Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Nach Heiratsantrag beim Feuerwerk: Potsdamer Paar sagt Ja
Lokales Potsdam Nach Heiratsantrag beim Feuerwerk: Potsdamer Paar sagt Ja
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
07:16 04.08.2019
Besonderer Gast zur Hochzeit: Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) hat die Traurede übernehmen, er war auch schon beim Heiratsantrag bei der Feuerwerkersinfonie dabei. Quelle: privat
Anzeige
Potsdam

Es ist der Abend ihres zwölften Jahrestages und Lisa Zander hat schlechte Laune. Am Nachmittag hat erst ihr Freund Cyril den Schwimmkurs ihrer gemeinsamen Tochter verpasst, dann haben Freunde den geplanten Besuch der Feuerwerkersinfonie abgesagt und nun fragt sie sich: Will ich den Abend über wirklich allein auf einer Picknickdecke sitzen, während Cyril als Feuerwehrmann das Feuerwerk bewacht? „Weißt du was?“ Genervt stellt sie den gepackten Korb in die Ecke. „Ich komm da heute nicht mit.“

Warum sie dann doch mitkommt, daran erinnert sich die Potsdamerin nicht mehr. Vielleicht Vorahnung, vielleicht sein verzweifelter Gesichtsausdruck. Auf jeden Fall ist sie da, als Cyril Dahlgrün sich am späten Abend des 20. Juli 2018 auf die Bühne stellt, sie zu sich bittet, vor ihr auf die Knie geht und fragt: „Lisa, willst du meine Frau werden?“ An diesem Abend geht ihr „Ja“ im Jubel des Publikums unter – ein Jahr später sagt sie es noch einmal. Hochoffiziell. Lisa Zander (29) und Cyril Dahlgrün (31) heiraten am 20. Juli 2019 im Potsdamer Standesamt. Es ist der Morgen ihres 13. Jahrestages.

Die Kameraden von der Feuerwehr haben LIsa und Cyril Dahlgrün nach ihrer Trauung überrascht – unter anderem mit der Aufgabe, einen Baumstamm durchzusägen. Quelle: privat

Sie trägt ein schlichtes weißes Kleid, er einen dunkelblauen Anzug, ihre Töchter Philina (5) und Linnéa (2) haben Blumenkränze im Haar. Der Oberbürgermeister hält die Traurede, Cyrils Brüder spielen Geige, Klavier und singen für sie „The Rose“, die Feuerwehrkameraden stehen überraschend mit neongrünen Schläuchen vor der Tür Spalier. Zwei Wochen danach sitzen sie in einem Potsdamer Restaurant unterm Sonnenschirm und erinnern sich an den Tag. „Es war perfekt“, sagt er. „Die Feuerwehr hat es rund gemacht“, sagt sie.

Dabei gab es schon Tage, an denen Lisa Dahlgrün die Feuerwehr verflucht hat. „Wenn Silvester um kurz vor Mitternacht sein Pieper losging. Wenn er aus Familienfeiern gerissen wurde. Wenn...“ Sie muss lachen. „Eigentlich kommt so ein Einsatz immer dann, wenn es gerade nicht passt.“ Dass sie ihn für sein Hobby trotzdem jedes Mal gehen lässt, ohne zu meckern, sagt Cyril Dahlgrün, „das liebe ich an Lisa“. Lisa, die nun Dahlgrün heißt wie er und die beiden Töchter.

In der Schule kennengelernt

Sie hat auf diesen Tag lange gewartet, hätte gerne schon viel früher „Ja“ gesagt. Doch Cyril Dahlgrün hat nie die richtige Gelegenheit gefunden. Erst wollte er sein Studium beenden, ihr dann etwas ganz besonderes bieten. Vor einem Jahr schien schließlich alles perfekt: Feuerwerkersinfonie, zwölfter Jahrestag, die große Bühne. „Ich hatte ein Transparent gemalt, die Veranstalter eingeweiht, meine engsten Feuerwehrkollegen instruiert“, erzählt er. „Alles war vorbereitet.“ Nur an die Möglichkeit, dass sie vielleicht doch nicht mitkommt, hatte er nicht gedacht. Heute lachen sie darüber. „Damals war ich kurzzeitig echt verzweifelt.“

Eine weitere Überraschung der Feuerwehrkameraden: ein Durchgang aus neongrünen Feuerwehrschläuchen. Quelle: privat

Doch es war an diesem Abend wie oft in ihrem gemeinsamen Leben. „Ich bin in solchen Situationen recht impulsiv und emotional“, sagt Lisa Dahlgrün. „Doch Cyril holt mich mit seiner geduldigen und liebevollen Art ganz schnell wieder runter.“ Dreizehn Jahre funktioniert das inzwischen mit ihnen – und sie sind überzeugt: Das bleibt auch so. „Die Chemie“, sagt Lisa Dahlgrün, „die stimmt einfach.“

Kennengelernt haben sich die beiden in der Waldorfschule in Potsdam. Für ihn war es Liebe auf den ersten, für sie auf den zweiten Blick, dazwischen lagen fast anderthalb Jahre. „Ich musste verdammt buhlen, um Lisa zu überzeugen“, erzählt er. Als er es endlich geschafft hatte, war er 18 und sie 16, alles, was dann kam, erlebten sie gemeinsam: Schulabschluss, sein Studium der Stadt- und Regionalplanung, ihre Ausbildung zur Radiologieassistentin, die erste eigene Wohnung, die Geburt der beiden Töchter, der Heiratsantrag, nun die Hochzeit.

Ob eine Heirat nach dreizehn Jahren noch etwas ändert? „Für mich schon“, sagt Lisa Dahlgrün, „das macht es einfach rund, komplett irgendwie.“ Außerdem müsse sie sich nicht mehr fragen, was Cyril denn nun sei. „Freund, Lebenspartner, Lebensabschnittsgefährte?“ Sie schüttelt den Kopf. „Das habe ich immer gehasst.“ Nun endlich „mein Mann“ sagen zu können, fühlt sich für sie „richtig gut“ an. Er hingegen fremdelt noch ein wenig mit „meine Frau“, freut sich dafür, „Lisa Dahlgrün“ auf dem Adressfeld ihrer Post zu lesen. „Das so schwarz auf weiß zu sehen“, sagt er, „macht mich schon ein bisschen stolz.“

Ein Jahr ist es her, dass er sie vor mehr als 5000 Menschen gefragt hat, zwei Wochen sind vergangen, seit sie offiziell ja gesagt hat. Was nun kommt? Die beiden schauen sich an und müssen lachen. „Die nächste Hochzeit?“ In einem Jahr folgt auf die standesamtliche, die kirchliche Trauung. Den Termin haben sie sich schon ausgesucht: 20. Juni 2020.

Lesen Sie auch:

>>> Feuerwehrmann macht Freundin bei Feuerwerk einen Heiratsantrag

Von Anna Sprockhoff

Ein fester Platz in der Stadtpolitik? Grüne und die Fraktion Die Andere wollen mit einem Beschluss zum Klimanotstand Sitze für Vertreter der Bewegung Fridays for Future in wichtigen Ausschüssen der Stadtverordnetenversammlung reservieren.

04.08.2019

Der Kampf um einen ICE-Halt für Potsdam geht in die nächste Runde. Auf Antrag der Linken soll der Oberbürgermeister sich unmittelbar nach der Wahl mit der neuen Landesregierung in Verbindung setzen.

03.08.2019

Im heimischen Alfred-Kunze-Sportpark hat die BSG Chemie Leipzig am Samstagnachmittag gegen den SV Babelsberg erneut nur ein Unentschieden erkämpft. Mit jeweils einem Tor gingen die Mannschaften in die Pause. Die zweite Hälfte blieb torlos.

03.08.2019