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Potsdam Nach Fenstersturz in Potsdam: Tatverdächtiger schweigt, Verletzte nicht ansprechbar
Lokales Potsdam Nach Fenstersturz in Potsdam: Tatverdächtiger schweigt, Verletzte nicht ansprechbar
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19:12 28.12.2019
Die Polizei fand in Potsdam zwei Schwerverletzte vor, die offenbar aus dem Fenster gestürzt waren. Quelle: Johannes Neudecker/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Drewitz

Die Polizei ermittelt zu den Hintergründen eines Fenstersturzes im Potsdamer Neubaugebiet Drewitz, bei dem am nächtlichen Samstagmorgen eine 27 Jahre alte Frau und ein 23 Jahre alter Mann schwer verletzt wurden. Als dringend tatverdächtig gilt ein 23-jähriger Syrer, den man unweit des Ereignisortes unversehrt festgenommen hatte. Offenbar hatte er sich zuvor gewaltsam Zutritt zur Wohnung der beiden Verletzten verschafft, die ebenfalls die syrische Staatsangehörigkeit besitzen.

Die Polizei war gegen vier Uhr morgens zunächst wegen einer beschädigten Wohnungstür in den Hertha-Thiele-Weg ausgerückt. Auf dem Weg dorthin erreichte sie dann die Nachricht, dass dort offenbar zwei Personen aus der vierten Etage eines Mehrfamilienhauses gestürzt seien.

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Verletzte Personen im Krankenhaus

Vor dem Haus fanden die Polizisten dann tatsächlich eine Frau und einen Mann vor, beide waren schwer verletzt. Nach derzeitigen Erkenntnissen geht die Polizei davon aus, dass die beiden aus einem Fenster ihrer Wohnung gestürzt sind. Rettungskräfte brachten die beiden ins Krankenhaus. Über ihren Zustand sagte die Polizei am Samstagnachmittag nichts.

Was genau geschehen ist, ist nicht bekannt, weil die beiden Gestürzten nicht befragbar sind und der Tatverdächtige noch nichts gesagt hat. Die Polizei teilte allerdings mit, dass er genug Deutsch spricht, um sich mit ihm zu verständigen. Er sei dringend tatverdächtig, weil die Opfer die Polizei vor dem Sturz angerufen haben: "Hier tritt einer die Tür ein", sollen sie gesagt haben.

Das sei dann auch geschehen. Man müsse allerdings zuerst die beiden Zeugen befragen, deren gesundheitlichen Zustand noch unklar ist. Erst dann ist der Verdächtige vernehmbar. Sind die Zeugen bis Sonntagmittag nicht befragbar, entscheidet ein Richter nach Aktenlage. Vermutlich würde dies aufgrund des dringenden Tatverdachts U-Haft bedeuten. Zur Zeit befindet er sich noch im Potsdamer Polizeigewahrsam.

Versuchtes Tötungsdelikt nicht ausgeschlossen

Ein versuchtes Tötungsdelikt kann nicht ausgeschlossen werden, deswegen wurde zunächst Strafanzeige aufgenommen und der 23-Jährige vorläufig festgenommen. Die Ermittlungen liegen bei der Kriminalpolizei.

Von Rainer Schüler