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Potsdam Einreise von Reitern war nicht erlaubt
Lokales Potsdam Einreise von Reitern war nicht erlaubt
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20:35 07.11.2014
Heute unauffindbare Sandwüste. Bildunterschrift der Grenztruppen dazu: Babelsberg, FüSt K-GSi Rote Brücke, Oktober 1985
Heute unauffindbare Sandwüste. Bildunterschrift der Grenztruppen dazu: Babelsberg, FüSt K-GSi Rote Brücke, Oktober 1985 Quelle: DDR Grenztruppen
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Potsdam

In der Bornholmer Straße in Berlin war der Kontrollpunkt am Abend des 9. November 1989 unter dem Druck der Massen quasi geflutet worden. Die Mauer selbst stand zum großen Teil noch Monate nach dem Tag des Mauerfalls. Aber die DDR richtete immer mehr Grenzübergänge ein. Straßenverbindungen, die im August 1961 gekappt worden waren, wurden wieder zusammengeführt. Auch Kontrollposten mit entsprechenden Wachhäuschen wurden eingerichtet – die DDR-Führung wollte Souveränität demonstrieren. Kontrolliert wurde aber nur wenig. Wegen der ständigen Veränderungen gab es damals Stadtpläne, auf denen angegeben war, in welcher Woche sie gedruckt wurden. Der Hinweis „Mit den neuen Grenzübergängen“ kurbelte den Verkauf an.

Die Glienicker Brücke in Potsdam wurde bereits am 10. November geöffnet. Dort befand sich ja auch schon ein Übergang, allerdings nicht für den Otto-Normal-Westbürger. Für ihn führte der kürzeste Weg von West-Berlin nach Potsdam über die Kontrollstelle Dreilinden/Drewitz.

S-Bahnhof Düppel: Von hier gings täglich für viele zur Arbeit in den Osten

In Teltow wurde die Mauer am 14. November geöffnet. Die Kleinmachnower und ihre Nachbarn durften sich über zwei Straßenverbindungen nach West-Berlin freuen: an der Philipp-Müller-Allee – dem heutigen Zehlendorfer Damm – und am Adam-Kuckhoff-Platz. Der Kuckhoff-Platz war bis dahin besonders stark gesichert, handelte es sich doch um einen Grenzübergang, der eine besondere Bedeutung hatte: Von hier ging es bis 1961 hinüber zum S-Bahnhof Düppel, über den sehr viele Kleinmachnower nach Berlin zur Arbeit fuhren, und zwar sowohl in den West- als auch den Ostteil. Er war 1953 schon einmal geschlossen worden, was zu so heftigen Protesten geführt hatte, dass er später wieder geöffnet werden musste. Die Mauer am Adam-Kuckhoff-Platz fiel am 10. Dezember 1989. Noch im Staub des zerberstenden Betons strömten die Kleinmachnower in den Westen. Der Kontrollpunkt hieß Benschallee/Karl-Marx-Straße.

In Groß Glienicke fand die erste Ost-West-Begegnung an der Mauer zu Weihnachten 1989 statt, und zwar auf der heutigen Bundesstraße 2 zwischen dem Abzweig nach Seeburg und dem Ritterfelddamm. Die Groß-Glienicker feierten gemeinsam mit den Kladowern von der anderen Seite des Sees den Mauerfall. Zwei West-Berliner wollten zu Pferde in die DDR. Das wurde ihnen allerdings verwehrt. Wie es hieß, fehlte es an gesetzlichen Vorschriften für die Einreise von Reitern.

Von Stephan Laude

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