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Potsdam Nach Therapie in Thailand: Lotta (4) ist wieder zu Hause in Potsdam
Lokales Potsdam Nach Therapie in Thailand: Lotta (4) ist wieder zu Hause in Potsdam
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21:36 04.09.2019
Lotta ist unheilbar krank. In Thailand hat sie eine Stammzellentherapie gemacht – und ein wenig Urlaub. Quelle: privat
Potsdam

Am Ende plagt sie das Heimweh viel schlimmer als erwartet. Da helfen auch Sonne, Pool und Palmen nichts – zu Hause bei der Familie und den Freunden ist es einfach am allerschönsten. Darüber sind sich die kleine Lotta (4) und ihre Mama einig. Am späten Sonntagabend sind sie wohlbehalten in Berlin gelandet – nach drei Wochen in Thailand, wo Lotta sich in einer Privatklinik eine Stammzellentherapie unterzogen hat.

„Wir sind so unendlich glücklich wieder zu Hause zu sein“, sagt Sandra Rathgeber. Lotta habe am Ende jeden Tag gefragt, wann sie wieder bei ihren Schwestern sein und mit ihnen spielen kann. „Und auch ich wollte meine Mädels endlich wieder in die Arme nehmen, mich über unordentliche Zimmer und Wäscheberge aufregen...“

„Wir wissen nicht, was in einem Jahr sein wird“

Sandra Rathgeber sagt, sie wollte einfach in ihr Leben zurück: „Am liebsten in das Leben wie es vor zwei Jahren noch war – als noch alles in Ordnung war.“ Dass das auf immer und ewig ein Traum bleiben wird, weiß Sandra Rathgeber nur zu gut. Auch wenn die Therapie Lotta gut getan habe: „Unser neues Leben heißt, nicht mehr zu wissen, was in einem Jahr sein wird“. Jeden Tag achte sie genauestens darauf, ob sich an Lottas Zustand irgendetwas verändert hat – das heißt in Lottas Fall, ob etwas schlechter geworden ist.

Eine äußerst seltene Krankheit

Lotta leidet an einer spinozerebellären und einer spastischen Ataxie, deren Subtypen und Kombination äußerst selten, vielleicht sogar einmalig sind. Bei dieser vererbten Krankheit gehen Nervenzellen zugrunde. Lottas Leiden ist nicht heilbar und schreitet fort – die Ärzte gehen davon aus, dass ihr nur noch wenige Jahre bleiben.

Die unheilbar kranke Lotta (4) aus Potsdam: Die MAZ hat das Mädchen und seine Mutter Sandra Rathgeber im Juni besucht. Quelle: Nadine Fabian

Seit die Familie im Februar diese Schreckensdiagnose erhalten und im März in der MAZ öffentlich gemacht hat, bewegt Lottas Schicksal Menschen aus ganz Deutschland. Dank eifriger Helfer und großzügiger Spender konnte Sandra Rathgeber mit ihrer Jüngsten Anfang August nach Bangkok fliegen und eine in Deutschland nicht angebotene Behandlung in Anspruch nehmen – ein Schimmer Hoffnung, dass die tückische Krankheit wenigstens eine Pause einlegt.

Nach der Therapie ist vor der Therapie

„An jedem Tag, an dem ich an Lotti keine sichtbaren Veränderungen entdecke, bin ich unendlich dankbar“, sagt Sandra Rathgeber: „Unser neues Leben heißt nun: kämpfen, hoffen, jede Minute genießen!“ Im neuen Leben gilt auch eine neue Zeitrechnung. Nun heißt es für Lotta: Nach der Therapie ist vor der Therapie.

Lotta und ihre Mutter in Thailand: Wenn die Therapie dem Mädchen hilft, will die Familie sie spätestens 2021 noch einmal in Anspruch nehmen. Quelle: privat

„Heimweh ist schlimm. Aber wenn es Lotti hilft, wollen wir die Therapie wiederholen – spätestens 2021“, sagt Sandra Rathgeber. Die nächste Benefizaktion ist schon geplant. Die Veranstalterin des Töpfermarkts im Holländischen Viertel – die Potsdamer Agentur P3, die auch hinter der Erlebnisnacht steht – stellt Lottas guten Geistern einen Stand zur Verfügung. Am kommenden Wochenende, 7./ 8. September, gibt es dort Kuchen satt. Auch das Spendenkonto beim Verein Einzelhilfe Manufakturbleibt offen.

Zwei Tage Töpfermarkt

Der Töpfermarkt hat am Samstag von 10 bis 19 Uhr und am Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Angeboten werden Töpferwaren, Keramik, Porzellan, Korbwaren, Weberei, Holzspielzeug, Schmuck, Papier, Kalender, Spezialitäten, Senf und Käse aus Holland, Salami aus Frankreich und Öl aus Griechenland. Fast 100 Töpfer, Keramiker, Kunsthandwerker und Kulinariker präsentieren sich. Der Eintritt ist frei.

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