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Potsdam Nächster Karrierestopp – Ministerpräsident?
Lokales Potsdam Nächster Karrierestopp – Ministerpräsident?
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00:16 23.01.2018
Noch im Hintergrund – doch Mike Schubert drängt es in den Vordergrund. Quelle: Friedrich Bungert
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Potsdam

Uff – geschafft! Das monatelange Vorspiel zum endgültigen Höhepunkt – der Kür des SPD-Kandidaten für den OB-Wahlkampf – ist vorbei. Endlich, möchte man sagen. Denn irgendwann drohte der Wettbewerb ins unschöne Tauziehen abzugleiten, lagen die Nerven bei den Beteiligten zunehmend blank. Wettbewerb ist gut, aber irgendwann muss es auch gut sein. Und die Partei hat nun die nötige Klarheit für ihren OB-Wahlkampf, nachdem – fast – alle anderen Parteien diesbezüglich ihr Haus bestellt haben.

Der SPD-Kandidat im Porträt

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Der Wahl im Liveticker

Mike Schubert konnte am Sonnabend die Mitglieder mit einer dynamischen, rhetorisch guten Rede von sich überzeugen. Nicht nur real bekam er dafür einen großen Blumenstrauß – auch im übertragenen Sinne wurden ihm dafür Blumen gestreut. Doch schöne Worte sind das eine. Jeder weiß: Nach der Wahl ist vor der Wahl. In den letzten Jahren hat Schubert bereits zwei Landtagswahlkämpfe in der Stadt bestritten – bei beiden blieb er glücklos. Allerdings trat er jeweils gegen starke Gegner in Gestalt von Hans-Jürgen Scharfenberg (Linke) und Saskia Ludwig (CDU) an. Doch auch bei dieser Oberbürgermeisterwahl sind die Kontrahenten beileibe nicht zu unterschätzen. Während in früheren Jahren bei manchen Parteien sogar nur Gast-Kandidaten „einflogen“ wurden – siehe Barbara Richstein für die CDU im Jahr 2010 – , sieht die Kandidatenriege diesmal wesentlich handfester aus. Das „rote Rathaus“ ist nicht mehr in Stein gemeißelt; auch das alte Stichwahl-Duell zwischen SPD und Linken möglicherweise nicht mehr.

Schubert will nicht als Wortbrecher gelten

Eines kann man Schubert aber auf alle Fälle nicht nachreden: Dass er über kein Karrierebewusstsein verfügt. Schon seit Jahren hatte man ihm Ambitionen auf den Chefsessel im Rathaus nachgesagt – was Schubert selbst immer entweder empört abstritt oder bescheiden dementierte, je nach Stimmungslage.

Noch vor seiner Wahl zum Sozialdezernenten soll er den Parteifreunden versprochen haben, die ganzen acht Jahre auf dem Beigeordneten-Posten durchzuhalten. Dies interpretiert Schubert heute so, dass er gemeint habe, er würde für diese Zeitdauer prinzipiell zur Verfügung stehen. Schuberts Begründung, warum er sein Wort gebrochen hat, dass er über die vollen acht Jahre Sozialdezernent bleiben wolle: Er habe das Bedürfnis nach frischem Wind gespürt, sagte er am Sonnabend in seiner Vorstellungsrede. Was manche Parteimitglieder nachher untereinander scherzen ließ: Will er nach einem Jahr OB dann auch gleich Ministerpräsident werden?

Von Ildiko Röd