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Potsdam Gewagtes Crossover im Potsdamer Nikolaisaal: „Apollon Musagète“
Lokales Potsdam Gewagtes Crossover im Potsdamer Nikolaisaal: „Apollon Musagète“
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17:32 20.06.2019
Der griechische Gott Apollon tritt bei dem dreiteiligen Tanztheaterabend „Apollo Musagète“ auch als Derwisch in Erscheinung.
Der griechische Gott Apollon tritt bei dem dreiteiligen Tanztheaterabend „Apollo Musagète“ auch als Derwisch in Erscheinung. Quelle: promo
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Potsdam

Ein Kontrastprogramm vom Feinsten verspricht am Freitag und Samstag die zweite Eigenproduktion der Musikfestspiele Potsdam Sanssouci zu werden, die am Wochenende zu Ende gehen. Der dreiteilige Tanztheaterabend „Apollon Musagète“ ist Apollon, dem Anführer der neun Musen, gewidmet. Im Nikoalaisaal werden Künstler aufeinander treffen, die unterschiedlicher nicht sein können, aber in ihrer jeweiligen Szene als Spitzenkräfte gelten.

Das Ensemble Sarband wurde 1986 von Vladimir Ivanoff gegründet und bringt mit historischen Instrumenten wie der Lira oder Gotischer Harfe die Beziehung zwischen Orient und Okzident zum Klingen. Die Kammerakademie Potsdam ist herkömmlich vertraut mit Claude Debussys lyrischem Flötensolo „Syrinx“, mit Igor Strawinskys virtuoser Ballettmusik „Apollon musagète“ und mit Erik Saties einfachen Klavierstücken „Gnossiennes & Gymnopédies“. Alle drei Werke stehen auf dem Programm, und werden, deutlich voneinander abgesetzt, unter Überschriften wie „Ekstase“, „Klarheit“ und „Askese“ inszeniert.

Es tanzt die Kadir Memis Company. Kadir Amigo ist ein Berliner Türke, der die Flying Steps gegründet hat. Er bezeichnet sich als „Urban Nomad“ und verquickt klassisches Ballett (aus der Originalchoreografie von George Balanchine) und orientalische Derwisch-Tänze, Breakdance, HipHop und andere Spielarten des Street Dance. Gerade die Ausdrucksformen im Hip-Hop-Tanz haben sich in den letzen Jahren stark differenziert und der Choreograf Kadir Memis verspricht, die Bandbreite auszureizen. „Mich inspiriert auch Bruce Lee, der viele Kampfstile vereint. Das übertrage ich auf meine Tänze“, sagt er.

Im Mittelpunkt steht ein Apollon, der mit den Musen im Paris um die Jahrhundertwende auftritt und den Kulturbruch durch den Ersten Weltkrieg erlebt. Die Aufführung wird auf gewagte Weise Haltungen und Stile, Zeiten und Welten miteinander verbinden.

„Apollon Musagète“ 21. und 22. Juni, jeweils 20 Uhr. Nikolaisaal. Karten ab 15 Euro unter 0331/2888828 und an der Abendkasse.

Von Karim Saab