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Potsdam Saskia Hüneke: „Der eigentliche Haken ist die finanzielle, soziale Ebene“
Lokales Potsdam Saskia Hüneke: „Der eigentliche Haken ist die finanzielle, soziale Ebene“
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19:46 05.01.2020
Saskia Hüneke glaubt an das Miteinander. Quelle: Stefan Gloede
Potsdam

In seinem poetisch-politisch-provokanten Text vermischt Christian Näthe mehrere Betrachtungsebenen. Vielleicht werden neben Unterschieden Gemeinsamkeiten sichtbar, wenn man die Ebenen voneinander trennt.

>>>Zum Gastbeitrag von Christian Näthe

Privat kenne ich Potsdam seit 1972, auch ich mochte das Marode, das Subkulturelle, das Trotzalledem im Freundeskreis. Doch kann die schöne Erinnerung den existenzbedrohenden Verfall, die engen Grenzen auch der Subkultur, das Fehlen von Rechtssicherheit und Mitbestimmung nicht verdecken. Deshalb kann ich dem nicht nachtrauern. Der Wandel betrifft dann aber alle, natürlich auch die Nischenkulturen.

Der eigentliche Haken ist die soziale Ebene

Der eigentliche Haken ist die finanzielle, soziale Ebene: Wir teilen die Kritik, dass das Haushaltsrecht Kultur als „freiwillige Leistung“ hinten anstellt, dass im Kulturbereich of zu geringe Einkommen generiert werden. Das wird durch die allgemeine Situation für viele aus der DDR – statistisch gesehen – noch schwieriger, weil da weniger Vermögen existieren und die Abhängigkeit von Wohn- oder Gewerbemieten vor allem in den Wachstumszentren besonders groß ist. Bundespolitische Regelungen im Miet- und Steuerrecht verstärken diese Probleme.

>>>Zum Gastbeitrag von Barbara Kuster

Hier sehe ich die Ursachen für den sozialen Druck, die Indizien auf der baulichen Ebene aber nicht bei FH-Abriss und Garnisonkirche, sondern vielerorts in einer überdimensionierten „Renditearchitektur“, die „mein“ Potsdam verfremdet und für die ich dennoch immer wieder Mehrheiten akzeptieren muss.

Die Fokussierung auf die Mitte – Umbau der Mitte gleich Verlust kreativer Räume gleich Verlust der DDR-Zeugnisse – verstellt den Blick darauf, wie intensiv sich Stadtpolitik seit Jahren um Ersatz für diverse „Nischen“, um Kreativorte, um die Dämpfung des Mietenanstiegs und die Sanierung von DDR-Bauten bemüht. Auch überschätzt Näthe den Einfluss einzelner Personen vor dem Hintergrund des breiten Bürgerengagements und der demokratischen Entscheidungen für die Mitte.

Kritik wird durch Diskurs abgelöst

In meiner Fantasie sehe ich, dass die ungerechtfertigte Kritik am Garnisonkirchturmprojekt als vermeintlichem Ort des Militarismus von der Teilnahme am Diskurs zur kritischen Aufarbeitung der Geschichte abgelöst wird. Ich bin davon überzeugt, dass es auch im gegebenen rechtlichen Kontext und im gegenseitigen Respekt möglich sein wird, für das Gesamtareal um den Turm ein inhaltlich in die Zukunft weisendes, städtebaulich und architektonisch spannendes Konzept zu erarbeiten.

Saskia Hüneke, Potsdamer Stadtverordnete der Grünen

Lesen Sie die anderen beiden Beiträge

Von Saskia Hüneke

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