei „ein perfektes Beispiel dafür, wie gut Schulsport und Potsdamer Vereinssport zusammen funktionieren können.“ Hier fänden die Babelsberger Schulen perfekte Bedingungen vor, und auch den Bedürfnissen des SV Motor Babelsberg und der anderen Vereine werde hier entsprochen: „Dieser moderne Sportkomplex am historischen Standort hier in Babelsberg ist ein echtes Schmuckstück.“

Die so genannte Motor-Sporthalle in Babelsberg hat nichts mit Motorsport zu tun. Sie hat ihren Namen vom Sportverein „Motor Babelsberg“ – ein typisch ostdeutscher Vereinsname.

Schubert, Kis-Werksleiter Bernd Richter und der Motor-Vorsitzende Daniel Keller freuen sich über die bauliche Umsetzung des Siegerentwurfs aus dem im November 2017 ausgelobten „Kunst am Bau“-Wettbewerbes vor: „Vernetzung“ heißt es, geschaffen von Rainer Düvell. Es sollte die Geschichte des Standorts und des Gebäudes ebenso aufgreifen wie die geplanten Nutzungen.

50 Bewerber hatten sich gemeldet; sechs wurden gelost, zwei weitere gesetzt. Die acht eingereichten Entwürfe wurden durch eine aus sieben Fachpreisrichtern bestehende Jury bewertet. „Die auf die Außenfassade gesetzte Aluminiumkonstruktion zeichnet sich durch eine starke Außenwirkung aus“ lobte die Jury: Das Kunstwerk verspreche eine große Sichtbarkeit und steht als eigenständiges Kunstwerk auf der Fassade. Es verweise nicht zwingend auf die Nutzung des Gebäudes, sondern erlaube viele Assoziationen.

Halle hat viele Nutzer

Neben dem SV Motor Babelsberg wird die Halle auch vom Bertha-von-Suttner-Gymnasium und von der Goethe-Schule sowie durch diverse Kita-Gruppen genutzt. Damit die Schulen die Halle trotz Bauarbeiten nutzen konnten und auch eine zeitweise Nutzung durch die Sportvereine gewährleistet werden konnte, fanden die Arbeiten verteilt über zwei Bauabschnitte und bei laufendem Betrieb statt.

Die bis Ende 2017 im ersten Bauabschnitt erfolgte Erweiterung des Bestandbaus um eine Einfeldhalle mit Verbindungsbau ermöglicht es, die Sporthallen behindertengerecht zu erreichen. Hierfür wurden ein alter Anbau und ein Garagenkomplex abgerissen. Zudem erfolgte eine komplette Neuerschließung aller Wege und Medien. Die Rohbauarbeiten für die durch einen Verbinder mit der Bestandshalle verknüpfte Einfeldhalle hatte im Oktober 2016 begonnen.

Alte Halle zuletzt umgebaut

Im zweiten Bauabschnitt wurde 2018 die Bestandshalle mit der großen Ballspielfläche im zweiten Stock saniert und ausgebaut. Hierbei erhielt die Motorsporthalle eine neue Heizung und eine neue Sicherheitsbeleuchtung. Auch die sehr in die Jahre gekommenen Sanitäranlagen wurden modernisiert.

„Es war nicht ganz einfach, diese Halle zu modernisieren und zu erweitern. Denn die Rahmenbedingungen an diesem renommierten Sportstandort waren kompliziert“, räumte Kis-Chef Richter ein: „Wir hatten nur sehr wenig Platz für die Baumaßnahmen; und durch die Doppelnutzung von Vereinen und den Schulsport musste sehr viel abgestimmt werden. Doch die Zusammenarbeit aller Beteiligten lief hervorragend und deshalb konnten wir den Zeitplan voll einhalten.“

Komplex mit neuen Möglichkeiten

Durch die Sanierung und Erweiterung der Motorsporthalle ergeben sich für die Nutzer ganz neue Möglichkeiten. So können die neu hergestellten Sanitärräume im Altbau auch für die Erweiterungshalle genutzt werden. Der Verbinder hat zudem einen Fahrstuhl, durch den nun auch Rollstuhlfahrer ins Obergeschoss kommen. Die Erweiterungshalle verfügt im Erdgeschoss über vier Großgeräte- und zwei Kleingeräteräume. Zudem gibt es einen Juryraum mit Fenster zur Halle. Im Erdgeschoss des Neubaus ist der Kraftgeräteraum untergebracht. Im Obergeschoss des Erweiterungsbaus finden sich ein kombinierter Sanitäts-, bzw. Lehrerraum und ein Vorstandsbüro. Die Neubauhalle ist mit allen für den Schulsport nötigen Einbauten versehen.

Der Halle drohte auch schon Abriss

„Es war ein langer Weg um die Stadt zu überzeugen, die Sporthalle nicht abzureißen, sondern mit der Vielzahl von speziellen Nutzungen zu sanieren“, erklärte Daniel Keller und erinnerte an Ralf Mantau, der als langjähriges Vorstandsmitglied und Abteilungsleiter Boxen seit den 90er Jahren für die Sanierung der Halle kämpfte und diese dann gemeinsam mit dem Vorstand durchsetzte: „Leider verstarb er viel zu früh und kann heute das herausragende Ergebnis seines Einsatzes nicht mehr sehen. Jedoch steht nun sein Sohn Marcel Mantau in Verantwortung, der die Traditionssportart Boxen bei Motor fortführt.“ Nach Einschätzung Kellers ist „eine Sporteinrichtung entstanden, die einfach nur Spaß macht, beim Betreten und beim Sport machen.“

Durch einen neuen Zugang ist die Halle jetzt auch über einen öffentlichen Weg erschlossen. Der Schulweg wird sicherer und erfolgt nicht mehr über ein fremdes Grundstück. Schüler und Sportler sowie Gäste haben jetzt ein Foyer als Wartebereich, von dem man in die weiteren Sportbereiche zu Fuß oder über einen nahegelegenen behindertengerechten Fahrstuhl gelangen kann.

Von Rainer Schüler

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