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Potsdam Raddemo in Potsdam: Klima-Aktivisten blockieren Brücken
Lokales Potsdam Raddemo in Potsdam: Klima-Aktivisten blockieren Brücken
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22:15 27.09.2019
Mehr als 100 Demonstranten fuhren am Freitag durch die Stadt. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Mehr als 120 Aktivisten haben am Freitagabend bei einer Fahrraddemonstration durch die Stadt für eine neue Klimapolitik protestiert. Die Route führte vom Luisenplatz über die Lange Brücke, die Kreuzung Behlert- und Berliner Straße an der Humboldtbrücke zur Glienicker Brücke. Das erklärte Ziel der Demonstranten war eine jeweils kurzzeitige Blockade der drei Hauptverkehrsachsen und -knotenpunkte der Stadt. Die Aktion bildete den Abschluss der Potsdamer Veranstaltungen der sogenannten Earth Strike Week, einer globalen Reihe von Protestaktionen für das Klima.

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Aufgerufen zu der Demonstration hatte ein Bündnis, zu dem unter anderem die Potsdamer „Fridays for Future“-Gruppe gehört. Auch die Aktivisten der Initiative Seebrücke, die sich für die Rettung Geflüchteter einsetzt, gehörte zu den Demonstranten. Sie hatten zum Start der Demonstration am Luisenplatz eine Mahnwache abgehalten, um darauf hinzuweisen, dass der Klimawandel eine der wichtigsten Fluchtursachen darstellt.

Angespannte Stimmung bei den Autofahrern

„Es ist super cool, auf der leeren Nuthestraße Fahrrad zu fahren“, sagte der Demo-Teilnehmer Thomas Block, „die Stimmung ist gut und wir haben alle ein Ziel.“ Das sahen viele der betroffenen Autofahrer freilich anders – denn die Nuthestraße war mitnichten leer. Hinter der Polizeisperre, welche die Schnellstraße abtrennte, staute sich der Verkehr einem Polizeisprecher zufolge auf mehr als zwei Kilometern, eine Staulänge, die sonst nur in den Stoßzeiten erreicht wird.

Campact-Aktion gegen das Klimapaket

Das Kampagnen-Netzwerk Campact veranstaltet eine Klima-Protestaktion am Dienstag um 16.30 Uhr vor der Biosphäre.

Anlass ist eine SPD-Mitgliederversammlung, bei der sich die Kandidaten für den Bundesvorsitz vorstellen.

Campact will gegen das Klimapaket der Bundesregierung protestieren. Dafür lassen Aktivisten, verkleidet als Kanzlerin Angela Merkel und CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer, Kugeln auf 14 mannshohe Kegel mit Fotos der Kandidaten rollen.

In den Autos war die Stimmung dann auch deutlich weniger gut als auf den Fahrrädern: Eine Frau schrie aus ihrem Auto, sie sei ehrenamtlich im Dienst und müsse dringend auf die Toilette. Ein Mann, der als Gebäudereiniger arbeitet, sagte, er müsse noch drei Objekte reinigen und die Zeit laufe ihm davon. „Eigentlich finde ich das gut, aber nicht am Freitagabend“, sagt er über die Demo. „Wir wollen das Business as usual unterbrechen, um die Leute zum Nachdenken zu motivieren“, sagte Florian Kirchesch von Fridays for Future dazu, „wir können hier den Verkehr für fünf Minuten stoppen, das Problem können wir nur gemeinsam lösen.“

Äpfel und Kekse für die Autofahrer

Alexander, ein anderer junger Demonstrant, möchte nur seinen Vornamen in der Zeitung lesen. Er verteilte gemeinsam mit zwei Freundinnen Äpfel und Kekse an wartende Autofahrer und kam mit ihnen ins Gespräch. Er sagte, viele würden Verständnis für die jungen Aktivisten zeigen, dann aber mit dem Auto fahren, „obwohl sie auch die Öffentlichen nutzen könnten.“

Einmal mehr schlug den Klimaaktivisten das meiste Unverständnis nicht auf der Straße, sondern in den sozialen Netzwerken entgegen. Als „Verkehrsrowdys“, „Idioten Möchtegern-Ökofreaks“ und „abnormale Spinner“ wurden die Demonstranten bei Facebook beschimpft, auch unverhohlene Aufrufe zur Gewalt gegen sie waren dort zu lesen. Doch die Aktivisten lässt das kalt. „Hass perlt an uns ab“, sagte Organisator Florian Kirchesch dazu, „die Menschen reagieren einfach emotional, machen denken dann vielleicht auch nicht nach.“

Positives Fazit der Einsatzkräfte

Die Polizei zog zum Schluss der Demonstration ein positives Fazit. Alles sei friedlich und ohne Störungen abgelaufen: „Das, was die Autofahrer hier erlebt haben, ist in Potsdam normal, es war eben Stau“, so ein Polizeisprecher. Die angemeldete Teilnehmerzahl von 50 sei mehr als verdoppelt worden. Sein Ende fand der Rad-Protest im studentischen Kulturzentrum Kuze in der Innenstadt beim internationalen Flüchtlingstag. Auf den letzten Wegmetern durch die Brandenburger Straße wurden die Räder übrigens geschoben – die Polizei hatte aus Rücksicht auf die Fußgänger dort darum gebeten.

Von Jan Russezki, Lisa Schmierer und Saskia Kirf

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