Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Neue Details zu Plattners Plänen am Brauhausberg
Lokales Potsdam Neue Details zu Plattners Plänen am Brauhausberg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
01:16 31.03.2019
Der freie Blick auf das Minsk, rechts davon Mietwohnungen – so sieht das Konzept der Hasso-Plattner-Stiftung aus. Quelle: Hasso-Plattner-Stiftung
Potsdam

Weitere Details zu den Plänen der Hasso-Plattner-Stiftung am Brauhausberg sind am Donnerstag bekannt geworden. So sollen künftig in gebührendem Abstand zu dem in ein Museum umgebautes Terrassenrestaurant „Minsk“ etwa 120 Mietwohnungen in acht Gebäuden entstehen.

Die Mieten werden, „unterhalb von dem, was marktgängig ist, und oberhalb von gefördertem Wohnungsbau liegen“, sagte Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) im Rathaus. In den Sockelgeschossen sollen Gewerberäume entstehen, die beispielsweise eine gastronomische Nutzung zulassen.

Schubert: „Das wird das Entrée zur Stadt“

So sieht das grobe Gesamtkonzept für Brauhausberg und Minsk aus. Quelle: Hasso-Plattner-Stiftung

Im Januar hatte der Oberbürgermeister erstmals mit Vertretern der Stiftung in seinem Büro zusammengesessen, um „einen ganzen Themenkanon“ zu besprechen, sagte er am Donnerstag. „Ich habe auch einmal direkt mit Hasso Plattner in Potsdam gesprochen, da teilte er mir mit, dass er seine DDR-Kunst im Minsk ausstellen würde“, so Schubert. Er selbst habe „großen Wert darauf gelegt, dass es nicht nur um das Minsk gehen darf“, sondern auch „das Gesamtpaket“ mit der Wohnbebauung daneben und der Schwimmbad-Finanzierung stimmen müsse.

Bis Ende April soll die Stadt der Stiftung ein Signal geben

Das scheint gelungen: Die Plattner-Stiftung will nur gut die Hälfte der möglichen Baumasse am Hang errichten. Das Kaufangebot von etwa 20 Millionen Euro für die Grundstücke bei gleichzeitiger Übernahme der Asbestsanierung des „Minsk“ sichert wiederum die Finanzierung des „blu“-Schwimmbads.

Bis Ende April bleibt laut Schubert das Angebot „frei“ – das heißt, dass bis dahin ein Signal an die Plattner-Stiftung gehen soll, ob das Angebot von der Stadtpolitik angenommen wird. Das reicht nicht für einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung, die nächste Woche zwar tagt, aber frühestens am 8. Mai eine Entscheidung treffen könnte.

Seit 1998 setzt der Mäzen in Potsdam Akzente – mit dem Hasso-PIattner-Institut, der D-School, dem Museum Barberini und dem SAP Innovation Center, aber auch mit der Fassade des Landtags hat der Ehrenbürger die Stadt entscheidend geprägt.

Einen möglichen Zeitplan gibt es noch nicht

Am Montag werde er mit einem Vertreter der Stiftung in den Fraktionen das Projekt vorstellen. Eine bereits veröffentlichte Beschlussvorlage zur Neuausschreibung der Grundstücke am Brauhausberg, die noch den Kompromiss des Werkstattverfahrens vom Januar beinhaltet, will Schubert zurückziehen. Zu einem möglichen Zeitplan für die Realisierung konnte der Oberbürgermeister noch nichts sagen. „Wer die Projekte der Stiftung kennt, weiß, dass dort meist mit Tempo Lösungen erarbeitet werden“, so Schubert.

Reaktionen zu einem Museum für DDR-Kunst im Minsk

„Diese Idee ist das Beste, was passieren konnte, ein großer Glücksfall für das Haus und den Ort. Auch die große Tiefe des Gebäudes ist für die Nutzung als Museum perfekt geeignet.“ Falco Herrmann, Architekt und Gründer der Initiative „(re)vive minsk“

„Vor dem Hintergrund der aktiven Beiträge unserer Fraktion freuen wir uns außerordentlich über die Entscheidung der Hasso-Plattner-Stiftung, das Minsk nicht nur zu erhalten, sondern dort idealerweise sogar DDR-Kunst auszustellen. Der Gedanke dieser Nutzungsoption für das Minsk, hier aus den Beständen des Potsdam-Museums, wurde schon im Mai 2018 von unserer Fraktion formuliert.“Janny Armbruster, Vorsitzende der Grünen-Fraktion

„Wir begrüßen, dass es nun eine Chance gibt, das Minsk zu sanieren und in einem unverbauten Umfeld als Zeugnis der Ostmoderne im Stadtbild zu erhalten. Wir bedauern allerdings, dass die Entscheidung nicht das Ergebnis einer nachhaltigen und am baulichen Bestand orientierten Stadtentwicklung ist, sondern nur der Laune eines Milliardärs entspringt. Auch wenn der Abriss der alten Schwimmhalle und der Bau des „blu“ nicht mehr rückgängig zu machen sind, gewinnt Potsdams Hausberg durch das Minsk und dessen Einbettung an Qualität zurück.“André Tomczak, Stadtverordneter der Fraktion Die Andere

„Mit dieser Idee gewinnt der Brauhausberg zurück, was durch die massive Bebauung verloren gegangen wäre. Er kann damit wieder zu einer attraktiven Visitenkarte Potsdams für die am Leipziger Dreieck und am Bahnhof ankommenden Gäste werden und darüber hinaus noch zu einem einzigarten Besuchserlebnis einladen. Dieses Angebot müssen wir annehmen.“Matthias Finken, Vorsitzender der CDU-Fraktion

„Ich freue mich, dass Hasso Plattner beziehungsweise seine Stiftung Potsdam so ein großzügiges Angebot macht. Ein Haus für die Kunst der DDR war ja immer ein Herzenswunsch von Plattner. Es wäre wunderbar, wenn das so realisiert werden könnte.“Wolfhard Kirsch, Vorsitzender der Fraktion Bürgerbündnis/FDP

Von Peter Degener

Der Landessportbund will im Sportpark Luftschiffhafen für zwölf Millionen Euro zahlreiche Einrichtungen in einem Neubau bündeln. Seinen angestammten Sitz im Stadtzentrum wird er aufgeben.

31.03.2019

14 Jahre hat das Extavium in Potsdam als wissenschaftliche Mitmachwelt für Kinder mit großem Publikumszuspruch und offenkundig permanenten Verlusten gearbeitet.

28.03.2019

Wenn die Politik nicht weiter weiß, kann sich Potsdam auf den tatkräftigen Mäzen verlassen – das beweist der SAP-Gründer nicht erst bei der Rettung des Terrassenrestaurants „Minsk“ – der 75-Jährige hilft immer wieder aus, wenn Geld oder Ideen fehlen.

31.03.2019