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Potsdam Wasserpolizei tauft zwei neue Boote
Lokales Potsdam Wasserpolizei tauft zwei neue Boote
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01:15 10.08.2018
Neue Dienstboote für die Wasserschutzpolizei: Katrin Lange, Staatssekretärin im Innenministerium taufte eines der beiden neuen Boote. Quelle: fotoS: Jonas Nayda
Berliner Vorstadt

Wenn ehemalige Wasserpolizisten sich in Reih und Glied aufstellen und einige Seemannslieder schmettern, dann muss ein besonderer Anlass vorliegen. Die Brandenburgische Wasserschutzpolizei hat gestern in Potsdam zwei neue Dienstboote getauft. Bei der Feier durfte der Shanty-Chor der Wasserschutzpolizei nicht fehlen. Die baugleichen Schiffe „WSP 40“ und „WSP 41“ werden ab sofort die Streifendienste in Erkner und Potsdam verstärken.

Voraussetzungen für die Taufe

Es gibt vier wichtige Voraussetzungen, die Taufpaten bei einer Schiffstaufe einhalten müssen: Sie müssen weiblich sein, dürfen nicht schwanger sein, keine roten Haare haben und sie dürfen bei der Taufe kein grünes Kleid tragen. Das alles würde nach Ansicht der abergläubigen Seemänner Unglück bringen.

Aber Katrin Lange, Brandenburgische Staatssekretärin im Ministerium des Inneren, erfüllte alle Voraussetzungen, so dass ihr am Dienstag die ehrenvolle Aufgabe gebührte, die „WSP 40“ mit Sekt zu begießen und damit zu taufen.

Die Bootstaufe ist vollbracht. Ein Polizist in Uniform salutiert auf dem Bootsanleger. Quelle: Jonas Nayda

Shanty-Chor sorgt für Stimmung

Der Shanty-Chor stimmte sein Lied an: „Auf dem Wasser sind wir zuhause – wir machen kaum eine Pause“, bei hochsommerlichen Temperaturen war die Stimmung bei der Schiffstaufe auf dem Gelände des Wasser- und Schifffahrtsamtes an der Havel entsprechend gut.

Der Chanty-Chor der Wasserschutzpolizei verlieh der Bootstaufe einen maritimen Flair. Quelle: Jonas Nayda

„Es freut mich ungemein, dass die Erneuerung unserer Flotte weiter voranschreitet“, sagte Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke in seiner Begrüßungsrede. Neben zahlreichen Dienststellenleitern von Polizeidirektionen – auch aus Niedersachsen und Sachsen-Anhalt – begrüßte Mörke auch den polnischen Kommandanten der Wojewodschaft Stettin, General Jacek Cegiela. Mörke betonte die gute Zusammenarbeit mit den polnischen Kollegen.

Brandenburg hat die meisten Wasserstraßen

Staatssekretärin Lange bekräftigte, wie wichtig es sei, in neue Boote zu investieren: „Der Verkehr auf dem Wasser wird von Jahr zu Jahr mehr, das bedeutet, dass auch mehr kontrolliert werden muss. Dem tragen wir mit der Beschaffung der neuen Polizeiboote Rechnung“, sagte sie.

Brandenburg ist das Land mit den meisten Wasserstraßen in ganz Deutschland. Derzeit besitzt die Polizei in Brandenburg 43 Dienstboote. Die WSP 40 und die WSP 41 sind nun die ersten beiden neuen Boote, die im Rahmen des Bootneubauprogramms in den Dienst aufgenommen wurden.

Aufrüstung bei der Polizei

In den nächsten Jahren sollen sukzessive noch acht weitere alte Boote durch neue des sogenannten Typs 2 ersetzt werden. „Wir haben anständig aufgerüstet“, sagt Polizeipräsident Mörke.

Die neuen Boote verfügen über diverse moderne Technik, die sogar Einsätze in der Nacht problemlos ermöglichen soll. An Bord befinden sich unter anderem eine Wärmebildkamera, Suchscheinwerfer und im Heckbereich gibt es eine Bergeplattform, mit der Schiffbrüchige gerettet werden können. Die 350 PS des Diesel-Motors erlauben eine Höchstgeschwindigkeit von 51 Kilometern in der Stunde.

Bei einer kurzen Rundfahrt auf der Havel konnte Schiffsführer Andreas Breitenfeld seine neue WSP 41 den anwesenden Journalisten vorführen. „Das Boot lässt sich sehr gut manövrieren, sogar beim Rückwärtsfahren oder bei Vollgas“, erklärt Breitenfeld. Er ist sehr zufrieden über seinen neuen Arbeitsort.

Schiffsführer Andreas Breitenfeld ist sehr zufrieden mit dem neuen Dienstboot. Quelle: Jonas Nayda

Auf den Polizeibooten verbringen die Wasserschutzpolizisten unter Umständen Schichten von bis zu zwölf Stunden. Zum Einsatz kommen die WSP 40 und die WSP 41 hauptsächlich im regulären Streifendienst. Die Besatzung wird die Berufsschifffahrt und auch die Sportboote kontrollieren.

Die neuen Polizeiboote würden den Anforderungen an moderne Arbeitsplätze gerecht, sagt Staatssekretärin Lange. „Wir brauchen nicht nur gut ausgebildete Polizisten, sondern auch die entsprechende zeitgemäße Technik“, so Lange weiter.

Polizei-Streifenboot Typ 2

Das neue Dienstboot der Wasserschutzpolizei ist 9,5 Meter lang und 3,1 Meter breit. Der Tiefgang beträgt rund 1,1 Meter, die Höhe über der Wasserlinie ist 3,1 Meter.

Angetrieben wird das Boot vom Typ Nord Star 28 Patrol von einem 8-Zylinder Diesel-Motor mit 4460 Kubikzentimeter Hubraum und 350 PS. Höchstgeschwindigkeit: 51 Kilometer pro Stunde.

Das Boot ist mit allerhand technischer Besonderheiten ausgestattet: Funkanlage, Sondersignalanlage, Signalhorn, Echolot mit 3D-Strukturscan sowie Wärmebildkamera, Suchscheinwerfer, Eigensicherungsanlage durch Heckkamera mit Bildschirm, Alarmanlage, DAB-Radio mit Bluetooth-Freisprecheinrichtung und 6,3 kW Generator.

Die Kabine verfügt über eine Klimaanlage mit zusätzlicher Heizfunktion. Außerdem gibt es eine beleuchtete Bergeplattform am Heck, eine Nasszelle mit WC und sogar eine kleine Pantry-Küche.

Im regulären Betrieb werden zwei Polizisten auf dem Boot eingesetzt. Sie wechseln sich mit dem Steuern ab.

Von Jonas Nayda

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